Werner Vöhringer macht Platz für Nachfolger

Eine Überraschung zeichnete sich für die rund 30 im Honauer Hotel Adler versammelten Mitglieder des Geschichts- und Heimatvereins bereits im Rechenschaftsbericht des Ersten Vorsitzenden Werner Vöhringer ab.

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Stabwechsel in der Vereinsführung: Der neue Erste Vorsitzende Peter Nußbaum (links) und sein Vorgänger Werner Vöhringer.  Foto: 

Werner Vöhringer legt sein Amt, das er seit der Vereinsgründung vor 26 Jahren bekleidet, nieder und präsentiert auch gleich einen möglichen Nachfolger: Bürgermeister Peter Nußbaum, seit 2011 ebenfalls Mitglied im Geschichts- und Heimatverein. Vöhringer begründete seinen Entschluss damit, dass die enge Verzahnung, die der Verein seit seiner Gründung mit der Gemeindeverwaltung hatte, durch Übernahme des Vereinsvorsitzes durch einen amtierenden Bürgermeister wie in Eningen noch intensiver gestaltet werden könne.

Vöhringer wird sich jedoch nicht aufs Altenteil zurückziehen, sondern bleibt als stellvertretender Vorsitzender aktiv. Der bisherige Stellvertreter Günther Frick wird sich als Beisitzer weiterhin intensiv um die Gestaltung und Organisation der Themenausstellungen kümmern.

Ein weiterer Wechsel betrifft das Amt des Kassierers. Jakob Buck, ebenfalls seit Vereinsgründung im Amt, übergibt die Kassenführung an Berthold Hartstein. Elvira Fink, als Beisitzerin im Vorstand, scheidet auf eigenen Wunsch aus.

Peter Nußbaum freute sich über die Anfrage und erklärte, dass er die Verantwortung für den rührigen Verein gerne übernehmen würde. Ihn überzeugt das immense Orts- und Geschichtswissen, von dem er sehr profitierte. Insbesondere auch nach der Würdigung des Kultur- und Geschichtsdenkmals Schloss Lichtenstein durch Ministerpräsident Kretschmann beim Besuch im Kreis schätzte Nußbaum sich glücklich, in der Gemeinde einen so engagierten Geschichts- und Heimatverein zu haben. Mit Blick auf das Gemeindearchiv betonte Nußbaum die große Schnittmenge mit der Gemeinde. Ein tiefes Verständnis der Ortsgeschichte helfe einem Bürgermeister zudem, die Zukunft der Gemeinde zu gestalten.

Vor der Wahl berichtete Werner Vöhringer über ein wieder erfolgreiches und aktives Vereinsjahr. Nach der Übergabe zahlreicher Materialien zur deutschen, württembergischen und speziell auch zur Lichtensteiner Geschichte aus dem Fundus des langjährigen Mitglieds und ausgewiesenem Lichtenstein-Experten Gerhard Enderle konnte das Archiv weiter ausgebaut werden.

Mit der Errichtung eines historischen Klassenzimmers als Dauerausstellung möchte der Verein an das heute als Vereinsräume genutzte ehemalige Oberhausener Schulhaus erinnern. Ausstellungsmacher Günther Frick, unterstützt durch zwei ehemalige Lehrer der Uhlandschule, gelang die authentische Gestaltung des Raumes, der am Tag der offenen Tür sowie am Tag des offenen Denkmals im September präsentiert wurde. Mit lebensgroßen Puppen in historischer Kleidung entstand die Momentaufnahme einer Unterrichtsstunde in früherer Zeit.

Weiterer Höhepunkt war für Vöhringer die Feier zum 25-jährigen Bestehen des Vereins im Dezember. Ein Streifzug in Bildern belegte, was der Verein und seine Mitglieder geschafft, erhalten, archiviert und der Öffentlichkeit präsentiert haben. Die Hälfte der 49 Mitglieder der ersten Stunde waren anwesend und erhielten als Anerkennung eine Urkunde und eine Anstecknadel.

Schriftführer Gert Lindemann ließ den Mundartabend "Ebbes Schwäbischs em November" Revue passieren, bei dem der "Chor der Mönche" mit seinem "gnadenlos weltlichen" Programm "Kutta ra!" das Publikum im vollbesetzten Gemeindehaus im Sturm eroberte.

Kassierer Jakob Buck belegte in seinem Kassenbericht, dass der Verein auch das Haushalten beherrscht. Ausgaben von rund 2400 Euro standen Einnahmen von rund 3100 Euro gegenüber. An Kassenprüfer Rudi Riemer war es, Buck eine solide Arbeit zu bestätigen und ihm für die seit 25 Jahren stets einwandfreie Kassenführung zu danken.

Bei so viel Konsens ließ Wahlleiter Diethard Kleiner dann die vorgeschlagenen Kandidaten per Akklamation wählen. Der gesamte Vorstand wurde ohne Gegenstimmen gewählt. An der Spitze steht nun Bürgermeister Peter Nußbaum, begleitet von Werner Vöhringer als Stellvertreter. Neuer Kassierer ist Berthold Hartstein, Gert Lindemann bleibt Schriftführer. Als Beisitzer wurden gewählt: Günter Frick, Dieter Bertsch, Wilfried Schneider, Richard Tröster und Winfried Reiff; wiedergewählte Kassenprüfer sind Dieter Baral und Rudi Riemer.

Den Blick nach vorne richtete Günter Frick: Vorrangiges Ziel sei es, den auf 165 Mitglieder gesunkenen Stand wieder anzuheben und aktiv Mitglieder zu werben. Eine Ausstellung "40 Jahre Gemeinde Lichtenstein", mit Bildern und Dokumenten aus dem Archiv bestückt, soll am 18. Mai, dem Denktag zur Vereidigung des Gesamtgemeinderats, im Rathaus eröffnet werden.

Angeregt durch Funde an der Burgruine soll die Geschichte des "Greifensteiners" aufgearbeitet werden, der der Sage nach von aufgebrachten Holzelfingern in einem mit Fass mit Nägeln talabwärts gestoßen wurde und zu Tode kam.

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