Initiative gegen Leerstände

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Pop-up gegen Leerstand: Ehrenamtlicher Matthias Gaiser und Pfullingens Bürgermeister Michael Schrenk.  Foto: 

Kommen, schauen, kaufen und das alle sechs Wochen mit einem neuen Sortiment – so lautet das Konzept des ersten Pop-up-Stores, der am Donnerstag in Pfullingen in der Kirchstraße im Geschäft der ehemaligen City-Parfumerie eröffnete. Wenn es nach dem Wunsch der Initiatoren ginge, könnten bald weitere Läden in momentane Leerstände einziehen – eine Win-win-Situation, von der Eigentümer, Unternehmer, Verbraucher und Standort profitieren sollen.

„2015 hat Bürgermeister Schrenk Bürger eingeladen, um Ideen zu sammeln, die Innenstadt zu beleben“, berichtet Matthias Gaiser, Sprecher und ehrenamtlicher Mitarbeiter bei der Stadt Pfullingen im Leerstandsmanagement. Daraus seien im März 2016 vier Netzwerke mit jeweils eigenen Themen entstanden, darunter die Behebung der Leerstandsproblematik. Zurzeit sollen in Pfullingen fünf Ladenlokale leerstehen. „Karin Goldstein von der IHK, die das Thema Handel begleitet, hat uns im vergangenen Oktober eingeladen und verschiedene Konzepte vorgestellt“, so Gaiser. Die Idee des Pop-up-Stores war geboren. Nach einem Presseartikel habe sich Beate Diem, Inhaberin einer Werbeagentur, beim Netzwerk gemeldet und gemeint: „Das kann ich.“ Seitdem ist sie federführend.

„Pop-up“, übersetzt in etwa „plötzlich auftauchen“, bedeutet die zeitlich begrenzte Nutzung von Leerständen durch die unterschiedlichsten Verkäufer. Sechs Wochen lang gilt der Mietvertrag, den Anbieter zu besonderen Konditionen direkt mit dem Ladeninhaber abschließen. Lediglich für die Vermittlung ist das Netzwerk zuständig. Für den Inhaber sei es von Vorteil, Mieteinnahmen zu erhalten. Wenn er einen Dauermieter in Aussicht habe, trete der Pop-up-Store zurück, so Gaiser.

Das Geschäft ist modern mit Glaselementen eingerichtet. „Die Anbieter haben damit keine Arbeit und können ihre Ware direkt ausbreiten und aufstellen“, erläutert Gaiser. Länger als sechs Wochen können sie allerdings nicht bleiben. „Wenn jemand merkt, dass sein Konzept ankommt, helfen wir ihm aber, einen anderen Laden zu finden.“ Sehr gewünscht seien in Pfullingen beispielsweise ein Sportgeschäft oder ein Laden für Kinderbekleidung. Das Modell laufe in Stuttgart oder Schwäbisch Gmünd seit Jahren sehr erfolgreich.

„Wir hätten am Dienstag eröffnen sollen, dem Tag der Optimisten“, sagte Bürgermeister Michael Schrenk. Er dankte allen Beteiligten. „Das Netzwerk arbeitet ehrenamtlich, auch Gemeinderäte sind dabei.“ Man habe in alle vier Netzwerke zur Wirtschaftsförderung Bewegung gebracht und die Pop-up-Idee in nur einem Jahr verwirklichen können. „Wir hoffen, dass irgendwann die Leerstandsbesitzer von sich auf uns zukommen und die Pop-up-Geschäfte zunehmen. Vielleicht werden wir sogar eine Pop-up-City.“ Im Pfullinger Finanztopf befänden sich noch Mittel für weitere gute Ideen.

„Der Pop-up-Store ist eine gute Gelegenheit für Start-up-Unternehmen, die eine Idee haben, aber nicht gleich auf Dauer ein größeres Geschäft anmieten wollen“, so Netzwerkbeteiligte und Stadträtin Bettina Bamberg. „Hier können sie ausprobieren, ob ihr Konzept ankommt.“ Gedacht sei auch an die Vermarktung regionaler Produkte.

Zurzeit werden im Geschäft Stofftaschen der Firma „So scheee“, Dekoartikel, großformatige Fotos und glutenfreie Produkte angeboten. Die Anbieter teilen sich den Laden – auch das ist möglich. Sabine Schenk, die nebenan ein Reformhaus betreibt, hat die Gelegenheit genutzt, um speziell das glutenfreie Sortiment bekannt zu machen. „Es gibt alles, vom Bier über Tee bis zur Kosmetik. Hier kann ich die breite Palette präsentieren. Auch für Leute, die normalerweise nicht in ein Reformhaus gehen.“

Der Pop-up-Store in der Kirchstraße ist von Montag bis Samstag geöffnet. Zeiten und aktuelle Angebote werden über das Internet bekannt gemacht. popupstore-pfullingen.de.

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