Widerstand fruchtet nicht

Die Anlieger haben bis zuletzt auf die Wende gehofft. Doch jetzt beschloss der Gemeinderat mit Mehrheit den Bebauungsplan Mozart-/Heinestraße.

|

Die drei maroden Mehrfamilienhäuser aus den 50er Jahren sind längst weggeräumt, mussten Platz machen für eine geplante Neubebauung durch die GWG. Auf einer gemeinsamen Tiefgarage mit 25 Stellplätzen sollen hier drei Häuser für je sechs Parteien entstehen mit zwei Voll- und einem zurückgesetzten Staffelgeschoss mit Flachdach.

Gegen diese Planung hatten sechs Anwohnerparteien Einspruch erhoben. Die neuen Gebäude, so bemängelten sie, rückten erheblich näher an ihre Grundstücksgrenzen heran. Hier entstehe für die unmittelbar benachbarten Häuser in der Mozartstraße und im Geranienweg "eine erdrückende und verdunkelnde Wirkung". Dies stelle zusammen mit den verschlechterten Sonneinfallsverhältnissen eine erhebliche negative Veränderung dar und "wird unser Wohlgefühl sehr beeinträchtigen", gaben sie im Bürgergespräch zu Protokoll.

Überhaupt stellten die Betroffenen der Verwaltung kein gute Zeugnis aus, was die Berücksichtigung ihrer Bedenken angeht: "Das Einvernehmen wurde zwischen Architekt und Stadtverwaltung erzielt, nicht aber mit den Bürgern", heißt es in den Stellungnahmen der Öffentlichkeit, die als Anlage den Gemeinderatsunterlagen beigefügt waren. Und "es wurden keine Anregungen von den Bürgern aufgenommen. Der Bauträger kann zu 100 Prozent seine Wünsche durchsetzen, indem die Stadtverwaltung die rechtlichen Voraussetzungen schafft."

In der Tat blieb die ursprüngliche Planung aus dem Jahr 2013 in ihren Grundzügen unverändert. Eingefügt wurde in den Textteil des Babauungsplans nur die so genannte Pflanzbindung, nach der bestehende Bäume zu erhalten und notfalls ("bei Abgang") durch gleichwertige zu ersetzen sind.

Berücksichtigt wurde auch die von den Bürgern angeregte Verschiebung des von der Heinestraße zurückgesetzten Gebäudes 3 an der Mozartstraße. Dadurch, dass das Haus nun näher an die Mozartstraße rückt, bestehe dann ein Abstand von 26 Metern zu den Gebäuden Geranienweg 13 und 15. "Die weitere Verschiebung der Gebäude ist nicht vorgesehen und aus städtebaulicher Sicht auch nicht erwünscht. Die Folge wäre eine erhöhte Verschattung der Nachbarn, der Baumbestand an der Mozartstraße könnte zudem nicht erhalten werden", heißt es in der Anlage.

Die Verwaltung führt auch ins Feld, dass die Höhenentwicklung der geplanten Gebäude nicht die Höhe der vorherigen Bebauung überschreitet. Dem Argument, dass die Zufahrt zur Tiefgarage neben dem Schlafzimmer von Haus Geranienweg 15 vorgesehen ist ("eine Zumutung und Unverschämtheit", so die Anwohner), hält die Verwaltung entgegen, dass bei nur 25 Stellplätzen "nicht von einer Gesundheitsgefährdung auszugehen ist". Eine deutliche Erhöhung der Lärm- und Abgasemissionen sei ebenfalls nicht absehbar. Zudem sei die Überdeckelung der Einfahrt rund achteinhalb Meter von der Grundstücksgrenze entfernt.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Nach Großbrand auf Gestüt: Experten suchen Brandursache

Bei einem Großbrand in der Nacht zum Mittwoch ist auf dem Gestütshof St. Johann ein denkmalgeschütztes Wirtschaftsgebäude abgebrannt. Experten suchen nun nach der Ursache. weiter lesen