Höhlenführung: 13 Meter in die Tiefe

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Dicht gedrängt warteten die Besucher gestern auf den Einlass in die Olgahöhle, die nur einmal im Jahr geöffnet ist.  Foto: 

Ja, da unten ist es sehr kühl, ziehen Sie sich  einen Pulli an“: Die Leute der Höhlenforschungsgruppe Pfullingen kennen ihre „Kundschaft“. Die saß zunächst draußen an den Biertischen. Wanderer und Wochenend-Touristen genossen unter den Klängen des von Christine Speidel geleiteten Posaunenchors Honau bei 28 Grad Schweizer Kräuterkäse und Rettich – und kamen nicht auf den Gedanken, dass unten in der Olgahöhle das gesamte Jahr über nur zwischen acht und zehn Grad herrschen.

Sie ist immer noch eine Attraktion, die im Oktober 1874 von Johann Ziegler entdeckte Höhle, die später nach der württembergischen Königin Olga Nikolajewna Romanowa (1822 bis 1892), der Tochter des russischen Zaren Nikolaus I. benannt wurde. Die in rund 13 Meter Tiefe liegenden Gänge waren bald die größte Schauhöhle des Königreichs, die zudem auch die erste in Deutschland war, die mit elektrischem Strom beleuchtet wurde.

Vor wenigen Jahren war sie dann auch eine der ersten dieser unterirdischen Hohlräume, die LED-Lämpchen bekamen. Seit 33 Jahren betreut die Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins die Höhle, vor der zur Wende ins 20. Jahrhundert auch einmal ein veritables Festspielhaus stand.

Dort feierten, aßen und tranken gestern die Besucher, während es drinnen in der Höhle der Höhlenforschungsgruppe Pfullingen zu verdanken ist, dass es bei dem Riesenandrang  nicht zu größeren Staus kam. „Wir haben heute allein fünf Höhlenführer im Einsatz“, erklärte Vereinsvorsitzender Frank Schüler während seines kurzen, kleinen Vespers. Denn vor dem historischen Eingang wartete schon die nächste Gruppe auf Einlass.

Und das ist die Besonderheit beim jährlich wiederkehrenden Fest an Fronleichnam: Der in zwei Jahren ehrenamtlicher Arbeit originalgetreu wiederhergestellte Vorbau ist nur bei diesem Fest der Zugang zur Höhle. Steile Treppen führen dort nach unten, wo den Besuchern die Schönheiten in der durch einen Wasserfall entstanden Höhle gezeigt werden.

Und dabei geht es auch um das Erlebnis Geologie, das sind die Tropfsteine ebenso wie der Tuffstein, aus dem auch die Pfullinger Hallen und das Olympiastadion in Berlin erbaut wurden. Wie in viele imposante Höhlen der Welt darf in Honau im Schein der LED-Leuchten dann auch die Phantasie bemüht werden. Die Leute erkennen dabei einen überdimensional  großen  „Blumenkohl“ genauso wie allerlei Tierfiguren.

Grad Celsius im Schnitt herrschen das ganze Jahr über in der Olgahöhle in Honaus. 1974 entdeckt, war sie einst die erste Höhle in Deutschland, der man elektrisches Licht verpasste.

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