Zurück in die Kuschel-Kindheit

Hier wirds plüschig - und eine Menge Nostalgie gibts obendrauf: "Am Anfang war ein Elefant - Spielwaren der Firma Steiff" heißt die neue Ausstellung im Heimatmuseum. Eröffnung ist am Sonntag.

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  • Ausstellungsmacherin Inka Brandt mit den Stars der Steiffs: Familie Mecki, Bambi & Co. Fotos: Jürgen Herdin 1/2
    Ausstellungsmacherin Inka Brandt mit den Stars der Steiffs: Familie Mecki, Bambi & Co. Fotos: Jürgen Herdin
  • Nicht so sehr kuscheltauglich: Die Fledermaus "Eric" aus dem Hause Steiff. 2/2
    Nicht so sehr kuscheltauglich: Die Fledermaus "Eric" aus dem Hause Steiff.
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Ein "Roloplan"-Drache Marke Eigenbau von Steiff war über Jahrzehnte nicht nur als Kinderspielzeug sehr beliebt. Der aufstrebenden Firma Steiff in Giengen dienten die Drachen schon bald als "Drohne" - um aus der Vogelperspektive die Expansion ihrer florierenden Firma im Brenztal fotografisch zu dokumentieren.

Das erste Tier zum Spielen aus weichem Material war eher ein Zufallsprodukt. Margarete Steiff (1847 bis 1909), war Zeit ihres Lebens an den Rollstuhl gefesselt. Sie hatte 1877 im Wohnhaus ihrer Eltern am damaligen südlichen Stadtrand von Giengen an der Brenz ein Geschäft für Filzkonfektions-Waren eröffnet. "Dort fertigte sie 1880 ein Nadelkissen in Form eines Elefanten an", so die Ausstellungsmacherin Inka Brandt. Sie sorgte zusammen mit Martina Schröder und Eva Bissinger für die Konzeption dieser einzigartigen Schau. Für die Ausstellungsgestaltung zeichnen Björn Börris Peters und Franz Dieter Peters verantwortlich. Eröffnet wird die Schau am Sonntag um 11.15 Uhr.

Bei Kindern wurde das kleine "Elefäntle" übrigens bald ein großer Erfolg. 130 Jahre gibt es das weltweit bekannte Unternehmen nun schon. Dort ist auch das Museum mit seinen ständig wechselnden Themenschwerpunkten. Ab 1903 produzierte Steiff dann die ersten Puppen mit beweglichen Gliedern. Bald gehörten auch Holzspielzeug, Gebrauchsartikel wie bunte Topflappen - und dann auch im Zuge der Militärbegeisterung im Kaiserreich ab 1909 Soldatenpuppen in feldgrauer Uniform als Spielzeug für die Buben auf den Markt.

Noch bis zum 9. Februar ist die Geschichte der Firma Steiff zu sehen. Auf sehr anschauliche und beeindruckende Weise bekommen die Besucher auch einen Blick hinter die Kulissen, sehen das Werkzeug, mit dem damals die Stofftiere auf kunstvolle Weise gefertigt wurden. Die Ausstellung ist chronologisch angelegt. 170 Leihgaben stellte die Margarete Steiff GmbH zur Verfügung. Insgesamt sind 240 Schauobjekte zu sehen. Überwiegend hinter Glas natürlich, denn es sind auch Teddys dabei, die als alte Sammlerstücke auf Auktionen durchaus einen sechsstelligen Betrag erreichen können.

Denn in den 70er Jahren entdeckten zunächst in den USA, dann auch in Deutschland Sammler die Steiff-Tiere aus der Anfangszeit des Unternehmens als wertvolle Sammelobjekte. Und damit wären auch beim Namen angelangt. Der "Teddy" von Steiff wurde tatsächlich nach Theodore Roosevelt (1958 bis 1919). Der war auch bekannt als leidenschaftlicher Bärenjäger.

Markenzeichen "Knopf im Ohr?" Im Prinzip ja. Aber natürlich hielten sich früh schon Hinterhof-Firmen in Südostasien auch schadlos, schufen billige Kopien der Steiff-Figuren. Und sie fälschten natürlich auch den berühmten Knopf im Ohr von Rehlein, Hase und Teddybär.

Ein besonderes Schmankerl ist ein "Schrein", auf dem die Lieblings-Schmusetiere Reutlinger Prominenter versammelt sind. Die waren nicht nur von Steiff, aber alle sind Originale. Nur so viel: Wer hätte gedacht, dass Cornelius Grube, Intendant der Reutlinger Philharmonie, als kleiner Bub mit einem Wildschwein gekuschelt hat?

Steiff-Schau für Familien - Aktionsprogramm für Kinder
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