Von Routine noch keine Spur

Er war Fallschirmjäger bei der Bundeswehr. Seit 15 Jahren ist der passionierte Motorradfahrer und Taucher Dr. Sven Fischer selbstständiger Zahnarzt in der "Zahnwache" im früheren Spritzenmagazin am Ledergraben.

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Gemeinderat, WiR: Dr. Sven Fischer.  Foto: 

Vom außenstehenden Bürger zum Mitgestalter des Gemeinwesens, wie hat sich der Blickwinkel geändert?

SVEN FISCHER: Durch den Einblick in die sehr komplexe Arbeit der Verwaltung und durch viele andere Inputs von Mitbürgern ändert sich der Blickwinkel einer Einzelperson, die nun nicht nur eigene Interessen, sondern auch das Gemeinwohl im Auge behalten muss. Einem Außenstehenden sind die sehr aufwendigen Vergabe- und Entscheidungsverfahren nicht ersichtlich.

Was ist Ihnen in der kommunalpolitischen Arbeit positiv oder negativ aufgefallen?

SVEN FISCHER: Die kommunalpolitische Arbeit ist sehr zeitaufwendig. Leider werden viele Entscheidungen in Ausschüssen besprochen und nochmals, wenn die Presse da ist, im Gemeinderat. Häufig gibt es auch unsachliche und persönliche Angriffe einzelner. Für mich positiv ist, dass bei WiR kein Fraktionszwang besteht. Dennoch wurde ich in der Zeitung als Befürworter eines Antrages genannt, welchen ich nie unterstützen könnte. Zu meinem Glück wurde er abgelehnt.

Wie sind Sie in der Fraktion und im Gemeinderat insgesamt angekommen?

SVEN FISCHER: Auch nach einem Jahr kann ich noch immer nicht von einem Angekommen sprechen. Durch meine sehr zeitintensive berufliche Tätigkeit habe ich sehr wenig Zeit, an Ortsterminen und anderen offiziellen Terminen teilzunehmen. Die Teilnahme an den Gemeinderats- und Ausschuss-Sitzungen ist mit Einschränkungen in der Terminvergabe für meine Patienten verbunden. Es werden auch häufig sehr kurzfristige Termine anberaumt, an denen ich während der „Arbeitszeit“ nicht teilnehmen kann. Die Vor- und Nacharbeit nimmt dann sehr viel meiner kurz bemessenen Freizeit in Anspruch. Es wurde von meiner Seite ein eigener Schreibtisch eingerichtet, um die Masse an Informationen zu bearbeiten. Noch kann ich nicht von einer Routine und effizienten Arbeit im Gemeinderat sprechen. Kommunalpolitische Urgesteine bestimmen das Geschehen im Gemeinderat, da Verfahren und Abläufe für sie bekannt sind. Trotz Teilnahme an einer stadtunabhängigen Fortbildung der Uni Kehl für „neue“ Gemeinderäte, kann ich noch nicht von Routine sprechen.

Was ist aktuell das dringlichste Problem der Stadt Reutlingen?

SVEN FISCHER: Die Finanzen der Stadt Reutlingen in den Griff zu bekommen ist dringlich. Des Weiteren gilt es, Gewerbe- und Wohnflächen zu schaffen und die Innenstadt attraktiver zu gestalten.

Glauben Sie, dass Sie in vier Jahren wieder antreten werden?

SVEN FISCHER: Die Frage nach einer erneuten Kandidatur werde ich zu gegebener Zeit mit meiner Familie und meiner Kollegin besprechen – und anhand der Beratung dann entscheiden.

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