Zum ersten Mal mit langer Nacht

1990 war's, Mitte Juli: Der erste Orgelsommer begann. Dieses Jahr wird er 25. "Ein Kleinod", sagt Kantor Torsten Wille. Ab 25. Juli gibt's wieder Solisten, Lichtkunst, ein Kinderkonzert und (neu!) eine Orgelnacht.

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  • Gäste beim Orgelsommer (oben von links): Annette Fabriz, Michal Markuszewski, Simon Reichert. Unten links: Die Marienkirche künstlerisch illuminiert. 1/3
    Gäste beim Orgelsommer (oben von links): Annette Fabriz, Michal Markuszewski, Simon Reichert. Unten links: Die Marienkirche künstlerisch illuminiert. Foto: 
  • Solist aus Prag: Pavel Kohout. Fotos: pr/Kulturamt 2/3
    Solist aus Prag: Pavel Kohout. Fotos: pr/Kulturamt Foto: 
  • Künstlerischer Leiter: Torsten Wille. 3/3
    Künstlerischer Leiter: Torsten Wille. Foto: 
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Der Auftakt des Orgelsommers am 25. Juli darf sogar als doppeltes Jubiläum gelten: Es ist das 200. Konzert, und die Reihe feiert 25-jähriges Bestehen. Torsten Wille stellt daher den Abend unter ein passendes Motto: "So klingen 25-Jährige!" Will heißen, die bei diesem Eröffnungskonzert erklingenden Werke von Bach, Messiaen und Liszt sind von diesen jeweils im zarten Alter von 25 Jahren komponiert worden. Frühe Werke, könnte man sagen. Machen wir eine Stichprobe: "L'ascension" von Olivier Messiaen ist 1933 vollendet worden, und in diesem Jahr wurde Messiaen tatsächlich 25 Jahre jung. Torsten Wille spielt diese vier "symphonischen Meditationen" in einer Orgelfassung. Ebenfalls Wille bestreitet das Familienkonzert der Reihe am 30. Juli (11 Uhr!), bei dem neben Elgar und Mozart Tschaikowskis Nussknacker-Suite aufgeführt wird - die Geschichte von E.T.A. Hoffmann wird neu erzählt und vorgetragen von Pfarrerin Sabine Großhennig. Und klar, Kinder können im Anschluss auf die Empore kommen und sich die Pfeifenpracht der Orgel erklären und demonstrieren lassen.

Andreas Dorfner wiederum spielt am 1. August auf "seiner" Orgel in St. Wolfgang neben Bach und Mozart ein vorwiegend französisches Programm mit Werken von Charles Widor und Olivier Messiaen.

Die Gastsolisten dieser Orgelsommer-Reihe, erläutert der künstlerische Leiter Torsten Wille, kommen schwerpunktsmäßig aus Osteuropa. So etwa der 1976 geborene Prager Organist Pavel Kohout - nicht zu verwechseln mit dem namensgleichen Prager Autor und Politiker (Jahrgang 1928). Kohout wird am 8. August neben Bach und Franck auch eine Werk seines 1937 verstorbenen Landsmanns Josef Klicka spielen - eine Konzertfantasie über Themen aus Smetanas Tondichtung Vysehrad über die Geschichte der gleichnamigen Prager Burg.

Sowohl bei diesem Konzert wie auch beim folgenden - einer Kombination aus Konzert und Orgelnacht am 15. August - wird der Künstler Holger Herzog die Marienkirche mit einer Lichtinstallation bereichern. Ausgangspunkt der Orgelnacht ist zunächst ein Konzert, bei dem drei Organisten die große Rieger-Orgel mit bis zu sechs Händen und sechs Füßen "bearbeiten": Ingo Bredenbach (Tübingen), Torsten Wille (Reutlingen) und Severin Zöhrer (Eberbach am Neckar).

Die anschließende Orgelnacht bietet unter anderem die Möglichkeit "Wandeln im Licht" - ein Raumerlebnis - und wartet mit einigen konzertanten Überraschungen auf: Da trifft die Königin der Instrumente auch schon mal auf klassischen Jazz ("The queen meets the blues"), oder die Solisten zünden gar ein "virtuoses Orgelfeuerwerk", bei dem Bachs berühmte Toccata in "verschiedenen Stilen" durchkonjugiert werden soll - was ebenso spannend wie unterhaltsam werden könnte. Michal Markuszewski aus Warschau setzt die Reihe der osteuropäischen Gastsolisten am 22. August in der evangelischen Kirche Gönningen fort - mit Werken von Liszt, Gade und einer eigenen Improvisation Marke Markuszewski im Barockstil.

Mit Annette Fabriz, geboren 1990 in Esslingen, gastiert eine vom Deutschen Musikrat geförderte Orgelsolistin am 29. August in St. Wolfgang - barock bis romantisch wird es zugehen. Simon Reichert wiederum (Jahrgang 1980) präsentiert am 5. September in St. Peter und Paul ein Programm zum Thema "Bach als Bearbeiter". Und zu guter Letzt wandert am 12. September Jens Wollenschläger, Tübinger Stiftkirchen-Organist und Professor an der dortigen Kirchenmusikhochschule, quer durch alle Epochen von der Renaissance über Barock und Romantik bis hin zur Moderne. Auf dem Programm steht auch ein Werk des französischen Komponisten Daniel Roth (Jahrgang 1942) - der übrigens ist Vater von François-Xavier Roth, dem Chefdirigenten des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg. Das wiederum wird gemäß den SWR-Sparplänen bedauerlicherweise mit dem Stuttgarter SWR Sinfonieorchester fusioniert. Weswegen Roth, ein dezidierter Gegner dieser Fusion, sich anderweitig umsah: Er tritt im September als Generalmusikdirektor in Köln an.

Termine - Lichtinstallationen - Tickets

Orgelsommer Die Reihe findet von 25. Juli bis 12. September statt.

Lichtinstallationen von Holger Herzog gibt's am 8. und 15. August.

Karten Auskunft und reservierung beim Kulturamt Telefon: (07121) 303-2834.

SWP

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