Walters Adrenalinbaustelle

Das Acht-Millionen-Projekt Gartentor-Areal der GWG bedeutete: Abbruch, Neubau und Sanierung. Der zentral gelegene Wohnkomplex mit Gewerbeeinheiten ist im Plan und Ende des Jahres bezugsfertig.

|
Das Projekt Gartentor-Areal (blau umrandet) der GWG: Im Hintergrund das Gartentor, rechts das Parkhaus, vorne die Metzgerstraße. Foto: Marinko Belanov

Die Arbeiten in der sechs Meter tiefen Baugrube ließen mitunter die Anrainer-Häuser erzittern. Sie mussten abgefangen werden. Und da war noch ein Nachbar, der, so GWG-Geschäftsführer Karl-Heinz Walter, "wenig Verständnis" für das ehrgeizige, weil nicht von der Stange machbare Projekt Gartentor-Areal aufbrachte und prozessierte, bis der Verwaltungsgerichtshof dem ein Ende setzte: Die Quartiersentwicklung konnte beginnen - mit Abbruch, Neubau und Sanierung. Weshalb Walter auch von seiner "Adrenalinbaustelle" spricht, bei der jetzt aber "hoffentlich nichts mehr zu erwarten" sei.

Das Gesamtobjekt zwischen Krämer- und Schmiedstraße, "attraktiv", weil nahe des prägenden Gartentors, "weniger", weil neben einer 13 Meter hohen Parkhauswand gelegen, besteht aus fünf Häusern. Die Neubauten weisen 22 Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von 1840 Quadratmetern in der Größe von 45 bis 120 Quadratmetern auf sowie drei Gewerbeeinheiten in Erdgeschosslage. Das bedeutet Innenstadtwohnen - und "genau das, was der Markt abverlangt", sagt Walter.

Leider nicht integrieren in das Vorhaben konnte man aus Sicht des GWG-Chefs die "Schmiedstube", die in privater Hand verbleibt. Mit dabei ist jedoch das Gebäude Krämerstraße 16, das saniert wird und von den Mietern somit weiter genutzt werden kann. Gleich daneben im Neubau Krämerstraße 14 hat man das denkmalgeschützte Gewölbe aus dem 18. Jahrhundert, auch als "Waschhaus" bezeichnet, mit einbezogen und - als Erschließung - eine Verbindung zur Krämerstraße 16 hergestellt.

Beim "Waschhaus", das weiterhin ein "Kaltraum" bleiben wird, mussten im darüber liegenden Bauwerk die Massen reduziert werden - aus Tragwerksgründen.

Der Komplex mit zwei Zugängen über die Schreinerstraße, die nach Fertigstellung wieder wie vorher befahrbar sein wird, hat eine Tiefgarage mit 24 Stellplätzen. Zum Parkhaus hin entsteht ein Lichthof, der durch seine Konzeption sogar erlaubt, dass "die Sonne bis ins Erdgeschoss" scheint. Um die Aufenthaltsqualität zu steigern, werden drei standortgerechte Bäume gepflanzt, Bänke aufgestellt und das Ganze begrünt. Von den Balkonen hat man eine prächtige Sicht auf die Marienkirche mit dem Turmengel.

Die Gesamtanlage, so Walter, sei in ihrer Struktur der kleinparzellierten Altstadtsituation angepasst. Das heißt, die einzelnen Gebäude sollen durch die zurückgesetzten Bereiche der Eingänge die "Stadtkörnung" aufnehmen. Die Farbgebung - von ocker über braun bis gelb - soll das Besondere des Areals widerspiegeln. Geplant wurde das Projekt, das Ende des Jahres bezugsfertig sein wird, vom Architekturbüro e+k in der Tübinger Straße.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Feilschen um die Kreisumlage

Die Haushaltsreden der Kreistags-Fraktionen drehten sich vor allem um die Senkung der Kreisumlage und den Sozialhaushalt. weiter lesen