Volle Segel und zwei Suiten

Mährische Polka, anspruchsvolle Suiten im fröhlichen Galopp und mit wuchtigen Klangteppichen: Die Stadtkapelle feierte ihren umjubelten Jahresabschluss vor rund 200 Besuchern in der Wittumhalle.

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Die Reutlinger Stadtkapelle deckte zum Jahresende auf begeisternde Weise alle Facetten der Blasmusik ab.  Foto: 

Eine besondere Freude war es der Stadtkapelle Reutlingen um ihre Vorsitzende Ute Hohloch gleich zu Beginn eine musikalische Premiere ankündigen zu dürfen. "Wir haben erst fünf Proben hinter uns - und das ist unser erster Auftritt", sagte mit fester Stimme der kleine Robin, der damit das "Junge Blechbläser-Ensemble" der Musikschule Reutlingen ankündigte. Die - gewissermaßen - "Vorgruppe" zum Jahreskonzert besteht aus fünf Trompeten und zwei Hörnern, gespielt von jungen Leuten zwischen neun und 13 Jahren, die unter der Leitung von Gerhard Reeb mit einem Stück von Leopold Mozart aufwarteten. Und noch etwas war neu: Die Stadt hatte ihre Ehrenkarten weitergereicht an Unterstützer von Flüchtlingen vom "Weltladen" und vom Freundeskreis aus Ohmenhausen. Die durften dann zusammen mit den rund 200 Besuchern in der Wittumhalle auch eine gut aufgelegte Stadtkapelle hören, sowie das Sinfonische Blasorchester - beide unter der Leitung von Jakob Guizetti, das sich auch zweier äußerst anspruchsvoller Suiten von Gustav Holst annahm.

"Mit vollen Segeln", einem Stück von Klaus Strobl, legte die Stadtkapelle los, das Motto des Abends lautete "Originale der Blasmusik". 70 Musiker im Alter zwischen elf und 70 Jahren sind bei der Stadtkapelle aktiv, dies in musikalischen Formationen, die sich der gesamten Bandbreite der konzertanten Blasmusik annehmen. Ein Highlight, so Ute Hohloch, sei in diesem Jahr die Teilnahme am größten Volksmusikfest Europas gewesen - in Reutlingens Partnerstadt Aarau. Zwei Monate der Vorbereitung bedurfte es, sich musikalisch fit zu machen für den Saisonhöhepunkt - das Konzert zum Jahresabschluss, das von Jens Freudenberg mit vielen interessanten Informationen über die jeweiligen Stücke moderiert wurde.

Ob leichtes oder schweres Blech, ob Piccolo-Flöten oder die Schlagzeuger, alle hatten sie auch immer kurze Solo-Einsätze zu bewältigen, was das Publikum mit viel Applaus honorierte. Und nicht fehlen durfte ein "Hit" der Blasmusik - Jacob de Haans "Oregon", mit seinen Indianern, Cowboys und Goldgräbern, einem Stück das sehr schnell in einen fulminanten Galopp übergeht.

Es folgte das begeisternde "Lassus Trombone" von Henry Filmore, vom Drive und Spirit her zu verorten irgendwo zwischen New Orleans und Tennessee. Weiter ging es mit einer mährischen Polka.

Den Höhepunkt bildeten die vom Sinfonischen Blasorchester souverän beherrschten Suiten "for Military Bands", einem komplexen Werk mit sieben traditionellen englischen Stücken, verarbeitet in vier Sätzen, bei dem die Musiker brillierten und Riesenbeifall erhielten.

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