Wunsch nach Café oder Gastronomie am Marktplatz

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Die Belebung des Marktplatzes ist ein großer Wunsch bei Stadtverwaltung und Stadträten. Jetzt wird diesbezüglich ein neuer Vorstoß unternommen: Das Erdgeschoss des von der Stadt angemieteten Gebäudes Marktplatz 9, gleich neben dem Modehaus Zinser an der Ecke zur Kanzleistraße, soll einer neuen Nutzung zugeführt werden. Möglichst ein Café oder ein Gastronomiebetrieb, die auch bis in die späten Abendstunden hinein geöffnet haben, sollen in das ehemalige Bankgebäude ziehen. Die Nutzungsvarianten sind noch völlig offen, sowohl ein als auch zwei Mieter könnten einziehen. Die Ausschreibung soll jetzt erfolgen, die Stadt denkt an 25 Euro Miete pro Quadratmeter. Ein Preis, den auch RT aktiv und die Reutlinger Gastro-Initiative als angemessen bewerten.

Im Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss hegte Jürgen Fuchs (FWV) Zweifel am Konzept und stimmte, genauso wie sein Fraktionskollege, dagegen. Die Stadt  habe das Gebäude für Verwaltungszwecke angemietet und dieser Zweck solle im gesamten Gebäude so bleiben. Fuchs befürchtet, dass zwangsläufig eine Subventionierung des Gewerbes erfolgen müsse, schließlich könne man die ganzen Umbaukosten nicht auf den Mietpreis umlegen. „Da müsste man ja 37 Euro verlangen und das bezahlt niemand“, sinnierte Fuchs. „Also werden wir über kurz oder lang subventionieren und es ist nicht städtische Aufgabe, Gewerbe zu bezuschussen.“

Ein Einwand, den seine Ratskollegen nicht nachvollziehen konnten. Helmut Treutlein (SPD) sagte, eine lebendige Innenstadt müsse das Ziel sein. Da der Eigentümer eine Aufwertung seines Gebäudes bekomme, sei dieser ja möglicherweise bereit, sich an den Umbaukosten zu beteiligen. So äußerte sich auch sein Fraktionskollege Ramazan Selcuk. „Wir haben jetzt die Chance, die Innenstadt zu beleben.“  Auch Gabriele Gaiser (CDU) sieht die Chance, an dieser exponierten Lage ein Café oder Lokal zu eröffnen. Das wünsche sich auch der Reutlinger Einzelhandel. Gabriele Janz (Grüne) sagte, in anderen Städten sei oft „ein Café am anderen in der Innenstadt und die machen auch ihr Geschäft“.

Die Grundsanierung im Erdgeschoss wird die Stadt 93 000 Euro kosten. Weitere bis zu 290 000 Euro könnten je nach späterer Nutzung hinzukommen. Die Option, dass sich der spätere Mieter an den Umbaukosten beteiligt, bleibt ebenfalls offen. Baubürgermeisterin Ulrike Hotz betonte, dass alle Möglichkeiten vorhanden seien. „Jetzt schreiben wir aus und schauen, wer sich bewirbt.“ Möglicherweise ergäbe sich diesbezüglich auch eine Lösung für den Kiosk und den Eisverkauf auf dem Marktplatz, die beide im Zuge der Neugestaltung des Marktplatzes weichen sollen. Interessenten gibt es offensichtlich bereits jetzt. So hätten bereits im Vorfeld verschiedene Gastronomen angefragt, aber auch der Eine-Welt-Verein, das Netzwerk Kultur und Fridi Unverpackt, ein Unternehmen, das unverpackte Lebensmittel verkauft.

Das erste Obergeschoss am Marktplatz 9 muss ebenfalls umgebaut werden, damit ein Teil der Verwaltung dort einziehen kann. Die Kosten belaufen sich auf 75 000 Euro. 

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