STUTTGARTER SZENE
Parkschützer
Es könnte eng werden vor den 282 Bäumen, die die Bahn vor dem Bau des neuen Tiefbahnhofs im Stuttgarter Schlossgarten fällen muss. Denn rund 1800 "Parkschützer" haben schon auf einer Internetseite ihre Bereitschaft zum Widerstand angekündigt und sich jeweils eine von vier Eskalationsstufen ausgesucht. Die Hälfte der Unterzeichner hat sich Stufe orange ausgepickt, "um mit allen legalen Mitteln" den Kettensägen entgegenzutreten. Stufe Rot mit 327 Bekennern propagiert unter anderem das persönliche Anketten an Bäume - damit übersteigt die Zahl der Protestierer zumindest die der zu fällenden Bäume. "Stuttgart 21" wird zwar eine Baustellenschneise in die ausgedehnte Parkanlage schlagen, führt am Ende der Bauarbeiten aber zu satten 30 Hektar Zuwachs an innerstädtischen Grünflächen samt Bäumen. Dagegen hat bislang allerdings noch niemand protestiert. abö
Bettensteuer
Und schon gibt es den nächsten Aufreger in der Landeshauptstadt: die Bettensteuer! Offiziell spricht die inzwischen nur noch bei Stuttgart 21 entzweite neue rot-rot-grüne Mehrheit im Gemeinderat von der Kulturförderabgabe. Zahlen aber sollen allein Hotelbetriebe, deren Gäste die von Sparauflagen bedrängten Kultureinrichtungen schließlich auch nutzten. Ob der Retourkutschen-Vorschlag, der sich an Städten wie Weimar, Köln und Mannheim orientiert, rechtlich haltbar ist, ist noch offen. wie
Klingeltöne
Wenn es im Landtag zu laut wird, läutet Präsident Peter Straub (CDU) die Parlamentsglocke. Da der Glockenton nun auch auf der Internetseite des Landtags (www.landtag-bw.de) als Klingelton fürs Handy herunterladen kann, muss Straub künftig hoffen, dass nicht allzu viele Abgeordnete und Besucher des Landtags von dem Angebot Gebrauch machen. Oder dass sie sich zumindest an die Vorgabe halten, das Handy im Plenum lautlos zu stellen. Andernfalls klingelt es den Abgeordneten öfter in den Ohren als es Straub lieb sein kann. Für eine Weiterung der landespolitisch angehauchten Klingeltöne plädiert derweil Grünen-Mitarbeiter Benjamin Lauber auf seinem amüsanten Landtagsblog (fraktionsmaulwurf.wordpress.com). Er schlägt vor, auch telefonrelevante Zwischenrufe aus Landtagsdebatten zum Runterladen anzubieten. In Frage käme etwa ein Einwurf des FDP-Abgeordneten Ulrich Noll: "Hier hat die Demografie eine Telefonnummer." rol
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22.01.2010
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Kommentare (4)
jetzt 10.000 Parkschützer!
Inzwischen ist die Zahl von 10.000 Parkschützern erreicht. Man kann gespannt sein, ob die SWP darüber berichtet. Es ist schon ziemlich einseitig, kurz nach dem Start der webseite sich über die niedrige Zahl der registrierten Parkschützer lustig zu machen, aber dann, wenn die Zahl deutlich ansteigt, kein Wort mehr zu verlieren.immer mehr Parkschützer!
Die Zahl derjenigen, die sich bei parkschuetzer.de eingetragen haben, liegt jetzt bei ca. 7.400. Wenn es so weiter geht, werden in den nächsten Tagen 10.000 erreicht.Und noch eine Frage: die Autobahn Ulm - Stuttgart soll ausgebaut werden, die Bahnstrecke Ulm - Wendlingen soll neu gebaut werden, Stuttgart HBF soll neu gebaut werden. Bis das alles fertig ist, wird die Einwohnerzahl in Baden-Württemberg deutlich niedriger liegen, und nach allen Prognosen wird es weniger Arbeitslose geben und auch weniger Menschen, die aus beruflichen Gründen zum Pendeln gezwungen werden. Was will man mit diesen 3 Investitionen eigentlich erreichen? Sollen immer weniger Menschen immer öfter zwischen Ulm und Stuttgart hin und herfahren, damit sich diese Milliardeninvestitionen rentieren? Und wo bleiben Konzepte zur VERMEIDUNG von Verkehr?
"In 24 Minuten von Ulm zum Flughafen" - das allein ist ziemlich dürftig.
Eigentor der SWP
Nach dem "Bericht" der SWP über die Stuttgarter Parkschützer ist die Zahl derjenigen, die sich bei parkschuetzer.de eingetragen haben, deutlich gestiegen auf jetzt fast 2400.Übrigens findet heute, 29.1.10, um 19 Uhr am Nordausgang von Stuttgart HBF eine Demonstration gegen Stuttgart 21 statt. Man kann gespannt sein, ob die SWP in den nächsten Tagen darüber berichtet.
Von Demonstrationen der S21-Befürworter habe ich übrigens noch nie gehört. Laut Emnid lehnt immer noch eine Mehrheit S21 ab, obwohl alle Parteien außer Grünen und Linken und dazu noch die meisten Medien massiv Werbung für S21 machen.