Wieder Kraft schöpfen in der Natur

Zum dritten Male gabs die Wanderung für Frauen nach einer Krebserkrankung in Kooperation von Alpenverein und Brustzentrum. Das Ziel blieb gleich: Kraft schöpfen in der Natur und in den Bergen.

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Im Verwall: Die beflügelnde Energie der Gruppe im Fokus auf das Ziel genutzt. Foto: Privat

Im Vorfeld trainierte die Gruppe bei leichteren Wanderungen auf der Alb und startete dann für drei Tage auf die Kaltenberghütte im Verwall (Arlberg). Unter der versierten Leitung von Dr. Martina Negwer, Dorothee Stengel und Ute Bauer machten sich zwölf Frauen nach der kraftzehrenden Krebsbehandlung auf einen nicht minder kraftzehrenden Weg.

Zur Mittagszeit begann der Aufstieg von St. Christoph über den Paul-Bantlin-Weg. Das Wetter war gut, die Stimmung hervorragend. Endlich wurde die lange Vorfreude auf das Gemeinschaftserlebnis eingelöst. Jetzt galt es, die beflügelnde Energie der Gruppe im Fokus auf das Ziel zu nutzen. Schon bald musste die Gruppe die ersten Schneefelder queren, dazu immer wieder Geröllhalden und Schmelzwasserbäche. Beim Gehen bewährte sich schon bald der Rat der Leiterinnen, auf das eigene Tempo zu achten, gleichmäßige kleine Schritte zu machen und sich nicht zu verausgaben. Bei Pausen wurde die traumhafte Aussicht genossen. Genussvoll ließ sich die Gruppe die Sonne auf den Pelz brennen. Zwei Fachfrauen für die Alpenflora erklärten Namen und Bedeutung zunächst unscheinbar wirkender Blümchen wie der Gämsenkresse. Schon bald weitete sich der Blick für die Vielfalt der Blumenpracht im erwachenden Bergfrühling. Besonders beeindruckte das zart violette Alpenglöckchen, das sich wie das Schneeglöckchen durch die Schneedecke kämpft und den Frühling einläutet.

Nach knapp vier Stunden war die Kraft bei einigen Wanderfrauen fast aufgebraucht und wurden von den Wanderleiterinnen auf ihren letzten Metern motiviert. Die anderen gingen zielstrebig voran, angetrieben von der Aussicht auf den legendären Marillenstrudel des Hüttenwirts. Am Ziel angekommen, ließ das leckere Drei-Gänge-Menü und die Anstrengungen vergessen.

Der zweite Tag begann mit einer Einheit erquickender Yoga-Übungen im Freien. Das Tourenangebot für den zweiten Tag beschränkte sich wegen der vielen Schneefelder auf die leichtere Wanderung über die Maroiköpfe. Aber auch diese Tour hatte es noch in sich. Immer wieder Schneefelder und steile Anstiege forderten Körper und Psyche aller Beteiligten heraus. Belohnt wurden die Strapazen mit der Gipfelerfahrung und Begegnungen mit Murmeltieren, Gämsen, Bergmolchen und Fröschen.

Am Tag des Abschieds wurden die Erfahrungen gemeinsam reflektiert. Wirkungsvoll bleibt die großartige Natur der Bergwelt, welche Ehrfurcht und Bewunderung, aber auch Angst auslösen kann. Bedeutsam wurde die Kraft der Gemeinschaft erlebt, die es ermöglicht, auch das scheinbar Unüberwindbare zu schaffen, wo Stolz auf gemeisterte Situationen, wo die Dankbarkeit für das Leben und wo nicht zuletzt der Spaß in der Gruppe ihren Platz haben.

Auch die Rückkehr in den Alltag trug seine Symbolik in sich: Sommerhitze beim Abstieg, auf dem Arlbergpass dröhnten Motoradgeräusche und vertrieben die Stille der Berge endgültig. Die Rückfahrt im Bus wurde von Sturm und Hagel begleitet. Bis Reutlingen blickte die Gruppe in gewaltige Blitze am Gewitterhimmel. Es war, wie wenn die Natur noch einmal ihre Macht demonstrieren wollte.

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