Wenn der Tannenbaum Probleme macht

Die Vorweihnachtszeit ist immer eine besondere Herausforderung für alle Postler. Sie ist die stärkste Phase im ganzen Jahr. Bis zu doppelt so viele Pakete, Päckchen, Briefe und Postkarten werden verschickt.

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Wegen der vielen privaten Briefe, die die Kunden in der Vorweihnachtszeit hauptsächlich über Briefkästen einliefern, gibt es auch in den Briefordnereien sehr viel zu tun.  Foto: 

An Spitzentagen rechnet die Deutsche Post in diesem Jahr mit bis zu 120 Millionen Briefen und mit bis zu acht Millionen Päckchen und Paketen. Bei diesen Sendungsmengen ist gute Vorbereitung das A und O, damit am Heiligabend auch wirklich jedes Geschenk und jede Weihnachtskarte unterm Christbaum liegt, heißt es in einer Post-Mitteilung.

Noch läuft alles normal im Briefzentrum Reutlingen. Über 130 000 Sendungen am Tag werden hier alleine in der Briefordnerei bearbeitet: Briefe und Postkarten, Bücher- und Warensendungen in allen Größen, die über Briefkästen eingeliefert werden und nun kreuz und quer und in allen Farben aus den gelben Kisten purzeln und sich dann über das Transportband schieben. Doch schon bald wird die Menge stark ansteigen. Aus den Filialen und von den Geschäftskunden kommen weitere Hunderttausende Sendungen, teilweise auf Paletten. Trotzdem hat der Leiter des Briefzentrums, Rainer Hoff, keine Angst. Schließlich sind viele Mitarbeiter seit Jahren dabei und gut auf den Weihnachtsrummel vorbereitet. Nicht umsonst beginnen die Planungen dafür bereits Monate zuvor bei sommerlichen Temperaturen.

Das Briefzentrum Reutlingen heißt in der Terminologie der Deutschen Post kurz "BZ 72". Die Zahl zeigt die Zuständigkeit: im Briefzentrum Reutlingen wird die Briefpost aus allen Orten und in alle Orte, deren Postleitzahl mit 72 beginnt, bearbeitet. Der Einzugs- und Versorgungsbereich reicht von Nürtingen bis Sigmaringen und von Alpirsbach bis Münsingen. Im internen Vergleich ist das BZ Reutlingen eines der Größe L, es gehört also nicht zu den größten, aber auch nicht zu den kleinsten Briefzentren der Deutschen Post.

Erfahrungsgemäß werden viele Weihnachtskarten und -briefe am Wochenende vor Weihnachten geschrieben und eingeworfen. Da trifft es sich dieses Jahr gut, dass Heiligabend auf einen Donnerstag fällt, denn da entzerrt sich die Menge doch etwas, anders als an einem Heiligabend am Dienstag. Auch für die rund 250 Beschäftigten des Briefzentrums liegt Weihnachten dieses Jahr besonders arbeitnehmerfreundlich, weil auf die zwei Weihnachtsfeiertage dann direkt ein Sonntag folgt.

Und auch wenn aus den 130 000 Sendungen, die in der Briefordnerei zu bearbeiten sind, an einzelnen Tagen vor Weihnachten einmal 370 000 werden, wird keine größere Hektik aufkommen. Einige Briefe stellen für das Briefzentrum jedes Jahr jedoch eine besondere Herausforderung dar: "Vor Weihnachten ändert sich unsere Sendungsstruktur", berichtet Hoff. "Statt der ganz normalen weißen Umschläge und viereckigen Postkarten kommen hier plötzlich viele Briefe in farbigen Kuverts und Karten in Tannenbaumform an." So schön diese individuellen Grüße sein mögen, die Sortiermaschinen im Briefzentrum werden dann nicht selten vor Probleme gestellt. Oft bleibt nur die gute alte Handsortierung - und die kostet Zeit. "Unsere Maschine kann bis zu 40 000 Sendungen pro Stunde bearbeiten, eine routinierte Sortierkraft schafft etwa 1000 Stück pro Stunde", verdeutlicht Hoff.

Richtig heftig wird die Weihnachtswoche bis zum 24. Dezember. An Heiligabend haben die meisten Mitarbeiter ab dem frühen Nachmittag frei, die allerletzten machen gegen 18 Uhr das Licht aus und feiern dann mit ihren Familien.

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