Voll expressiver Kraft

"Tief anrührend", "erschütternd": So lauten die Kommentare im Besucherbuch. Zum Abschluss der Ausstellung mit Bildern des Realisten Wilhelm Rudolph gibt es am Sonntag, 12. April, noch eine letzte Führung.

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"Große Brüdergasse" (Dresden) von Wilhelm Rudolph vor 1945.  Foto: 

Und wieder geht eine sehenswerte Ausstellung zu Ende: "Wilhelm Rudolph. Das Phantastischste ist die Wirklichkeit. Holzschnitte und Gemälde". Die Werkübersicht des Dresdner Realisten im Spendhaus - zu sehen sind rund 100 Arbeiten auf drei Etagen - ist nur noch bis einschließlich Sonntag, 12. April, geöffnet.

Mit ihr konnte das Spendhaus-Team um Herbert Eichhorn erneut eine Wiederentdeckung präsentieren - ähnlich der Werkübersicht, die das Kunstmuseum 2011 dem fast vergessenen Dresdner Expressionisten Otto Lange gewidmet hatte. Aber auch andere Ausstellungen - etwa zum Ersten Weltkrieg, zu Themen wie "Eros, Traum und Tod" oder "Wege zu Gabriele Münter und Käthe Kollwitz" - förderten immer auch Arbeiten weniger bekannter Künstler zu Tage.

Nun also Wilhelm Rudolph: Der 1982 verstorbene Künstler gilt bis heute als einer der bedeutendsten "Ruinenmaler" - die Darstellungen seiner zerbombten Heimatstadt im Jahr 1945 zählen zu den eindrücklichsten ihrer Art. Gleichwohl beleuchtet die Spendhaus-Ausstellung ebenso die bisher wenig beachteten Aspekte des Rudolphschen Oeuvres: markante Tierbilder (mit besonderer Vorliebe für Hyänen!), eigenwillige Porträts, magisch-realistische Industrie-Bilder und meditative Landschaftsansichten. Kein Wunder, dass die Rudolph-Ausstellung auch viele auswärtige Besucher ins Kunstmuseum geführt hat.

Im Besucherbuch spiegeln sich die durchweg positiven Reaktionen: "Zu viele gute (fantastische!) Werke - Danke", heißt es da zum Beispiel. Oder: "Ein Erlebnis - erfreulich und erschütternd." Dass die Ausstellung auch überregional große Beachtung fand, spiegelt folgender Eintrag: "Aus der Darmstädter Gegend sind wir extra nach Reutlingen gekommen, um diese wunderbare Ausstellung mit den Holzschnitten Wilhelm Rudolphs zu sehen. Seit Jahrzehnten ist uns der geniale Künstler bekannt, und wir bedauerten bisher, dass er im Westen bisher so wenig in Erscheinung getreten ist. Möge er nun auch hier großartig 'nachwirken'."

Und immer wieder äußern sich Besucher begeistert über die Werkauswahl: "Beeindruckend! Welch' große Ausstellung! Wilhelm Rudolph war mir bisher nicht bekannt. Ich bin froh, hier gewesen zu sein!" Oder: "Es ist wunderbar, dass dieser exzellente Holzschneider mit seinem künstlerischen Werk nun auch im westlichen Deutschland so beeindruckend repräsentiert wird."

Eine weitere Stimme zur Ausstellung: "Wilhelm Rudolph ist einer der größten - und unbekanntesten - Holzschneider des 20. Jahrhunderts. Es sind tief anrührende Existenzarbeiten, voller expressiver Kraft und unmittelbarer Empfindung. Zum Wesen der Zerstörung Dresdens kann nichts Besseres gesagt oder gezeigt werden."

Noch eine Führung am letzten Ausstellungstag

Führung Am letzten Ausstellungstag haben die Besucher noch einmal die Gelegenheit, eine öffentliche Führung mitzuerleben. Der Kurator der Präsentation und stellvertretende Leiter des Städtischen Kunstmuseums Dr. Ralf Gottschlich wird am Sonntag, 12. April, 15 Uhr, interessierte Besucher durch die drei Etagen und rund 100 Werke umfassende Ausstellung führen. Der Eintritt beträgt 5 Euro/ermäßigt 3 Euro, die Teilnahme an der Führung ist kostenlos.

SWP

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