Vier altgediente Räte gehen

Um im Gemeinderat "die ganze Vielfalt des kommunalen Lebens" auszuschöpfen, braucht es eine gute Diskussions-Kultur, sagt Hans Armbruster nach 27 Jahren im Amt, "dann lernt man fürs Leben."

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Sie wurden von Bürgermeister Alexander Schweizer (Bildmitte) aus dem Gremium verabschiedet, von links: Hans Armbruster (SPD), Herbert Hanner (FWV), Wolfgang Dingler (FWV) und Karl-Heinz Reinelt (SPD).  Foto: 

Die jüngste Sitzung der Eninger Räte war - mit viel privater Beteiligung - ein Festakt: Verdiente Gemeinderäte wurden für ihr langjähriges Engagement im Ehrenamt gewürdigt und teils verabschiedet. Mit einem feierlichen Gelöbnis konstituierte sich der neue Gemeinderat. Die Neubesetzung der Ausschüsse und Zweckverbände wurde bestätigt. In der letzten Amtsperiode waren drei Stellvertreter des Bürgermeisters bestellt. Künftig sind es vier, in der Rangfolge der Fraktionsstärke: Als erste Vertretung einstimmig gewählt wurde Dr. Barbara Dürr (FWV). Gefolgt von Dr. Joachim Sabieraj (CDU), Annegret Romer (GAL) und Rebecca Hummel (SPD).

"Es gehört zur demokratischen Kultur, dass man aus der Diskussion lernt", verabschiedete Dürr ihren streitbaren FWV-Fraktionskollegen Wolfgang Dingler aus dem Gemeinderat. Für Bürgermeister Alexander Schweizer verkörpert Dingler den "idealtypischen Unternehmer: fleißig, skeptisch und ein bekennender Fan von Blockheizkraftwerken, der jede Ausgabe auf ihre Notwendigkeit hinterfragt". Ein engagierter Gemeinderat, der seine Meinung vertreten habe. Unter dem Fraktionszwang hätte man ihn sich auch kaum vorstellen können, so der Bürgermeister. "Seine Gradlinigkeit wird bei uns allen haften bleiben." Beim Eintritt ins Ehrenamt vor 15 Jahren hatte Dingler eine lange Familientradition fortgesetzt: Der Großvater in der SPD, der Vater in der CDU, Dingler "junior" ging zu den Freien Wählern unter der Prämisse: "Oft ist ein Nein das bessere Ja." Dem neuen Gemeinderat gab er mit auf den Weg: "Ohne eine funktionierende Wirtschaft wird auch das Gemeinwesen nichts."

Auf "15 intensive, von Kollegialität geprägte Jahre und eine wertvolle Zeit", blickte Herbert Hanner von den Freien Wählern zurück. Für Dürr war er "als ehemaliger Fraktionsvorsitzender ein großes Beispiel". Auch Hanner verabschiedete sich nach 15 Jahren aus dem Gemeinderat. Mit einer Bitte ans Gremium: "Wir waren uns einig zum Grundsatz Innen- vor Außenentwicklung. Ein Wachstum zulasten unserer Natur und der Infrastruktur darf nicht stattfinden. Ich hoffe, dass der neue Gemeinderat daran festhält." Für Bürgermeister Schweizer war der Revierförster immer "der ausgleichende Faktor, der keiner Diskussion aus dem Weg ging."

Auch zwei SPD-Größen nahmen ihren Hut: Karl-Heinz Reinelt, seit 25 Jahren im Eninger Gemeinderat aktiv und das lokale Urgestein Hans Armbruster, mit 27 Jahren der dienstälteste Gemeinderat. Der Tiefbauingenieur mit Begeisterung für die Leichtathletik, so Schweizer, habe sein Fachwissen in lösungsorientierte Ansätze eingebracht. Armbruster hat drei amtierende Bürgermeister erlebt. Das Steckenpferd von Gemeinderat Karl-Heinz Reinelt, Lehrer an der Achalmschule, sei die Schulentwicklung gewesen, skizzierte der Bürgermeister, "die Sportstätten waren ihm wichtig und die Jugendlichen. Seine ausgleichende, diplomatische Art hat viele Wogen im Gremium geglättet." Rebecca Hummel bedankte sich bei beiden "für 52 Jahre, Ruhe und sehr viel Sachverstand."

Mehr Lust aufs Ehrenamt hat der Apotheker Dr. Joachim Sabieraj von der CDU. Er ist nach 20 Jahren als Gemeinderat auch für die kommende Amtsperiode wieder in zahlreichen Ausschüssen vertreten. Bürgermeister Schweizer: "Es bleibt spannend mit ihnen."

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