Drei Generationen Kreishandwerksmeister auf der Bühne

Aus- und Rückblicke prägen Neujahrsempfänge. Die Kreishandwerkerschaft (KHS) nutzte die Gelegenheit zum Abschied von Harald Herrmann sowie zur Einführung von dessen Nachfolger Dieter Laible.

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Drei Generationen Kreishandwerksmeister: der neue Kreishandwerksmeister Dieter Laible mit seinen Vorgängern Harald Herrmann und Wolfgang Sautter (von links).  Foto: 

"Du bist schon lange überfällig für ein höheres Amt im Handwerk. Und du dachtest, du kommst drumrum. Nix war's. Recht geschieht's dir" - der vor wenigen Wochen aus dem Amt geschiedene Kreishandwerksmeister und jetzige Präsident der Handwerkskammer Reutlingen, Harald Herrmann, feixte während des Neujahrsempfangs der Kreishandwerkerschaft am Dienstagabend in den Pfullinger Hallen nur allzu gern in Richtung seines Amtsnachfolgers Dieter Laible. Herrmann ist davon überzeugt, dass Laible seine Aufgaben gut machen wird.

Beim Neujahrsempfang ging es diesmal aber weniger um die Rück- und Ausblicke aufs abgelaufene und neue Jahr. Vielmehr standen der neue sowie der ehemalige Kreishandwerksmeister mit der dazugehörigen Einführung ins sowie der Verabschiedung aus dem Amt im Mittelpunkt des Abends.

"Freud und Leid liegen beieinander", sagte Kreishandwerkerschafts-Geschäftsführer Ewald Heinzelmann. Denn für Herrmann sei die Wahl zum Präsidenten der Handwerkskammer eine Freude. Trotzdem sei die jahrelange Zusammenarbeit nun zu Ende. Dieter Laible sei das jetzige Amt allerdings in die Wiege gelegt worden.

Weil Heinzelmann sehr zuversichtlich ins noch junge Jahr blickte und problematische Themen nur eine Nebenrolle spielten, wünschte auch Pfullingens Bürgermeister Rudolf Heß an seinem allerletzten Arbeitstag sowie dem letzten offiziellen Termin als Schultes dem Handwerk weiterhin viel Erfolg. Und er erklärte: "Sie sind Unternehmer, die etwas unternehmen."

"Wir haben uns lieb gewonnen", betonte der frühere Kreishandwerksmeister Wolfgang Sautter in Richtung seines damaligen Nachfolgers Harald Herrmann. Wobei dieser eher einer rebellischen Generation angehöre. Herrmann habe als Kreishandwerksmeister jedoch ganz wesentliche Punkte umgesetzt und in den Mittelpunkt gerückt. Darunter die Messe "Handwerk im Zirkuszelt", das Thema "Erneuerbare Energien" beziehungsweise die Einführung von Service Plus, der die Anforderungen von Senioren berücksichtigt.

Bei so viel Lob dankte Harald Herrmann aber nicht nur. Er unterstrich auch, dass die Kreishandwerkerschaften die Basis der Arbeit des Handwerks seien. Er erteilte Diskussionen über deren Abschaffung eine klare Absage. Während seiner zwölf Jahre an der KHS-Spitze habe einiges bewegt werden können, so Herrmann: "Ich werde die Zeit nie vergessen und möchte sie auch nicht missen."

Während der jetzige Handwerkskammerpräsident aufgrund verlorener Weggefährten am Dienstagabend auch kurz um Fassung ringen musste, will der neue Kreishandwerksmeister Dieter Laible die bisher geschaffenen und funktionierenden Strukturen weiterführen. Darüber hinaus erklärte er: "Ich möchte dazu beitragen, dass die Anliegen der kleinen und mittelständischen Handwerksbetriebe in der Region gehört werden." Wobei es zahlreiche kritische Punkte gebe. Unter anderem, dass aus dem guten Gedanken des Mindestlohns ein bürokratisches Monstrum geworden sei, dass sich Leistung für Unternehmer und Arbeitnehmer lohnen müsse, oder dass die Hochschulen mit zusätzlichen Mitteln gefördert werden, er aber genauso erwarte, dass die handwerkliche und gewerbliche Ausbildung nicht stiefmütterlich behandelt werde.

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