Wie im Musiksaal des Adels

In zauberhaftem Ambiente fand das 7. Sommerkonzert der "Schwäbische Alb Musikanten" aus Großengstingen auf Schloss Lichtenstein statt.

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Überzeugten beim Sommerkonzert: "Schwäbische Alb Musikanten".  Foto: 

Musik und Kulisse verbanden sich zu einem Sommernachtstraum, der begeisterte. Wolkenloser Himmel, strahlende Abendsonne, ein pittoresker Schlosshof samt märchenhaftem Schloss und eine traumhafte Fernsicht: Die Romantik der Lokalität glich fast einem Bühnenbild. So erwarteten die launig gestimmten Zuhörer im bestuhlten Schlossgarten die Hauptakteure des Abends in Form der "Schwäbische Alb Musikanten", die mit dem Schloss im Hintergrund eine imposante Dekoration frei Haus bekamen.

Auch diese zeigten sich begeistert vom romantischen Umfeld: "Der intime Rahmen erinnert fast an die Musiksäle bei den Veranstaltungen des Adels", meinte Musiker Hans Brandhofer, der charmant durch den Abend führte. Ein umfang- und abwechslungsreiches Programm hatten die Musiker unter Leitung von Rainer Geiselhart vorbereitet und trugen dieses Open Air so souverän vor, als wäre dies ihr täglicher Veranstaltungsraum. Die Aktiven und ihr musikalischer Leiter haben ein Händchen dafür, die Musikliteratur auf den Klangkörper der Kapelle abzustimmen und zeigten daher eine wunderbare Balance zwischen den Registern und im Gesamtklang. Zugleich verfügt die Kapelle über zahlreiche Musiker, die nicht nur an den Instrumenten mit Solopassagen glänzen, sondern sich auch als Gesangssolisten einbringen und damit weitere klangliche Nuancen eröffnen.

So erlebten die Zuhörer ein Konzert, dessen Repertoire sich über Swing, Filmmelodien und Popballaden bis hin zu Marsch, Walzer und Polka bewegte und bestens unterhielt. Die Kapelle überzeugte durchweg durch harmonisches und präzises Zusammenspiel, dynamische Ausdrucksfähigkeit und hörbare Spielfreude. Das engagierte Dirigat von Geiselhart wurde sauber umgesetzt und brachte so alle musikalischen Feinheiten und Charaktere bestens zur Geltung. Mit dem fein ausgehorchten Konzertmarsch "Salemonia" begrüßte die Kapelle und nahm dann mit über den "Großen Teich". Stimmungsvoll interpretierten sie in "Simon and Garfunkel" ein Hitpotpourri der beiden epochenprägenden Ausnahmemusiker und ließen mit "Matriomy" Swing von Gilbert OSullivan folgen, der auch durch die Soli des Posaunenregisters in die Beine fuhr.

Eingängigen Bigbandsound gab es bei "Free and Happy - The Sound of Bert Kämpfert" auf die Ohren, romantisch kam die Kraft der Liebe in bewegenden Beiträgen wie "The Rose" mit Sängerin Ilena Geiselhart und "The Power of Love" mit den Trompetensolisten Manfred Gauch und Karl Stockmaier zur Geltung - anrührende Werke, die zum Träumen und Seele baumeln lassen einluden.

Bei dem deutschen Schlager "Wenn du musikalisch bist" begeisterte Sängerin Anna Brandhofer mit starker Stimme und "Comedian Harmonists in Concert" erinnerte an die Vokalgesangstars, deren Titel bis heute nicht an Strahlkraft verloren haben. In der Pause genossen die Gäste bei stilvoller Bewirtung durch Schlossverwalterfamilie Etter die traumhafte Fernsicht und das Ambiente. Der zweite Konzertteil war geprägt von stimmungs- und schwungvoller böhmischer Blasmusik in all ihren Facetten, welche das Publikum durch Akkuratesse im Vortrag und die Klangfülle der Beiträge ebenso mitriss. Der "1809er Marsch" gedachte den Schlachten von Andreas Hofer am Berg Isel, bei "Wir Musikanten" gefielen Anna und Hans Brandhofer als Gesangduo. Schmissig und temporeich kamen "Amselpolka" und "Amselbrüder" daher, die besondere Rhythmik der böhmischen Blasmusik kam in Werken wie "Von Freund zu Freund" und dem gemütlichen "Kannst du Knödel kochen" zu Gehör.

Nach weiteren Vorträgen war dann - wie zum Ende des ersten Programmteils - das Publikum am Zug: Vor der Pause trug dieses zum Kapellensound stimmkräftig das "Württemberger Lied" vor und sang nun zu Konzertende die Weise, die vor allem Fußballfans derzeit gerne und mit Herzblut ertönen lassen: Unsere Hymne - "Das Lied der Deutschen".

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