Zeitsprünge, Bildertanz, Lichterglanz

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Auch in diesem Jahr setzt die Reutlinger Kulturnacht wieder auf stimmige Beleuchtung.  Foto: 

Gegenwart trifft auf Vergangenheit, wenn am kommenden Wochenende die Reutlinger Kulturnacht zum sechsten Mal über die Bühne geht. DJs aus den 70er-Jahren bringen ihre Plattenspieler wieder in Gang, um im Hades aufzulegen, in der einstigen Färberei 4 rocken junge Bands die Bühne und im Spitalhof entführt der Reutlinger Zeitsprung in die Zeit zwischen D-Mark und Mondlandung. „Unser Programm besteht aus lauter Highlights“, betont Edith Koschwitz, Geschäftsführerin des Netzwerkes Kultur Reutlingen. Darum falle es schwer, einiges herauszugreifen, denn im Grunde würden sich jeder der 190 Punkte eignen, ihn dezidiert vorzustellen.

Fotoschau und Interview

Dennoch gibt es da mit dem Thema der Zeitreisen und der Location am Wendler-Areal Dinge, die sich  lohnen, dass man besonders auf sie hinweist. Im Spitalhofsaal bietet der Journalist Raimund Vollmer einen Bildertanz mit Fotos, Filmen und Musik von der Nachkriegszeit bis in die 1960er. Geboten wird eine Show mit Bild und Film aus Stadt und Region, passend dazu gibt es Livemusik mit Swíng, Schlager und Rock. Gezeigt wird auch ein Interview mit Wolfgang Kohla, der die Kaiserhalle über Jahrzehnte betrieben hat. „Er erzählt unter anderem, wie er daran gehindert wurde, Lehrer zu werden“, verrät Volllmer, und wie Kohla stattdessen am Tresen der Kaiserhalle „pädagogisch“ tätig wurde.

Entstanden ist ein Film mit einem Zeitzeugen, in dem lokale und nationale Geschichte lebendig werden. Ebenfalls ein Teil der Reutlinger Geschichte, oder genauer gesagt der einstigen Jugendkultur, wird im Hades erlebbar. Dort findet ein Treffen der einstigen Reutlinger DJs statt. Ralf Knödler, alias DJ Dirndl, hat unter dem Titel „Pupil 17“ Kulturgeschichte aus Zeiten des Tanzcenter Crome, der Zelle, von Hades, Bastille und Black Mustang zusammengestellt. Es wird eng werden in der Jugendkneipe, da sind sich die Organisatoren schon im Vorfeld einig, wenn dieser Jugendkult der 70er Jahre in die Gegenwart reist. Und das stilecht mit Plattenspielern und  LPs.

Färberei öffnet für zwei Abende

Auch die Zeiten der Färberei 4 werden wieder zum Leben erweckt: Das Wendler-Areal ist einer der Hotspots der Kulturnacht.  An zwei Tagen werden in der früheren Disko Bühnen aufgebaut, auf denen etliche Bands spielen, an den anderen Locations im Areal wird ebenfalls einiges geboten. Denn in der ganzen Stadt wird die Vielfalt des kulturellen Lebens zu spüren sein.

Von der Klassik in der Philharmonie über die Kultur vom Rande im franz K. bis zu Kabarett oder Singer/Songwritern in kleineren Kneipen. In der Tanzhalle hingegen können sich Tanzwillige den ganzen Abend amüsieren „Wir nehmen wieder die riesige Herausforderung an, die Kultur in Reutlingen voranzubringen und in den Straßen der Stadt spürbar zu machen,“ betont Gerhard Loew, Vorsitzender vom Verein Netzwerk Kultur Reutlingen.

Neu ist in diesem Jahr, dass bereits am Vorabend der Kulturnacht gemeinsam mit dem Handel ein Programm angeboten wird. 16 Geschäfte in der Innenstadt beteiligen sich daran, auch in vielen Locations ist an diesem Abend bereits was los, mit Livemusik, Kabarett oder DJs.

Die Stadtmitte ist übrigens zur Kulturnacht wieder bunt illuminiert. Mit rund 10 000 Besuchern rechnen die Veranstalter, so manche kommen nur, um durch die Stadt zu flanieren und die besondere  Atmosphäre aufzusaugen. Und noch eine Neuerung gibt es, um vor allem dem jungen Publikum die Kultur nahe zu bringen: Wer nur ins Wendler-Areal will, um die jüngeren Bands zu hören, kann dort verbilligte Eintrittsbändel kaufen. Wobei man auch bei den Tickets für alles auf moderate Preise geachtet hat, betont Loew. Alles ist jedoch für keinen machbar ist, dafür ist das Angebot einfach zu umfangreich.

Musik, Theater, Comedy und Lichtkunst: Das hat die Reutlinger Kulturnacht auch in ihrer sechsten Auflage zu bieten.   Bereits am 22. September startet man am Vorabend der eigentlichen Kulturnacht mit „Handel trifft Kultur“, mit Bands, Party und einem verkaufsoffenen Abend stimmen die Einzelhändler auf das Event ein.
Am 23. September geht es dann um 18 Uhr mit einem „Opening“ auf dem  Marktplatz los, bis zum frühen Morgen geht dann an einigen Stationen das Programm, das insgesamt 67 Stationen mit vielen Programmpunkten umfasst. Es gibt einen „Tourplan“ in gedruckter Ausgabe, auf der alle vier Touren aufgeführt sind, natürlich kann sich jeder Besucher individuell seinen Plan zusammenstellen.
Die Touren sind örtlich zusammengefasst, die erste hat den Marktplatz als Ausgangspunkt, die zweite startet in der Oberen Wilhelmstraße, die dritte am Burgplatz mit dem Hotspot Wendler-Areal und die vierte führt von der Unteren Wilhelmstraße zu „Unter den Linden“.
Mehr Infos zu den Stationen, dem Vorverkauf und dem Programm gibt es auf www.reutlinger-kulturnacht.de

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