Zauberhaftes Theater

"Der Zauberer von Oz" unterhielt und begeisterte am Samstagabend in der vollen HAP-Grieshaber-Halle rund 300 Besucher über zweieinhalb Stunden lang - und das auch noch für einen guten Zweck.

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Dorothy und ihre Begleiter zieht es in die Smaragdstadt zum Zauberer von Oz: Damit beginnt allerdings auch ein großes Abenteuer für die Protagonisten.  Foto: 

Gleich zwei Aufführungen machte das 40-köpfige Ensemble im Alter von fünf bis 75 Jahren zur erfolgreichen Benefizveranstaltung. Der Erlös soll dem Förderkreis Hospiz Veronika in Eningen zugute kommen. "Ein riesiger Aufwand", wie die Eninger Chef-Choreografin Adelinde Bohn gerne zugibt. "So ein Projekt schluckt Zeit. Viel Zeit, die sich jeder im Team nehmen muss, egal woher er zur Probe gefahren kommt."

Gut ein halbes Jahr coachte sie die Darsteller in Sachen Tanz, Gesang und Theater. Damit schon zum dritten Mal packte die Gesangs- und Tanzlehrerin ein großes Theatergroßprojekt in Eningen für einen guten Zweck an. "Ich bin total platt", gesteht die 50-Jährige in der Pause, ebenso verblüfft wie stolz ob der großartigen Leistung auf der Bühne. Dass "so viele Rampensäue" auf der Bühne stehen, hätte sie nach der "recht chaotischen Hauptprobe" nicht erwartet, wie sie sagt. "Einfach ein tolles Ensemble", unterstreicht sie lobend. "Leider ist es dieses Mal auch ein teures Projekt geworden."

Die teils aufwendigen, vom Theater geliehenen wie gekauften Requisiten und Kostüme, außerdem die Ton- und Lichttechnik für die Bühne, haben viel Geld verschlungen. "Das muss von den Einnahmen abgezogen werden, der Rest samt den Spenden kommt dem Förderverein zugute."

Letzterer solle dann selbst entscheiden, was damit angeschafft oder getan werden soll. Eines weiß die im Eninger Seniorenzentrum beschäftigte Bohn sehr genau: "Im Hospiz wird hervorragende Arbeit gemacht."

Die bekannte Geschichte, im 19. Jahrhundert vom amerikanischen Schriftsteller Lyman Frank Baum veröffentlicht, hat Bohn teils durch eigene Texte aufs Ensemble zeitgemäß angepasst, auch manche Passagen fürs Theaterspiel verändert.

Eine Menge einzustudieren hatte nicht nur die 16-jährige Hauptdarstellerin Dorothy (Maxi Frey), die mit Können, Leidenschaft und Talent auf der Bühne brillierte. Ihre Passion einmal zum Beruf zu machen ist der Wunsch der jungen List-Gymnasiastin, verrät Bohn. Das Stück, das im öden, langweiligen Kansas (USA) auf einer Farm beginnt, gewinnt schnell an Tempo, wird bunt, erlebnis- und auch magiereich.

Umherschwingende Affen, zauberhafte Zwerge, sprechende Vogelscheuchen und Apfelbäume, Mohnwiesen, die Tiefschlaf besorgen und eine smaragdgrüne Stadt nehmen die Besucher mit ins fantasievolle "Zauberland Oz".

Davon ist Dorothy mit Hund Toto im Nu begeistert. Auf dem Weg findet sie Freunde und Weggefährten. Die Vogelscheuche (Julia Fitze), die lieber Verstand als Stroh im Hirn hätte, den Zinnmann, der (s)ein echtes Herz vermisst (Boris Krasovc) und den ängstlich-tapsigen Löwen (Verena Schmid).

Der Weg zum vermeintlichen Zauberer der Smaragdstadt ist weit, tückisch und die Westhexe (Ingrid Frey), die ihr nach dem Leben trachtet, böse. Das große Abenteuer beginnt. Dass es keinen schöneren Ort als das eigene Zuhause gibt, versteht Dorothy ruckzuck. Dorthin will sie schnell zurück, koste es, was es wolle.

Der Applaus des Publikums zum rundum gelungenen Schauspiel mit glänzenden Leistungen in Sachen Gesang war am Samstagabend auf jeden Fall riesig.

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