Von der Aidshilfe bis zum Albverein

Ungewöhnliche Projekte wie das auf der Eninger Weide, vom Jugendhaus Bastille oder von der Aidshilfe wurden bei der Herbstsitzung des Reutlinger Spendenparlaments mit Geld bedacht.

|
Bei der Sitzung des Spendenparlaments wurden sieben Projekte mit insgesamt 25 000 Euro gefördert - darunter auch das Jugendhaus Bastille.  Foto: 

Die finanzielle Situation des Spendenparlaments sei entspannt, sagte Kassiererin Gerda Freifrau von Gagern. Zurückzuführen sei der sehr positive Kassenstand von 45 000 Euro auf das spendenstarke Jahr 2014 - doch auch beim Spendenmarathon in diesem Jahr kam eine Rekordsumme von 19 000 Euro zusammen, so von Gagern.

Maiken Kalkhof aus der Finanzkommission des Parlaments berichtete, dass für die Sitzung zunächst wenige Anträge eingegangen waren - doch innerhalb nur eines Tages stieg die Zahl rasant an. "Wir hatten dann zwölf Anträge für insgesamt 66 000 Euro", so Kalkhof.

Die Ablehnung von fünf dieser Projektanträge sei nicht leicht gefallen, aber die ein oder anderen hätten von Alternativfinanzierungen profitiert. Allerdings mussten auch die geförderten Projekte Einbußen hinnehmen, weil maximal ein Betrag von 25 000 Euro ausgegeben werden sollte - damit auch im kommenden Frühjahr noch Projekte unterstützt werden können. Außergewöhnliche Projekte haben profitiert, wie etwa der Schwäbische Albverein, der einen Rollstuhlparcours auf der Eninger Weide anlegt und dafür noch Restmittel braucht. Ebenfalls außergewöhnlich: Das Jugendhaus Bastille will den Parcours-Park weiter ausbauen. Dabei handle es sich laut Jugendhaus-Leiter Ingo Glöckler sowie von den Parcours-Sportlern Max und Roman um verschiedene zusätzliche Elemente wie eine Wand, Steigbarren und ähnliches, um der "subkulturellen Trendsportart" weitere Attraktivität zu verschaffen.

Auch außergewöhnlich war der Projektantrag der Reutlinger Aidshilfe, die im Bereich der Flüchtlingshilfe tätig wird: Sie will unter den Flüchtlingen Aufklärung betreiben, die Menschen informieren, wie sie sich etwa in den Massenunterkünften auf der Toilette vor Pilzen schützen können und auch versuchen, einen Zugang vor allem zu den Frauen zu bekommen. "Was aber alles andere als leicht ist, weil das Thema Aids gerade unter Flüchtlingen noch mit einem viel größeren Tabu belegt ist als bei uns", betonten Brigitte Ströbele und Gitta Rosenkranz von der Aidshilfe.

Resultierend aus den Erfahrungen von erfolgreich durchgeführten Projekten will das Theater Patati-Patata ebenfalls mit Flüchtlingen zusammen arbeiten: Fotografieren, aus den Bildern heraus unter theaterpädagogischer Anleitung Geschichten entwickeln - "dazu benötigen die Menschen anfangs keine deutschen Sprachkenntnisse", sagte Sonka Müller. Daraus soll dann eine "bespielte Fotoausstellung" entstehen. Die Musikwerkstatt Reutlingen hat auch Gelder beantragt - und zwar unter dem Motto "Verschieden sein, ist normal". Der Hintergrund: "Umsetzung der Inklusion auf musikalischem Gebiet, Menschen mit und ohne Behinderung spielen in einer Rockband", so Biggi Neugebauer.

Nach den Worten von Pfarrerin Sabine Drecoll unterstützt die "Aktion Sterntaler" benachteiligte Kinder, deren Eltern sich die Mitgliedschaft in Vereinen oder für sonstige Freizeitaktivitäten nicht leisten können. Der siebte und letzte Antrag kam von Pro Labore: Wie Manfred König ausführte, fehlen dem sozialen Beschäftigungsträger die Mittel, um drei Umschülern weiterzuhelfen. Sie hatten die Zwischenprüfung zum Zimmerer und Maler nicht bestanden, "alle drei haben schwere persönliche Schicksale hinter sich, um die Gesellenprüfung doch noch zu bestehen, brauchen sie intensive Förderung", so König.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Handwerk? Hat was!

Um sich ein Bild über die steigende Zahl von Abiturienten im Handwerk zu verschaffen, startete die Kammer eine Umfrage unter den aktuell 606 Abiturienten, die derzeit in der Region im Handwerk ausgebildet werden. 134 von ihnen, immerhin gute 22 Prozent, antworteten. weiter lesen