Von Austria nach Liverpool

"Wer 16 wird, will Party feiern", so Liederkranz-Vorstand Eugen Hilbertz. Und das tat der junge Chor Ffortissimo beim Konzert "15+1" dann auch.

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Wehende Taschentücher bei Elvis' "Wooden Heart", dem deutschen "Muss i denn zum Städtele hinaus".  Foto: 

Jubelnde Pfiffe, stehende Ovationen - und ein nicht enden wollender Applaus: Der junge Chor des Liederkranzes, Ffortissimo, feierte seinen 16. Geburtstag und zog musikalisch alle Register. Soll heißen: Die rund 60 Frauen und Männer, allesamt so zwischen 16 und 56 Jahren jung, boten das Beste, was sie bislang schon drauf hatten. Dazu kam beim Konzert in den Jugendstilhallen der Stadt dann aber auch Neues.

Unter der Leitung ihres Dirigenten und musikalischen Leiters Mario Kay Ocker gab es auch "Here I am, Lord", das auf dem biblischen Jesaja-Vers 6,8 fußt. Und zum großen Finale schaffte es der Chor, in seinem mitreißenden Beatles-Medley gleich 16 Stücke der Pilzköpfe unterzubringen. Und das mit vollem Instrumenteneinsatz.

Zur Ffortissimo-Band mit Ulrich Betz am Klavier, Joachim Bader (Bass) und Thilo Vautländer am Schlagzeug gesellten sich in bester musikalischer Eintracht Harald Harter und Philip Bussmann an den Trompeten, Ute Vautländer spielte Saxophon, Heiko Kober blies die Posaune, Silvia Rall die Tuba.

Mitreißend war gleich der Beginn mit "There's no Business like Showbusiness" aus Irving Berlins Musical "Annie get your Gun". Nicht fehlen durften Ausschnitte aus Andrew Lloyd Webbers Repertoire, natürlich mit dem Phantom der Oper, Evita und Cats.

Und dann kam Elvis, aber gewaltig. So beim "Jailhouse Rock" oder beim "Devil in Disguise". Das Schlagzeug trommelte zum "King", der von 1935 bis 1977 lebte, und das Publikum sang und klatschte mit. An diese Songs erinnert man sich eben noch gut. Deutlich ruhiger wurde es mit "Are You Lonesome Tonight", butterweich besinnlich tönten die Stimmen bei "Falling In Love With You". Nicht fehlen durfte da "Wooden Heart", das Elvis, einst Sergeant der US-Armee in Hessen, damals auch auf Deutsch sang: "Muss i denn zum Städtele hinaus." Da winkten die Chormitglieder passenderweise mit Taschentüchern.

Weiter nach Österreich: Mario Kay Ocker hatte in den gut vier Monaten Vorbereitung den Superstar Falco nicht vergessen: "Rock me Amadeus" gab's, gesungen von einem Chor, dessen Mitglieder in der ersten Reihe auf einmal Dirndl und Lederhosen trugen.

Die so melancholische wie eingängige Abschiedsschmerz-Hymne Hubert von Goisern "Weit, weit weg" begleitete Betz mit fein akzentuierten Klaviertönen. Und fängt die Ballade über den steirischen Buben noch so ruhig an: "Fürstenfeld" ist einer der Austria-Gassenhauer schlechthin - das Publikum jubelte und klatschte heftig mit, dazu gab's als Intermezzo einen geballten, mitreißenden Instrumenten-Einsatz.

Ihrem am 19. Juni 2012 viel zu früh verstorbenen Dirigenten Jürgen Bolle erwies Ffortissimo die musikalische Reverenz nicht nur mit dem von Bolle arrangierten "Ebony and Ivory" (Paul McCartney). Gesanglich hinreißend war auch "Only you". Und für "Amazing Grace" hatten sich die Chormitglieder mit Teelichtern versorgt.

Zum Endspurt bog Ffortissimo in die Beatles-Kurve ein. Stehende Ovationen: Das Publikum jubelte frenetisch. "Die ganz große Besetzung" hatte Eugen Hilbertz zuvor angekündigt. Und so setzte das gesamte Orchester tolle musikalische Akzente - dies bei einem "Jugendlichen-Geburtstag ("15+1"), der später in der benachbarten Sporthalle noch ausgiebig gefeiert wurde.

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