Über Außenseiter: Jugendstück am LTT

|

Marion Bast inszeniert am LTT „Das Herz eines Boxers“ für junge Menschen ab 14 Jahren. Am Freitag 17. November, 19 Uhr. ist Premiere in der Werkstatt.

Der sechzehnjährige Jojo hat sein Leben bisher nicht besonders gut auf die Reihe bekommen. Um dem Anführer seiner Clique zu gefallen, hat er dessen Bewährungsstrafe wegen eines Diebstahls auf sich genommen – und wird nun zum Dank von der ganzen Gruppe als Idiot verhöhnt. Auch sonst sieht es eher trübe aus: keine Lehrstelle, keine Freundin, keine Hoffnung. Im Rahmen der Bewährungsstrafe wird Jojo ins Altersheim abkommandiert und muss Wände anstreichen. Dort trifft er auf Leo, einen alten, ehemaligen Preisboxer, der nur stumpfsinnig herumsitzt und vor sich hin schweigt. Doch als Leo nach einer Weile zu reden beginnt, kommt Jojo aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.

„Die Grundsituation ist schon recht absurd“, erläutert Regisseurin Marion Schneider-Bast ihre Sicht auf das Stück: „Ein Sechzehnjähriger, der keinen blassen Schimmer vom Streichen hat, trifft auf einen Rentner, der erstmal gar nichts sagt oder tut. Im Aufeinandertreffen der beiden doch sehr unterschiedlichen Menschen liegt erstaunlich viel Komik.“

Aber das Stück ist dennoch keine reine Komödie, wie Marion Schneider-Bast weiter ausführt: „Die Figuren sind Außenseiter: Der eine ist von der Gesellschaft ausgeschlossen, abgeschoben in die geschlossene Abteilung des Altersheims, und der andere muss Strafstunden ableisten, weil er angeblich ein Mofa geklaut hat. Beide sind ziemlich enttäuscht worden – insofern befinden sie sich in einer ähnlichen Situation.

Die Entwicklung dieser Beziehung steht im Fokus. Die beiden sind auf eine gewisse Art auf einander angewiesen und helfen sich gegenseitig aus der Situation heraus, in der sie gerade gefangen sind.

Aus einem anfänglichen Duell entsteht mehr und mehr ein gegenseitiges Vertrauen. Ein bisschen erinnert die Geschichte an den Kinofilm ‚Ziemlich beste Freunde‘.“

Hübner ist einer meistgespielten Dramatiker der Gegenwart. Stücke wie „Ehrensache“ oder „Frau Müller muss weg“ sind aus den Spielplänen der deutschen Bühnen nicht mehr wegzudenken.

Info. „Das Herz eines Boxers“: Schauspiel von Lutz Hübner mit Rupert Hausner und Andreas Laufer, Regie: Marion Schneider-Bast, Bühne und Kostüme: Christine Brunner-Fenz, Dramaturgie: Susanne Schmitt. Premiere ist am Freitag, 17. November, 19 Uhr, in der Tübinger LTT-Werkstatt. Weitere Vorstellungen des Stücks sind am 19. und 20. November sowie am 7. Dezember.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Jede Menge offene Fragen

Wie sollen die Mitarbeiter der Stadt zukünftig untergebracht werden? Die CDU-Gemeinderatsfraktion hat jetzt die Prämissen und Schlussfolgerungen eines Gutachtens hinterfragt. weiter lesen