Zügiger und umwegfrei

Einen weiteren Schritt vorangekommen ist Reutlingen beim Radverkehr, sagt Stadtentwickler Stefan Dvorak. Sichtbares Zeichen ist, dass in der Oststadt künftig auch gegenläufig gefahren werden darf.

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Auch kleine Veränderungen können die Radweg-Situation verbessern: Neue Aufstellfläche am Lindacheck.  Foto: 

Die Stadt hat ehrgeizige Ziele beim Radverkehr, so der Leiter des Amts für Stadtentwicklung und Vermessung, Stefan Dvorak, in seinem gestern vorgelegten "Werkstattbericht". Von 1991 bis 2007 stieg der Anteil des Radverkehrs in Reutlingen von acht auf 15 Prozent, gleichzeitig nahm der Motorisierte Individualverkehr (MIV) von 51 auf 45 Prozent ab. Und das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange. Dvorak hofft, bis 2030 den Radverkehr auf 25 Prozent zu steigern, schließlich sei das Velo in der Stadt bei vier bis fünf Kilometer Entfernung dem Auto klar überlegen.

Aber dass es so weit kommt und die Leute auch umsteigen, dafür muss man etwas tun - vor allem in dem 184 Kilometer langen Radwegenetz. Was, das weiß Dierk Wöhrmann, Leiter der Abteilung Verkehrsplanung: Direkt, umweg- und barrierefrei, zügig, sicher und komfortabel - so stellt man sich den Radverkehr vor. Seit Juni arbeitet der im Amt zuständige Mitarbeiter Daniel Hammer daran und hat einiges zu Wege gebracht. Ab jetzt dürfen Radler in der Oststadt drei Einbahnstraßen (Schulstraße, Aulberstraße und Planie) in beiden Richtungen befahren. "Wir wollen dies fortführen, wo immer es möglich ist."

Für Dvorak und sein Team könnte dies in der Garten-, Kaiser- und Bismarckstraße weitergehen. Nicht allerdings - obwohl eine "super Radstraße" - in der Metzgerstraße, so lange dort der Bus verkehrt, der irgendwann in die Gartenstraße verlegt werden soll.

"Im Endeffekt", sagt Dvorak, "sind es oft Kleinigkeiten, aber sie bringen was." Zum Beispiel die Fahrradboxen am Hauptbahnhof. Zu den bislang "gut ausgelasteten" 60 sind 16 neue hinzugekommen. Oder die 40 Halteringe an den Ampeln. Auch die begradigte Insel an der Burkhardt + Weber-Straße an der Einmündung Unter den Linden ist so ein Fall: Der Radfahrer kann jetzt links hoch in Richtung Innenstadt ohne eine Verkehrsregel (Rechtsabbieger) zu verletzen. Dies alles, so Hammer, bringe neben Komfort auch einen "Zeitvorteil".

An etlichen Stellen, so auch am Lindach-Knoten, sind neue Radfurtmarkierungen angebracht worden. Einziger Wermutstropfen für Dvorak: Eigentlich wollte man in Bronnweiler auf der Straße "Im Wiesaztal" einen Radschutzstreifen quasi als Lückenschluss machen, aber der Ortschaftsrat hat dieses Vorhaben abgelehnt.

Auf dem Feld des Radverkehrs steckt laut Dvorak noch viel "Potenzial". Visionär ist zum Beispiel die Idee, die Planie zu einer Fahrradstraße zu machen oder dass man Räder im Stadtbus mitnehmen darf, um wieder bequem ins Burgholz hoch zu kommen.

Wenn der Gemeinderat zustimmt, dann sollen 90 000 Euro in den Etat eingestellt werden, damit ein Masterplan erarbeitet werden kann, um klare Prioritäten zu setzen, was Jahr für Jahr konsequent umgesetzt werden soll. Auch eine zusätzliche Personalstelle bei der Verkehrsplanung ist angedacht.

Maßnahmen im Radverkehr: Ausblick 2015

Unter die Förderung des Radverkehrs in der Oststadt fällt auch ein Schutzstreifen in der Bismarckstraße/Planie. Der zu erneuernde und auch in Gegenrichtung befahrbare Radweg in der Konrad-Adenauer-Straße soll außerdem Warnschwellen bekommen, damit Autofahrer gewahr werden, dass Radler aus beiden Richtungen kommen können. Am Knoten Stuttgarter Straße/Am Heilbrunnen soll der Radweg ohne Schnörkel an der Verkehrsinsel vorbei in Richtung Innenstadt geführt werden. Ähnliches soll auch am Knoten Rommelsbacher Straße/Frankfurter Straße passieren. Schließlich soll an der Ecke Alteburgstraße/Peter-Rosegger-Straße der Radweg nicht hinter der Busbucht, sondern links daneben geführt werden. So werden Konflikte mit wartenden Busgästen vermieden.

 

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