Wiederhören mit "Carmina burana"

Unter Christian Bonath geht es mit capella vocalis weiter aufwärts. Eine neue CD mit Welterstaufnahmen ist in Arbeit. Und aktuell: Am Sonntag, 8. März, führt der Chor mit 120 Sängern "Carmina burana" auf.

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Der Leiter der capella vocalis, Christian Bonath.

Woran liegt's, dass Carl Orffs "Carmina burana" nach wie vor so populär sind - beliebter als die meisten anderen Chorwerke der frühen Moderne? Mit Sicherheit spielt heute beim rock-pop-geschulten Publikum die zündende Rhythmik eine große Rolle. Dann die deftige Theatralik: Allein der Klagegesang des gebratenen Schwans ist jedesmal ein Heiterkeitserfolg. Nicht zuletzt sind die "Carmina burana" ("Lieder aus Benediktbeuren") deshalb so beliebt, weil sie durchaus auch im Möglichkeitsbereich von Schüler- und Laien-Ensembles angesiedelt sind.

Der Reutlinger Knabenchor capella vocalis durchläuft unter Christian Bonath derzeit einen allumfassenden Prozess der Professionalisierung. Die Capellani, wie sie sich selbst gern kürzeln, werden früh von Profi-Stimmbildnern ausgebildet. Die Knaben und jungen Männer der verschiedenen capella-Chöre treten längst auch als Solisten bei Aufführungen in Erscheinung. Stimmpädagogisch leistet das Team unter Bonath hier beispielhafte Arbeit.

Derweil zählt die capella vocalis, die ja mit Reutlingen und Besigheim zwei Standorte unterhält, mittlerweile zu den besten Knabenchören bundesweit. Auftritte in den wohl berühmtesten Kirchen der Chorgeschichte - am 16. Oktober in der Leipziger Thomaskirche und am 17. Oktober in der Dresdner Kreuzkirche - belegen dieses Renommee. Bereits im Juli kommt der bekannte Trondheimer Knabenchor unter Björn Moe nach Reutlingen. Und im nächsten Jahr stehen wieder Konzertreisen an - als Ziele sind Singapur oder Südamerika im Gespräch. Zudem kooperiert die capella mit Schulen, hier etwa mit der St. Wolfgangsschule, rund 50 Kinder wirken da mit. Über die Aktivitäten der capella, auch einen parallelen, separaten Mädchenchor aufzubauen, haben wir bereits berichtet. Erste Kurse laufen, weitere folgen.

"Singe Seele", so heißt die neue CD der capella vocalis, sie ist jetzt Mitte Februar in der Münsinger Martinskirche eingespielt worden. Produziert wird die Scheibe vom reputierten Ludwigsburger Tonstudio Bauer, sie soll nach Ostern erscheinen und etliche Welt-Ersteinspielungen enthalten.

Im Mittelpunkt stehen geistliche Gesänge op. 42 des Thomaskantors und Mendelssohn-Zeitgenossen Moritz Hauptmann, Werke von Schütz, Hammerschmidt, diversen Mitgliedern der Bach-Familie sowie "Deutsche Arien" von Händel - gesungen von dem Knabensolisten Jan Jerlitschka.

Auch das Jahresprogramm liegt inzwischen vor. Und nach dem Erfolg mit "Carmina burana" 2014 in der Dettinger Schillerhalle gibt es jetzt in der Reihe "Reutlingen vokal" ein Wiederhören mit Orffs Chorwerk - die capella vocalis führt es mit rund 120 Sängern am Sonntag, 8. März, 17 Uhr, in der Stadthalle Reutlingen auf. Es spielt die Württembergische Philharmonie.

Die Solisten sind handverlesen: Sopranistin Susan Eitrich (Pe·alosa-Ensemble), der international gefragte spanische Tenor Joaquin Asiain (ein "Tenore di grazia", Spezialist für außergewöhnlich hohe Töne) und Bariton Thomas Berau vom Nationaltheater Mannheim. Die Leitung hat Christian Bonath.

Info Karten: Telefon: (07121) 82012-26.

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