Von den "Appenzellern" bis zum Klostergarten

Es war eine überaus erlebnisreiche Führung durch die Stadt Pfullingen - überwiegend an der Echaz entlang. Dies war die einhellige Meinung aller Beteiligten des Seniorenverbandes öffentlicher Dienst.

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Kurzer Stopp für Erklärungen: Stadtführung des Seniorenverbands öffentlicher Dienst in Pfullingen.  Foto: 

Nach einem kurzen Grußwort des Vorsitzenden Hans-Jörg Schäfer übernahm der langjährige Stadtbaumeister der Stadt Pfullingen und jetzt im Ruhestand lebende Gert Sautter, die Führung. Pfullingen, im Jahr 937 erstmals urkundlich erwähnt, besitzt über 300 Jahre Stadtrechte und war bis zum 19. Jahrhundert Oberamtsstadt. Bürgerliche und kirchliche Gemeinde bilden bis heute des Pfullinger Zentrum. Pfullingen, so Sautter, habe stets für seine Eigenständigkeit gekämpft, nachdem es 1945 aus der Zwangseingemeindung mit der Stadt Reutlingen 1948 wieder entlassen wurde. In späteren Jahren hatte bezüglich der Eigenständigkeit der damalige Bürgermeister Kurt App einen eifrigen Mitkämpfer in seinem Eninger Kollegen, Bürgermeister Günther Zeller, im Volksmund "die Appenzeller" genannt.

Erwähnt wurde von Sautter auch der Pfullinger Frauenaufstand im Jahre 1945. Mutige Frauen schlugen den Kampfkommandanten Julius Kieß, der "die Festung Pfullingen bis zum Letzten verteidigen" wollte, in die Flucht. So wurde Pfullingen kampflos an die französischen Truppen übergeben somit eine Zerstörung und Blutvergießen verhindert.

Anfang der 80er Jahre erfolgte unter Bürgermeister Kurt App eine grundlegende, mehrfach preisgekrönte Neugestaltung der Innenstadt: Verlegen der Bundesstraße, Anlegen der Fußgängerzone auf dem Marktplatz, Bau der Stadtbücherei, des evangelischen Gemeindehauses und des Hallenbades. Außerdem wurden die wichtigsten historischen Bauzeitzeugen erhalten. Leider fiel in diese Zeit die Stilllegung der Bahnlinie im oberen Echaztal, deren Auflebung wieder im Gespräch ist. Der 1983 gewählte Bürgermeister Rudolf Heß setzte die Stadtsanierung fort.

Von der Kirche ging es zum Marktplatz mit seinem Brunnen, von dort über den Passy- zum Laiblinsplatz. Nächste Station war der Klostersee mit seinem Mühlendenkmal. Ein Platz, der nicht nur zum Verweilen, sondern auch zum Ausruhen einlädt. Eine wichtige Anlaufstelle ist auch die Klosterkirche, in der heute noch Ausstellungen und Konzerte stattfinden. Das Kloster wurde 1250 durch die adeligen Pfullinger Schwestern Mechthild und Irmenhild der heiligen Cäcilie gestiftet und gehörte dem Klarissenorden an. Im Klostergarten befindet sich noch die Tür mit dem Sprechgitter, der einzige Ort, an dem die Ordensleute mit ihren Angehörigen Kontakt aufnehmen durften. Im weiteren Bereich befinden sich die Neske-Bibliothek, das ehemalige Doktorhaus, das Schlössle und die Baumannsche Mühle. Der Weg führte entlang der Echaz, deren Wasserkanäle beibehalten und teilweise noch ausgebaut wurden. Sie begleiten bis heute durchgehende Grünzonen in und rund um die Stadt.

Pfullingen verfügt auch über eine gute Infrastruktur und ist seit 2008 Mitglied des Biosphärengebietes Schwäbische Alb. Außerdem befinden sich außerhalb des Stadtrundganges folgende historische Gebäude: Zehntscheuer, Schlossbrücke, Schloss, Jägerhaus, Friedenskirche, Uhlandschule, Stadtgarten, Friedhof, Kindergartenschulstraße, ehemaliger Martinshof, Sankt Wolfgangkirche, Villa Louis Laiblin und die Pfullinger Hallen, die teilweise auf dem Weg zum Alten Bahnhof lagen, in dem der Abschluss dieser Führung mit den Ruhestandsbeamten durch Pfullingen stattfand. Hier nahm Hans-Jörg Schäfer die Gelegenheit wahr, sich bei Gert Sautter für seine Ausführungen zu bedanken. Außerdem überreichte er ihm ein kleines Präsent.

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