Zuschuss für die Willkommenskultur

Das Land unterstützt das IHK-Welcome Center für weitere zwei Jahre mit 132 840 Euro. Finanzminister Nils Schmid überreichte den Förderbescheid.

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Wirtschafts- und Finanzminister Dr. Nils Schmid (rechts) überreicht den Förderbescheid an Welcome-Center-Leiterin Yvonne Brockhaus und IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp.  Foto: 

Seit 4. Juli 2014 gibt es jetzt das Welcome Center Neckar-Alb in der IHK Reutlingen. Es ist Anlaufstelle für Fachkräfte, die neu in der Region sind und sich mit ihren Familien hier ansiedeln. Außerdem berät es Unternehmen, die Beschäftigte aus dem Ausland suchen oder kürzlich eingestellt haben. Bis Ende 2014 hat Yvonne Brockhaus als Leiterin der Einrichtung fast 50 Fachkräfte und 25 Firmen beraten. Bereits in den ersten Monaten dieses Jahres sind 20 Fachkräfte und zehn Unternehmen dazugekommen. "Das Welcome Center ist neben verstärkter Ausbildung und Weiterbildung unsere dritte Säule, wenn es um Antworten auf den Fachkräftemangel geht", erklärte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp.

Nachdem die Anschubfinanzierung über ESF-Mittel erfolgt war, ist jetzt das Land in die finanzielle Förderung eingestiegen. Diese umfasst für die Jahre 2015 und 2016 insgesamt 132 840 Euro - das sind 60 Prozent der förderfähigen Kosten, wie Finanz- und Wirtschaftsminister Dr. Nils Schmid gestern bei der Übergabe des Förderbeschieds sagte. Die IHK steuert selber 88 000 Euro. "Welcome Center wie hier in Reutlingen zeigen, dass wir Fachkräfte aus aller Welt mit offenen Armen empfangen", sagte der stellvertretende Ministerpräsident.

Das Welcome Center in Reutlingen ist einer von landesweit elf Einrichtungen, die im Rahmen der Fachkräfteallianz entstanden sind. Epp: "Das war eine wirklich gute Initiative der Landesregierung."

Die IHK wird in diesem Jahr ihr Angebot an Beratungen und Veranstaltungen ausbauen. Führungskräfte etwa sollen auf die Ankunft von Fachkräften aus dem Ausland vorbereitet werden, jobsuchende Fachkräfte bei Firmenbesichtigungen in Kontakt zu potenziellen Arbeitgebern kommen. Zudem plant Brockhaus am 25. März einen Runden Tisch für alle Sprachschulen in der Region. Ein "Club International" soll die neuen Beschäftigten in der Region vernetzen. Weiter ist vorgesehen, das Patensystem auszubauen, um die Neuankömmlinge und ihre Familien auch neben dem Beruf in der Region zu verwurzeln.

"Wir verstehen uns als Partner von Fachkräften, Firmen und den vielen ehrenamtlich engagierten Gruppen und Aktiven, die sich die Willkommenskultur auf die Fahnen geschrieben haben", sagte Epp. Weitere Themen waren, wie Firmen sicher sein können, dass ein Asylbewerber in Ausbildung nicht abgeschoben wird, oder auch das Bleiberecht für ausländische Studierende nach Abschluss ihres Studiums. Die Einkommensgrenze von 45 000 Euro sei viel zu hoch und geht laut Epp "komplett am Bedarf des Mittelstandes vorbei".

Info Ansprechpartnerin ist Yvonne Brockhaus, Telefon: (07121) 20 11 58 oder E-Mail: brockhaus@reutlingen.ihk.de. Weitere Informationen gibt es unter www.welcome-na.de.

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