Vom Imker zum Rehgeweih

Aus der gesamten Region kamen am Mittwoch junge Leute mit ihren pfiffigen Ideen zur ersten Schülerfirmenmesse in die Freie Evangelische Schule (FES). Im Parterre gabs eine Lehr- und Lernmittel-Ausstellung.

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In der Freien Evangelischen Schule beteiligten sich 15 Aussteller an der ersten Schülerfirmenmesse in der Region. Zudem gab es eine Lehr- und Lernmittelausstellung. Foto: Jürgen Herdin

"Schülerfirmen"? Dürfen die das? Selbstverständlich. Und dadurch sollen junge Leute lernen, wie man Ware einkauft und sie vermarktet. Idealerweise kommt man dann auch in schwarze Zahlen. Wichtig: Die Schülerfirmen müssen finanziell unter den Geringfügigkeitsgrenzen agieren, sie sind kein Wirtschaftsunternehmen und von der Umsatzsteuer befreit.

Gleich 15 Aussteller - und damit Anbieter - trafen sich am Mittwoch in der FES am Fuße der Achalm, sie kamen aus Meßstetten, aus Tübingen, Mössingen und auch aus Reutlingen. Catering- und Geschenkeservice, Saft vom Biolandhof sowie Honig vom jüngsten Imker der Region, Marvin Keinath aus Dettingen: Die Auswahl war groß.

Einige der Schülerfirmen sind schon länger im Geschäft. Manche der Jungen und Mädchen sind noch recht jung und sprühen vor Ideen. Wieder andere sehen sich noch im Versuchsstadium oder brauchen eine Herausforderung. Nun hatten sie endlich die Chance, einmal zusammenzukommen, um sich auszutauschen.

Das freut auch den auch für Wirtschaftsdidaktik zuständigen FES-Lehrer Klaus Käser, der dieses Event maßgeblich organisierte. Und seine "MybuyJunior"-Firma ist beispielhaft: Ihre "Mitarbeiter" kaufen nicht nur Waren von anderen Schülern an oder von anderen Schülerfirmen. Sondern sie erwerben Produkte von Behindertenwerkstätten, wie der Bruderhaus-Diakonie, zum Beispiel Bauklötze oder den Bioland-Saft vom Gaisbühl. Fast noch besser als bei Ebay oder Amazon: Innerhalb des Reutlinger Stadtverkehrs (RSV) wird die Katalogware persönlich per Boten zugestellt. Und das Juristische? In der Rubrik "Gerichtsstand" heißt es: "Hier legen wir das Gewissen und den gesunden Menschenverstand aller am Kauf Beteiligten fest." Wenn es doch nur immer so einfach wäre. Das Projekt der elften Klasse am Isolde-Kurz-Gymnasium fiel dabei besonders ins Auge. Die Schüler sammeln Rehgeweihe, die ansonsten bei Jägern und Förstern im Keller vergammeln würden - und malen sie in poppigen, stylischen Farben an.

Ein kleiner Wettbewerb, bei dem es einen Preis für die Schülerfirmen mit der besten Messeperformance geben wird, macht die Sache noch etwas spannender. Die Volksbank Reutlingen stellte dafür ein Preisgeld von 300 Euro zur Verfügung.

Währenddessen trafen sich vor allem die Lehrkräfte auch im Erdgeschoss, um sich auf einer Art "Mini-Didacta" bei ebenfalls 15 Ausstellern, nach innovativen Lehr- und Lernmitteln umzuschauen. Thomas Linhart, ehemaliger FES-Schüler - und nun im Vertrieb von Lehrmitteln wie High-Tech-Tafeln ohne jede Kreide tätig - hatte dieses Treffen organisiert.

Zum Reutlinger Lehrmitteltag kommen bisher Schulleiter, Lehrer und Eltern von vielen Schulen im Landkreis Reutlingen und der Region Neckar-Alb (Grund-, Förder-, Hauptschulen sowie Werkrealschulen). "Und wir haben Besucher, die selbst aus Villingen-Schwenningen und aus Ulm kommen", freute sich Linhart. Die Kombination mit den Präsentationen der Schülerfirmen findet er zudem "außerordentlich gelungen".

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