Die Stadt soll mehr aus ihrer Potenz machen

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Seit zwei Jahren trifft sich eine Gruppe von Menschen in Reutlingen regelmäßig zum Austausch. Mittlerweile sind die zwei Dutzend Aktiven als  „Köpfe für Reutlingen“ ein eingetragener Verein und gehen an die Öffentlichkeit. Ihr Ziel: „Wir wollen das Profil der Stadt wirtschaftlich, kulturell und gesellschaftlich stärken“, sagt Vorsitzender Reiner App, Geschäftsführer des Pragma-Instituts für empirische Strategieberatung in Reutlingen.

Die Mitglieder stören sich schon lange an der typisch schwäbischen Eigenheit „nix g’schimpft isch g’lobt g’nug“. Dabei habe es die Achalmstadt nun wahrlich nicht nötig, „ihr Licht unter den Scheffel zu stellen“, sagt App: „Hier läuft vieles so gut, doch Reutlingen sollte einfach mehr aus seiner Potenz machen!“ Er und seine Mitstreiter sind der Ansicht, dass Reutlingen viel zu bieten hat, beispielsweise „eine stolze Geschichte und tolle Firmen“. Die „eigentlich große Stärke aber sind die vielen engagierten und kreativen Köpfe aus Kunst, Wirtschaft, Design, Erfinder und Schriftstellen“, kurzum „Leute, die zum gesellschaftlichen Leben beitragen“.

All diese Leute, diese „Reutlinger Köpfe“, will der Verein zusammenbringen, bekannte und weniger bekannte, Alteingesessene und „solche mit Migrationshintergrund“ wie etwa Fritz Haux, sagt App.

Die Familie des Einzelhändlers und engagierten CDU-Stadtrats stamme nämlich ursprünglich nicht von hier.

„Wir wollen als ‚Köpfe’ gemeinsam etwas für Reutlingen tun“, sagt App, dem wichtig ist zu sagen: „Ich identifizier’ mich und ich trag’ was dazu bei“. So sollen die Grenzen zwischen den Mitgliedern und ihren Interessen überwunden werden und „die Stadt vorangebracht werden“. Deshalb trete man auch nicht nicht gegen bestehende politische, soziale oder wirtschaftliche Interessenverbände an, sondern suche die Kooperation. So „nehmen die Bürger die Zukunft der Stadt in die eigenen Hände“, unterstreicht App. Dazu eingeladen sind „alle, die sich der Stadt und der Region verbunden fühlen, jeder Reutlinger, jeder Überzeugte, jeder Zweifler“.

Die „Köpfe“ sind sich bewusst, dass sie Neuland betreten mit dem Ansatz, die Zukunft in die eigene Hand nehmen. „Das sollte uns stolz machen“, sagt App. Haux hält die Zeit „reif für neue Gruppierungen“, die keine Interessenvertretung im klassischen Sinn und unpolitisch sind. Kunstvereins-Geschäftsführer Christian Malycha beobachtet: „Die Gesellschaft denkt sich neu, sie ist nicht mehr homogen“. Hier will der Verein nun „einen Take-off in der Stimmung pro Reutlingen schaffen“.

Mehr Profil
Mehr Identifikation
Mehr Vernetzung
Mehr ‚Engagement
Mehr Vielfalt
Mehr Jugend
Mehr Vitalität
Mehr Innovation
Mehr Kommunikation
Mehr Dynamik.

Unter dem Motto „Reutlingen kann mehr!“ wird der Verein „Köpfe für Reutlingen“ seine Ziele am Dienstag, 18. Juli, ab 19.30 Uhr im Kunstverein, Eberhardstraße 14, vorstellen. Architekt Wolfgang Riehle wird die zehn Thesen für die Zukunft von Stadt und Region erläutern, anschließend ist ein Zukunftsforum mit einigen Mitgliedern geplant, anschließend gibt es ein Come-Together beim Sound der Pfullinger Eva Winter Band, Drinks und Fingerfood. Anmeldung per E-Mail info@koepfefuerreutlingen.de.

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