Wie Facebook zum Anfassen

Die ekz-Gruppe mit Hauptsitz Reutlingen ist im vergangenen Jahr moderat gewachsen. Sie erzielte 2014 einen konsolidierten Umsatz von 54,5 Mio. Euro - ein Plus von 1,5 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr.

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ekz-Geschäftsführer Dr. Jörg Meyer (links) und Alexander Mitrowann, Bibliothekarischer Direktor der ekz, stellen die selbst entwickelte Produktneuheit eCircle vor.  Foto: 

Rund 217 Millionen Besuche im vergangenen Jahr führen einem klar vor Augen, dass Bibliotheken gerade auch im digitalen Zeitalter ein zentraler Umschlagplatz für analoge und digitale Informationen sowie einer der beliebtesten nicht-kommerziellen Aufenthaltsorte für die Bürger sind. Doch diese Position werden sie nur halten können, wenn sie sich für Neuerungen öffnen. Und wenn sie auf gesellschaftliche Veränderungen udn Entwicklugen mit passenden Angeboten reagieren.

Hier kommt der ekz-Gruppe als "führendem Bibliothekseinrichter und Komplettanbieter im deutschsprachigen Raum" eine wichtige Rolle zu. Ihr Selbstverständnis dabei ist, Bibliotheken "mit bewährten Produkten und Services, aber vor allem auch mit zukunftsfähigen Eigenentwicklungen bei den großen Herausforderungen der Gegenwart wie Bildung und sozialer Vernetzung zu unterstützen", wie das Unternehmen erklärt.

Ein Beispiel hierfür ist der eCircle, eine "Eigenentwicklung", bei der "wir konsequent das Know-how der gesamten ekz-Gruppe eingebracht haben, um ein einzigartiges Produkt zu schaffen", unterstreicht Geschäftsführer Dr. Jörg Meyer. Die Neuentwicklung mache digitale Medien im Regal sichtbar. Es handle sich um ein interaktives Kiosksystem für die Onleihe der ekz-Tochter divibib direkt in der Bibliothek, das sich für alle Bibliotheksgrößen eigne. In der Stadtbibliothek Köln steht seit Juni der erste eCircle, der auch rege genutzt werde. Die ersten Reaktionen seien positiv, sagt Meyer.

Ein anderes Beispiel ist die "OpenLibrary", entwickelt durch das ekz-Tochter Easy-Check, mit der Bibliotheken auf veränderte Nutzungsgewohnheiten mit erweiterten Öffnungszeiten reagieren können. Die "OpenLibrary" ermöglicht es, Bibliotheken auch ohne Personal selbstständig zu nutzen. Die Bücherhalle Hamburg-Finkenwerder setzt diesen Service im einem bundesweiten Modellversuch seit Dezember 2014 erfolgreich ein. Die Hansestadt will den Service auf weitere Bibliotheken ausbauen.

"Überall dort, wo attraktive Einrichtungen und Angebote geschaffen werden, steigen Besucher- und Nutzerzahlen an", sagt Andreas Mittrowann, Bibliothekarischer Direktor. So entwickelten sich Bibliotheken zu beliebten Treffs für Menschen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen Alters, trügen zum Dialog zwischen den einzelnen Gruppen bei und würden zu Stätten des interkulturellen Austauschs: "Sie sind wie ein Facebook zum Anfassen und gleichzeitig ein öffentliches Wohnzimmer."

Auch hält der Trend zu e-Books, e-Papers und e-Audios an, das Geschäft mit digitalen Inhalten steuert zwischenzeitlich, wie Meyer sagte, zwischen 13 und 14 Prozent zum Umsatz der Gruppe bei - 2013 waren es noch zehn Prozent gewesen. Mit steigender Tendenz. Allein in den ersten sechs Monaten 2015 gab es ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Inzwischen nutzen 2450 öffentliche Bibliotheken die von der divibib GmbH offerierten Portale für die Onleihe - die Nutzung digitaler Medien.

Gerade durch die Verknüpfung digitaler und physischer Medien etablierten sich Bibliotheken zunehmend auch als gefragte Lernzentren für Schüler, Studierende und Weiterbildungswillige. Beispiele aus der Region sind das Studienkabinett in der Reutlinger Stadtbibliothek und die Zweigstelle Orschel-Hagen, die Bibliothek des Johannes-Kepler-Gymnasiums Reutlingen, die Gomaringer Gemeindebibliothek in der Schloss-Scheuer oder auch die Mediothek in der Wilhelm-Hauff-Realschule Pfullingen.

Die in der ekz-Gruppe vereinten Unternehmen haben 2014 mit insgesamt 289 Beschäftigten (davon 243 in der ekz.bibliotheksservice GmbH) einen Gesamtumsatz von rund 54,5 Mio. Euro erwirtschaftet - das sind 2,8 Prozent mehr als im Vorjahr (53 Mio. Euro). Rund 85 Prozent des Umsatzes stammen aus Deutschland und dem deutschsprachigen Ausland. Die Nettoumsatzrendite fiel mit 3,7 (Vorjahr: 5,5 Prozent) etwas schwächer als geplant aus, die Eigenkapitalquote liegt bei beachtlichen 46 (2013; 44,5) Prozent. Für 2015 erwartet Meyer ein leichtes Wachstum im Bereich von zwei bis drei Prozent. Den größten Anteil am Umsatz steuerte 2014 die ekz.bibliotheksservice GmbH als Komplettanbieter für Bibliotheken mit rund 44,2 (2013: 44) Mio. Euro bei. "Die ekz und ihre Tochterunternehmen divibib, Easy-Check und Noris haben dabei die Synergieeffekte der Unternehmensgruppe positiv genutzt", unterstreicht Meyer.

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