Wieder nichts mit Sieg

Traditionell haben am "Schmotziga Doschdig" die Narren die noch bis Faschingsdienstag andauernde Regentschaft übernommen und Rathaus und Landratsamt, trotz energischer Gegenwehr, gestürmt.

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  • Ins Landratsamt zu kommen war für die Narren gestern nicht allzu schwer. Nur der Schlüssel - an den kamen sie nicht so schnell. 1/2
    Ins Landratsamt zu kommen war für die Narren gestern nicht allzu schwer. Nur der Schlüssel - an den kamen sie nicht so schnell. Foto: 
  • Wie Kirk auf der Enterprise: "Captain" Alexander Kreher musste am Ende dem Reutlinger Prinzenpaar den goldenen Rathaus-Schlüssel geben. 2/2
    Wie Kirk auf der Enterprise: "Captain" Alexander Kreher musste am Ende dem Reutlinger Prinzenpaar den goldenen Rathaus-Schlüssel geben. Foto: 
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Die "Flottenadmiralin" des Raumschiffs "EnterReut", Barbara Bosch, war nicht an Bord, sie hatte die Befehlsgewalt an ihren "Captain" Alexander Kreher übergeben. Und der hatte sich mit der gesamten Besatzung in weißen Raumanzügen viel vorgenommen, um die "Narrenkolonie" im "Alpha-Quadranten" mit ihrem Prinzenpaar in die Flucht zu schlagen. An der Rathaus-Freitreppe ließ Kreher, der außerhalb der Narretei für die städtischen Finanzen zuständig ist, seine stattliche Mann- und Frauschaft versammeln und rief dem johlenden Narrenvolk zu, es möge sich gefälligst von dannen scheren, "jetzt ist Schicht im Schacht". Der Männerverein samt Schandele, Tanzgarden und - erstmals - einer Pfälzer Guggenmusik aus Zaisenhausen mögen sich in die nächste Galaxie beamen, sie hätten hier nichts verloren. Aber weder Hohn und Spott, noch Drohungen konnte die Fasnets-Jecken schrecken. Sie stürmten die Freitreppe am Rathaus hoch und nötigten den "Captain" zur Herausgabe des Rathaus-Schlüssels. Wieder war es nichts mit dem erhofften Sieg, den sich "Kommunikationsoffizierin Lieutenant Uhura" - den Namen gab sich Cordula Walleit von der Pressestelle der Stadt - so sehr gewünscht hatte. Bis Dienstag haben nun die Narren das Sagen.

Ein paar Hundert Meter weiter war der närrische Überfall auf das Landratsamt ebenfalls von Erfolg gekrönt. Doch bevor die Hästräger, Musiker und Jecken den begehrten Schlüssel in Händen hielten, mussten sie sich nicht nur einer resoluten und renitenten Verwaltungsmannschaft, allen voran Landrat Thomas Reumann, stellen. Vor allem die Mautstelle verwehrte zunächst den Aufgang in den Großen Sitzungssaal. Oben angekommen und durch die Kontrollen gewitscht, konnten sich die Narren noch lange nicht ausruhen, mussten sie doch eine Reihe von Aufgaben abackern, die es teils in sich hatten.

Vertreter der Gruppen aus Sonnenbühl, Oberstetten, Kohlstetten, St. Johann, Pfronstetten und Lichtenstein mussten sich deshalb erst mal durchs Fragengewirr arbeiten, um die närrische Maut nicht berappen zu müssen. "Wie viele Schlepper gibt es im Landkreis?", fragte Reumann dementsprechend in die Runde und ließ manchen Narr ordentlich ratlos dreinschauen. Wobei es die richtige Lösung von 11 000 Stück auch nur mit ganz viel Hilfe vom Landrat selbst gab.

Um sich ein Pickerl zu verdienen, um mautfrei durch die närrischen Tage und über die kreiseigenen Straßen zu kommen, war neben Köpfchen außerdem auch noch Muskelkraft gefragt. Und da galt es, innerhalb von 45 Sekunden einen Fahrradreifen ordentlich aufzupumpen. Kraftraubend, aber letztlich lohnend, ging's doch um die Hoheit übers Landratsamt.

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