Zelle betont Bildungsanspruch

Auf unseren Bericht über die Prüfung der Anerkennung als Träger freier Jugendhilfe durch den Kreis reagierten namentlich nicht genannte Vertreter der Galerie Zelle gestern mit einer umfangreichen Mitteilung.

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Sie wären "gern im Jugendhilfeausschuss eingeladen gewesen, um ihre Positionen zu vertreten", heißt es in dem Schreiben. Schon die Behauptung, die Zelle hätte als Folge der Gespräche mit dem Kreis im Februar "besonderes Augenmerk" auf den Drogenkonsum gelegt, "ist falsch". Vielmehr habe die Zelle "bereits vor geraumer Zeit auf das Phänomen Drogenkonsum reagiert". Seit vielen Jahren verhänge die Zelle Hausverweise für Dealer. "Wer dealt, fliegt raus wird ernst genommen und umgesetzt". Seit den bundesweiten Zwischenfällen mit Liquid Extasy, bekannt als K.o.-Tropfen, werden Besucher darauf hingewiesen, wie sie ein heimliches Untermischen in Getränke bemerken können. "Außerdem ist die Zelle seit jeher ein Ort, an dem Jugendliche über die negativen Folgen von Drogenkonsum - auch Alkohol - aufgeklärt werden."

Die Behauptung, der "Zoff mit der Stadt" sei ausgeräumt, "ist falsch". Es handele sich "dabei nicht um einen Zoff, sondern um ernstzunehmende Bestrebungen der Stadtverwaltung, die Zelle in ihren Aktivitäten einzuschränken. Das sehen wir als Angriff auf unsere Selbstverwaltung". Die Zelle-Leute haben nicht den Eindruck, dass die Auseinandersetzungen mit dem Vergleich zur Konzessionierung ein Ende habe: "Vielmehr sehen wir die Auseinandersetzung auf ein anderes Terrain verlegt, nämlich auf das des Bildungsauftrages."

Nach Zelle-Ansicht leiste das Jugendzentrum "allein durch den laufenden Betrieb einen nicht zu ersetzenden Beitrag, um junge Menschen zu Selbstbestimmung, Mitverantwortung und sozialem Engagement zu befähigen". Die Galerie Zelle versteht sich als "selbstverwaltetes Jugendzentrum/-forum, in dem Jugendliche und Heranwachsende die Möglichkeit haben, sich selbst und die Veranstaltungen sowie den Betrieb der Zelle zu organisieren". Elementares Ziel sei es, "durch selbstorganisierte, eigenverantwortliche Arbeit, basisdemokratische Entscheidungsstrukturen und emanzipatorische Grundsätze Jugendliche und Heranwachsende zur Selbstbestimmung zu befähigen und zu Mitverantwortung und sozialem Engagement anzuregen".

Weiterer Aspekt des Jugendbildungsanspruchs der Zelle sei "die Förderung der Jugendlichen zu einem politischen Bewusstsein. Dabei sollen neben dem eigentlichen Bewusstsein zur Notwendigkeit der Partizipation an der politischen Gestaltung unserer Gesellschaft auch emanzipatorische Werte und Menschenrechte vermittelt werden. Weil sich die Zelle als diskriminierungsarmer Raum versteht, leistet sie erfahrbare und gelebte Bildungsarbeit gegen Rechts".

Das Bildungsangebot nach außen und für Nicht-Mitglieder biete Vorträge und Workshops zu aktuellen und/oder kontrovers diskutierten gesellschaftlichen Themen mit aktiven Experten als Referenten für angemessene inhaltliche Qualität.

Angemerkt wird zudem, "dass im Grunde jede Begegnung, jede Diskussion, jeder Streit und jeder daraufhin gefundene Kompromiss in der Zelle ein Stück Jugendbildung ist. Denn durch die hierarchiefreien Strukturen sind die Menschen dort gezwungen, sich selbst mit ihren Problemen auseinander zu setzen, gemeinsam Lösungen zu finden und so aneinander zu wachsen".

Pädagogisches Fachpersonal habe die Zelle nicht eingestellt, dies sei "irrelevant und schlichtweg nicht Voraussetzung für den Status als Träger außerschulischer Jugendbildung". Das Kreisjugendamt fordere "eine ausreichende Anzahl geeigneter Jugendgruppenleiter und geeigneter Mitarbeiter". Diese seien vorhanden, geschult durch mehrmonatige, intensive Einarbeitung. Für die Einstellung pädagogischen Fachpersonals bräuchte es "einen gehörigen finanziellen Zuschuss", sie sei daher, "auch den Auseinandersetzungen mit der Stadt geschuldet, derzeit nicht Thema", so die Zelle-Leute.

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