Nadja Uhl: „Mein Beruf spielt zu Hause keine Rolle“:

TV-Star Nadja Uhl spricht im IKnterview über ihren neuen Krimi-Zweiteiler im ZDF, die Trennung von Beruf und Privatleben und warum sie keinen Tag jünger sein möchte, als sie ist.

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Nadja Uhl trennt Beruf und Privatleben.  Foto: 

Ob Altenpflegerin, Terroristin, Stewardess oder Kommissarin: Nadja Uhl überzeugt in verschiedensten Rollen. Im zweiteiligen Thriller „Tod im Internat“ spielt die 45-Jährige eine LKA-Beamtin, die als Lehrerin getarnt in einem Internat das Verschwinden einer Schülerin aufklären muss.

Sie spielen eine Ermittlerin, die sich als Lehrerin ausgibt. Ist es schwieriger, jemanden zu spielen, die ebenfalls eine Rolle spielt?

Nadja Uhl: Eigentlich nicht, in diesem Fall vielleicht sogar im Gegenteil. Ich hatte das Gefühl, dass die von mir gespielte Ermittlerin in ihrer Undercover-Funktion als Lehrerin sogar etwas vitaler ist als sie es ohne diese Rolle gewesen wäre. Das wurde mir allerdings erst klar, als ich mir den Film angeschaut habe.

Machen Sie sich viel Gedanken über Schauspieltechnik oder verlassen Sie sich ganz auf Ihre Intuition?

Bei den Dreharbeiten mache ich mir schon Gedanken über die Technik, weil man sich da ja ganz häufig auf das Handwerk, das man mal gelernt hat, verlassen muss. Da geht es dann darum, Brüche oder Umschwünge der Figur darzustellen, auf den Punkt zu bringen. Ein rein technisches Spiel funktioniert für mich allerdings nicht, da muss schon eine innere Haltung dahinterstehen, die man zu einer Figur gewinnen muss.

Bevorzugen Sie Regisseure, die genaue Vorstellungen haben, oder die, mit denen Sie diskutieren können?

Diskutiert werden muss gar nicht, aber ich finde es ganz toll, wenn man als Schauspieler was anbieten kann. Den Regisseur mit seiner eigenen Spielfreude auch mal zu überraschen, ist das Schönste für mich. Das muss ein gegenseitiger Prozess sein.

Was mögen Sie an einem Regisseur gar nicht?

Wenn er gar nichts sagt, das habe ich auch schon erlebt. Oder wenn er so viele Vorschriften macht, dass überhaupt kein Platz mehr ist für Phantasie.

Lieben Sie Ihren Beruf?

Aber hallo, das ist ja eine ungemein privilegierte Situation, diesen wunderschönen Beruf zu haben und mit all den tollen Kollegen arbeiten zu dürfen. An diesem kreativen Prozess teilhaben zu dürfen, ist doch das Schönste, was es gibt.

Bekommt Ihre Familie es mit, wenn Sie sich auf eine Rolle vorbereiten?

Kaum, mein Beruf spielt bei mir zu Hause fast gar keine Rolle. Daheim bin ich Hausfrau und Mutter, die zwei Kinder, fünf Katzen und einen Hund zu versorgen hat. Da ist kein Raum für meine künstlerischen Kapriolen (lacht). Ich glaube, ich kann diese schweren Rollen und ernsten Themen, die ich beruflich so angehe, sowieso nur stemmen, weil sie im Alltag zu Hause fast keine Rolle spielen.

Sprechen Sie nicht mit Ihrem Lebensgefährten darüber?

Das schon, bevor ich eine Rolle annehme, sprechen Kay und ich darüber, da hilft er mir sehr.

Sie leben in einem Mehrgenerationenhaus, an dem seit geraumer Zeit gebaut wird. Wie lebt es sich denn auf einer Baustelle?

Wir bauen und bauen und bauen – schon seit Jahren (lacht). Aber es lebt sich ganz gut damit, ich kann nicht klagen. Wir bewohnen den Teil, der schon bewohnbar ist. Ich liebe ja alte Häuser.

Wie stehen Sie zum Älterwerden?

Gute Überleitung (lacht). Ich habe eigentlich kein Problem damit, weil ich noch keinen Leidensdruck spüre – so einfach ist das. Das Älterwerden war in meinem Leben noch nie ein Thema, das mich getrieben hat. Ich bin heute glücklicher, als ich es mit 20 war. Die Nöte und Probleme von damals habe ich nicht mehr. Ich habe heute nicht mehr so viele Fragen ans Leben wie früher.

Keine Angst, dass die Schönheit vergeht?

Nö, hatte ich auch noch nie. Das Wichtigste ist, dass ich mich schön finde. Und wenn mein Partner das auch so sieht, reicht mir das. Mein Fokus ist sowieso nicht aufs Äußere und damit auch nicht auf das Älterwerden gerichtet.

Also möchten Sie nicht jünger sein?

Nein, um Gottes Willen, also das schon gar nicht.

Tod im Internat: Teil 1 am Montag, 20.15 Uhr im ZDF. Teil 2 folgt am Mittwoch, 20.15.

Nadja Uhl wurde 1972 in Stralsund geboren und steht seit fast 25 Jahren vor der Kamera. Mit Filmen wie „Sommer vorm Balkon“ und „Der Baader Meinhof Komplex“ wurde sie bekannt, für ihre Hauptrolle im TV-Drama „Operation Zucker“ (2012) erhielt sie unter anderem die Goldene Kamera. Nadja Uhl lebt mit ihrem Lebensgefährten und zwei Töchtern in Potsdam. web

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