Zimmertheater gewinnt Bleibtreu-Preis

Die vier Gewinner des Bleibtreu-Preises 2016 kommen aus Bonn, Münster, Stuttgart und – Tübingen. Das Zimmertheater siegte in der Kategorie zeitgenössisches Drama.

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Schlussbild bei den Hamburger Privattheatertagen mit Gästen wie Helen Schneider (sechste von rechts) und Gewinnern wie Zimmertheater-Intendant Axel Krauße (neunter von rechts).  Foto: 

Zwölf Produktionen standen bei den Privattheatertagen zur Wahl. Und vier gingen am Ende als Sieger hervor. Unter den Gewinnern ist auch das Zimmertheater Tübingen. Es wurde in der Kategorie Zeitgenössisches Drama ausgezeichnet – und zwar für das Stück „Auch Deutsche unter den Opfern“, ein Rechercheprojekt zum rechtsradikalen NSU von  Tugsal Mogul in der Regie von Sapir Heller.

Die weiteren Preise gingen an Bühnen in Münster, Stuttgart und Bonn (siehe unten). Das Zimmertheater war bereits 2014 und 2015 nominiert worden, jetzt im dritten Anlauf gelang der Preisgewinn.

Unter den Nominierten fanden sich dieses Jahr wieder so renommierte Häuser wie das Ballhaus Naunynstraße und das Theater am Kurfüstendamm Berlin. Aus der Region hier war in der Endauswahl der letzten Zwölf auch wieder das Theater Lindenhof Melchingen dabei, das bereits 2014 Preisträger war.  

Jetzt also, 2016, gewinnt das Zimmertheater Tübingen einen der vier Monica Bleibtreu Preise. Und für die traditionsreiche Kleinbühne in der Bursagasse ist dies eine weitere Bestätigung ihrer kontinuierlichen künstlerischen Arbeit, die seit 2013 von Intendant Axel Krauße und Vize Michael Hanisch geleitet wird. Gezeigt wurde die Tübinger Inszenierung übrigens an prominentem Ort: in den Hamburger Kammerspielen. „Ein beeindruckender, nachdenklich und wütend machender Abend“, postete ein Zuschauer dazu im Netz. Die Inszenierung der Regisseurin Sapir Heller war bereits auch beim Heidelberger Stückemarkt 2016 unter die drei Finalkandidaten für den „NachSpielPreis“ nominiert worden.

Unsere Kritikerin hatte über die Premiere im Januar 2016 geschrieben: „Regisseurin Sapir Heller hat den Text fürs  Zimmertheater noch einmal aktualisiert und mit  den drei Schauspielern auf bemerkenswerte und eigenwillige Weise inszeniert: Katrin Kaspar, Philipp Lind und Paul Schaeffer spielen dabei abwechselnd sich selbst oder an der Affäre beteiligte Figuren, schlüpfen in die Rolle als Mahner, Aufklärer, Ankläger. Geben sich betroffen oder ironisch, halten sich nicht zurück mit subjektiven Bewertungen.“

Am vergangenen Sonntag sind die bundesweiten Privattheatertage nun zu Ende gegangen. Dort vergab eine Jury nun zum fünften Mal den Monica Bleibtreu Preis in insgesamt vier Kategorien. Dieses Gremium bestand aus neun Fachleuten, darunter auch renommierte Autor(inn)en wie Ildikó von Kürthy und Oliver Bukowski. Eröffnet wurde das Festival vor zwei Wochen mit der Lindenhof-Produktion „Hans im Glück“ (wir berichteten).

Der Preis ist nach der 2009 verstorbenen Schauspielerin Monica Bleibtreu benannt – im Einverständnis mit deren Sohn Moritz Bleibtreu. Auch wenn die jährlich vergebenen vier Preise undotiert sind – sprich: nicht mit einem Geldbetrag verknüpft, sind sie doch von hoher Bedeutung für die ausgezeichneten Bühnen. Gefördert werden das Festival und der Preis „von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages“, wie es offiziell heißt.    

In der Sparte Komödie gewann das Wolfgang Borchert Theater, Münster, für seine Shakespeare-Inszenierung „Was ihr wollt“ in der Regie von Intendant Meinhard Zanger. In der Kategorie Moderner Klassiker wiederum siegte das Forum Theater, Stuttgart, ebenfalls für eine Shakespeare-Produktion: „Das Wintermärchen“, inszeniert von Dieter Nelle. Der Publikumspreis schließlich ging an das Junge Theater Bonn für „Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone“ nach dem Roman von Mark Haddon in der Regie von Lajos Wenzel.

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