Was kommt nach dem Abi?

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Gibt es ein Leben nach dem Abitur?“ So der Titel einer Informationsveranstaltung im IHK-Forum, bei der in zwei Podiumsrunden sowohl Abiturienten als auch Experten aus der Praxis zu Wort kamen. In einem einführenden Vortrag zeigte Berufsberaterin Gabriele David Möglichkeiten auf, wie Eltern ihre Kinder stressfrei bei der Berufs- und Studienwahl begleiten können.

Abiturienten, die nach der Schule studieren oder eine Ausbildung beginnen wollen, müssten sich eigentlich freuen. Die Möglichkeiten der Berufs- und Studienwahl waren noch nie so vielfältig wie derzeit, und auch die Aussichten, eine Lehrstelle zu ergattern, sind so gut wie selten. Auf der anderen Seite ist der Druck, das richtige Studienfach oder die richtige Ausbildung zu wählen, noch nie so groß gewesen.

Von vielen Abiturienten werden die unendlichen Möglichkeiten als Last empfunden und nicht wenige haben das Gefühl, die Menge an Möglichkeiten nicht mehr überschauen zu können: „Bei den vielen Angeboten ist es schwierig, den Überblick zu behalten und den eigenen persönlichen Weg zu finden“, gibt auch Referentin Gabriele David zu bedenken.

Um so wichtiger sei es, sich im Vorfeld genau zu informieren und herauszufinden, was man eigentlich will und was man besser kann als andere. Doch das ist bei der riesigen Auswahl an 328 Ausbildungsberufen und mehr als 18 000 Studiengängen gar nicht so einfach. Nicht umsonst wüssten 83 Prozent der Schüler ein Jahr vor dem Abitur noch nicht, was sie danach machen wollen, berichtet die Hamburger Berufe-Expertin bei ihrem Vortrag.

Den eigenen Weg zu finden, brauche Zeit, und es sei keineswegs ein Makel, ein falsch gewähltes Studienfach wieder aufzugeben oder nach dem Abitur erst einmal ein Lückenjahr einzulegen. Man könne seinen Horizont durch ein Auslandsjahr, Work and Travelling, durch eine Sprachreise, FSJ oder Praktikum erweitern. „Denn“, betont Gabriele David, „Erfahrungen sammeln ist unbezahlbar“.

Sehr wichtig sei auch die Unterstützung der Eltern. Die Botschaft an ihre Kinder solle lauten: Wir helfen dir, deinen eigenen Weg zu gehen. Tue das, was dir am meisten Spaß macht und am besten liegt, frei nach dem japanischen Sprichwort: „Wenn du tust, was du liebst, musst du nie wieder arbeiten“.

 Keinesfalls solle man in einen Beruf „einfach so reinrutschen“, etwa, weil ihn die Freunde gewählt haben, weil der Job sicheres Geld bringt oder weil in einem Unternehmen gerade eine freie Stelle angeboten wird: „Wenn der Beruf nicht zu einem passt, wird es auch später nicht mehr besser“, ist die Berufe-Expertin überzeugt. Außerdem sei man ohnedies „nur am richtigen Platz zu Höchstleistungen fähig“.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion schildern die vier ehemaligen Abiturienten Sandra Streib, Christine Stelzle, Vincent Habrich und Julian Welsch, welche Erfahrungen sie bei der Suche nach dem für sie richtigen Beruf gemacht haben. Sandra Streib etwa hat sehr früh damit begonnen, nach dem richtigen Studiengang zu suchen. Sie hatte dabei genaue Vorstellungen von ihrer künftigen Berufskarriere. Sie will später mal weltweit und global tätig sein, da war die Entscheidung, International Business an der Reutlinger Hochschule zu studieren, genau das Richtige.

Julian Welsch hat dagegen nach dem Abi erst mal ein Jahr als FSJler gearbeitet und anschließend eine Ausbildung als Industriekaufmann begonnen: „Ich wollte einfach nicht mehr jeden Tag büffeln, sondern was Praktisches machen“, berichtet er. Die Ausbildung mache ihm zwar Spaß, aber ein Studium danach schließe er trotzdem nicht aus: „Meine Zukunft lasse ich gerne offen“.

Die von Ida Willumeit, Leiterin Ausbildungsmarketing bei der IHK Reutlingen, moderierte Podiumsdiskussion mit den jungen Leuten verdeutlichte, dass es trotz unterschiedlicher Vorstellungen sehr wohl ein Leben nach dem Abitur gibt: Es ist heute zwar vieles komplizierter geworden, aber es birgt auch Vorteile in sich, da die Berufswelt von Heute so viel mehr Chancen und Möglichkeiten bereithält.

Prozent der Schüler wissen ein Jahr vor dem Abitur noch nicht, was sie danach machen wollen. Wer heute die Schule verlässt, kann je nach Abschluss zwischen 328 Ausbildungsberufen und mehr als 18 000 Studiengängen wählen. 

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