Zum Auftakt ein Glas Most

Der Männerstammtisch "Manns-Bilder unter sich" der evangelischen Kirchengemeinde Mittelstadt und Reicheneck besuchte das Obstbaumuseum in Glems.

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Bevor Willy Müller die Teilnehmer des Ausflugs durch das Museum führte, erhielten sie ein Glas Most, um sich von der hervorragenden Qualität selbst überzeugen zu können.

Das Museum, untergebracht in der ehemaligen örtlichen Kelter, ist im süddeutschen Raum einmalig in seiner Art. Als Leitfigur diente der bedeutendste Pomologe des 19. Jahrhunderts, Dr. Eduard Lucas (1816-1882), der in Reutlingen ein eigenes Institut gegründet hatte. Außer der Ausbildung von Generationen von Baumwarten hat er 1910 etwa 620 Obstsorten katalogisiert. Auf Kärtchen und Säcken, die sich im Museum unter dem "Vier-Viertels-Baum" befinden, sind viele Sorten zu sehen.

Zu Beginn der Führung wurde nicht nur auf die Veredlung hingewiesen, die in verschiedenen Formen erfolgen kann, sondern auch das Vorgehen beschrieben. Ein wichtiger Teil ist das Schneiden der Bäume, wobei zwischen Pflanzen-, Erziehungs-, Erhaltungs- oder Verjüngungsschnitt unterschieden wird. Ziel des Schnittes ist es, ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Triebwachstum und Blütenansatz zu erreichen. Auch die Pflege der Bäume gehört dazu, die nicht immer ganz einfach ist.

Aus diesem Grunde wurden im Laufe der Zeit verschiedene Baumarten gepflanzt, hochstämmige oder Plantagenbäume. Damit der Baum die notwendigen Nährstoffe und die Feuchtigkeit erhält, sollte die Pflege schon am Boden beginnen. Das Gras sollte niedrig gehalten und die Baumscheiben frei gehackt werden.

Eine Rolle spielt auch der Pflanzenschutz, der ein Garant für gesundes und schönes Obst ist. Auf diesem Gebiet wurden in den letzten Jahren sehr viele Fortschritte erzielt, wobei die Entwicklung maßgeblich in Deutschland erfolgte. Dieser Vorgang wird durch zahlreiche Geräte einer in Metzingen ansässigen Firma deutlich aufgezeigt.

Wie wichtig das Obst, vor allen Dingen der Apfel in den Nachkriegsjahren (Hungerjahren) für die Bevölkerung war, ist in Bildern festgehalten. Die mit Früchten voll hängenden Äste der Bäume wurden abgestützt, damit keine verloren gingen. Der Erntesegen wurde nicht nur damals, sondern auch heute noch, nach dem gleichen Prinzip verarbeitet. Im Vordergrund steht die Verarbeitung der Äpfel und Birnen zu Most, Saft oder Apfelwein, der in Holz-, Plastikfässern oder Glasflaschen gelagert wird.

Früher war das eine harte und aufwendige Arbeit, die jedoch im Laufe der Zeit durch maschinelle Einrichtungen, zu denen auch die Pack- oder Bandpressen gehören, erleichtert wurde. Teilweise wurden die Früchte auch gedörrt, eingeweckt oder zu Alkohol verarbeitet.

Nach diesen lehrreichen, interessanten Ausführungen fand noch ein gemütliches Beisammensein mit Vesper im hinteren Teil des Museums statt, wobei die Mannsbilder die einzelnen Mostsorten ausprobieren konnten.

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