Vom Projekt zum Job

66 angehende Techniker sind derzeit an der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule im Prüfungsstress. Neben der Theorie gehört eine praktische Arbeit dazu, die die Fachkräfte jetzt vorstellten.

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Technikerarbeiten an der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule: Stefan Krüger an einer Prüfmaschine, für die er zusammen mit seinem Mitschüler Christian Göhring eine Software aus den USA auf Herz und Nieren testete.  Foto: 

Es sind unterschiedlichste Entwicklungen, die die insgesamt 66 angehenden staatlich geprüften Techniker der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule realisiert haben. Doch nicht aus reinem Spaß haben die künftigen Fachkräfte ihre kleinen und großen Ideen verwirklicht. Die praktische Arbeit ist vor allem Teil der Prüfung, deren Abschluss in wenigen Wochen bevorsteht.

Am vergangenen Freitag mussten alle ran und ihre Projekte vorstellen. Und da gab es in Zusammenarbeit mit der Schule, Firmen oder den ehemaligen Ausbildungsbetrieben unterschiedlichste Lösungen für verschiedenste Aufgaben in den Bereichen Automatisierungs-, Elektro- und Maschinentechnik.

Stefan Krüger und Christian Göhring hatten sich einer Software aus den USA gewidmet, die Prüfgeräte steuert und die bisher noch kein deutsches Unternehmen eingesetzt hat. Doch das Pliezhäuser Unternehmen Renishaw möchte genau diese Software für seine Zwecke nutzen und hat die beiden Nachwuchs-Techniker nicht nur auf das Projekt angesetzt. Der gelernte Industriemechaniker Krüger war vor allem glücklich, dass es aus dem Projekt heraus gleich mit einem Job bei dem Messtechnikspezialisten geklappt hat.

Trotzdem waren es nicht nur die bierernsten Themen. Corinna Leibfritz hat sich nämlich der ansonsten anstrengenden Spätzleproduktion gewidmet und eine automatisierte Spätzlepresse entwickelt. Mit einem Augenzwinkern führte sie interessierten Ausstellungsbesuchern ihre Entwicklung vor.

Die Umsetzung war trotzdem ein ganzes Stück Arbeit. Denn obwohl für die praktische Arbeit ein Tag pro Woche zur Verfügung gestanden hat, musste Corinna Leibfritz genauso in den Ferien an ihrer Spätzlepresse tüfteln. Und: "Ohne meinen früheren Ausbilder hätte es nicht funktioniert", erklärte die Sonnenbühlerin und gelernte Zerspanungstechnikerin. Denn bei Airtec im Industriegebiet West habe sie die Möglichkeit gehabt, unter anderem die notwendigen Bauteile zu fertigen.

Jetzt, da die Spätzlepresse funktioniert, könnte sich die künftige Technikerin vorstellen, dass ihre Idee möglicherweise in Serie geht. Allerdings müsste da noch einiges an Arbeit investiert und das Projekt verfeinert werden. Zumal das Design noch nicht allzu ansprechend sei und auch die Kosten für die Presse im Gegensatz zum Prototyp deutlich gesenkt werden müssten. Kostete der doch immerhin gute 1200 Euro.

Neben dem Fachwissen und der praktischen Arbeit gibt es für die jungen Fachkräfte während ihrer Zeit an der Steinbeis-Schule noch mehr zu lernen. Eine Besonderheit ist der so genannte Aufbaukurs Kultur. Hier werden die künftigen Fachkräfte der oftmals mittleren Führungsebene nämlich auf den Umgang mit Kunden außerhalb des Unternehmensalltags vorbereitet.

Dazu gehört dann nicht nur das richtige Auftreten beim Geschäftsessen mit Smalltalk sowie dem Griff zum richtigen Besteck, sondern auch der Besuch kultureller Veranstaltungen, mit denen Geschäftskunden unterhalten werden können. Dass die Idee des Aufbaukurses gut ankommt, kann Steinbeis-Lehrer Markus Bella nur bestätigen. Denn: "Von den Unternehmen gab es bisher nur positive Rückmeldungen."

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