Viel Eiweiß, wenig Fett - und lecker

Am 21. Oktober starten die "Wilden Wochen" des Landkreises. Es gibt dabei sieben Sonderaktionen - auch mit Kochkursen. Die Beteiligten versichern: "Es kommt nur Wild aus der Region auf den Tisch."

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Am Herd: Josef Klose (links) schwärmt von seiner Liebe zum Wildbret. Derweil bereitet Thomas Faiß die Eier/Käse-Panade fürs Rehfleisch zu.  Foto: 

"Wers geschossen hat und wos herkommt, das erfahren die Gäste von uns - jederzeit!": Josef Klose vom Stauseehotel Glems war von Beginn an "Wilde Wochen"-Fan. Und er freut sich schon auf die nun sechste Aktion, die am Dienstag, 21. Oktober, bei seinen Kollegen Mandy und Thomas Faiß in deren Gaststätte Südbahnhof auftaktet.

Die "WiWos" enden am 4. Dezember mit einem Kochkurs im Bad Uracher Hotel Graf Eberhard mit einem Kochkurs - passend zur Weihnachtszeit. Denn seit dieser Initiative des Landkreises Reutlingen und den Jägern in der Region - im Sommer kam "Wildes Grillen" neu dazu - steige die Zahl der Hobbyköche in dieser Fleischdisziplin rapide an.

Das wissen Stefan Brunner, Sachgebietsleiter beim Forstamt Reutlingen, der für die Jagd zuständig ist, sowie der für Medien beim Landratsamt zuständige Jürgen Wippel. Mit von der Partie waren bei der Vorstellung der Termine (siehe Info-Kasten) Kreisjägermeister Wolfgang Auer sowie Josef Klose - und als Gastgeber Thomas Faiß. Und der Boom, den die WiWos ausgelöst haben, scheint manche der Macher fast schon ein wenig nervös zu machen. Der Andrang sei gewaltig, war zu hören. Auer, der auch Vorsitzender der Kreisjäger-Vereinigung ist, bekennt ganz offen, dass zu "Spitzenzeiten" seine 450 Jagdkameraden gar nicht genügend Wild zur Strecke bringen können, um der Nachfrage gerecht zu werden. Die Vermarktung scheint also bestens zu funktionieren, ja, fast zu gut: "In den letzten Jahren war fast nicht mehr genug Wild da", so Auer. Die "Strecke" bei den Wildschweinen, also die Zahl der Abschüsse, müsse "noch weiter hochgehen, weil die durch das Schwarzwild verursachten Schäden sehr hoch sind", so Auer. Leider sei die "Drückjagd" seiner Kollegen im vergangenen Winter sehr bescheiden ausgefallen. Es fehlte an Schnee und Kälte, und dann sieht man zum Beispiel auch keine Spuren im Schnee.

Doch was die Logistik angeht, seien mittlerweile "tolle Geschäftsbeziehungen, vor allem mit den Küchenchefs gewachsen", weiß Stefan Brunner. Dem kann der Kreisvorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), Josef Klose, nur zustimmen. Der ist in seiner Liebe zum Wildbret überaus experimentierfreudig geworden: "Ich bereite jetzt sogar Reh-Hamburger zu, aber da lässt sich noch viel mehr machen", sagt er mit einem Blick in die Kochtöpfe von Thomas Faiß.

Der präsentiert seinen Gästen ein kleines Reh-Medaillon, umschlossen von einer Panade aus Ei und Alb-Käse. Dazu kommt - passend zur Jahrezeit - ein Kürbisgemüse. "Wir wollen Wild jetzt ganzjährig anbieten", sagt Faiß, der da recht flexibel ist: Wenn einmal nichts mehr da ist, wird es eben von der Speisekarte genommen. Denn eines steht fest, und das ist auch Bestandteil der "WiWo"-Bewegung: Hirsch und Reh aus Neuseeland kommen bei den 15 teilnehmenden Gastronomen nicht mehr auf den Teller. Und Klose bekennt: "Früher hab ich auch bis zu 80 Prozent von auswärts eingekauft." Dann aber kam Plenum, das Biosphärengebiet und halt auch "WiWo".

Mittlerweile funktioniert die regionale Kette perfekt - vom Abschuss über das Ausnehmen bis hin zur Lieferung an die Gastwirte. Und Radioaktivität im Landkreis sei überhaupt kein Thema. Wobei jedoch weiter Kontrollen gemacht werden. 600 Becquerel sei der Grenzwert, "wir kommen auf gerade zwei bis fünf", sagte Auer.

Verlosung "Wilde Wochen"

Die Auftaktveranstaltung zu den "Wilden Wochen" ist am Dienstag, 21. Oktober, ab 17 Uhr im Gasthof Südbahnhof, Marktstraße 176, in Pfullingen. Geplant ist, mit einem bunten Warenkorb und Profiköchen vom Forellenhof Rössle in Honau, vom Stauseehotel in Glems und vom Gasthof Stern in Lichtenstein speziell auf Fragen und Wünsche der Gäste zum Thema "Wild" einzugehen. Unsere Zeitung verlost dazu heute, Mittwoch, 15. Oktober, von 14 bis 14.15 Uhr vier Karten unter Telefon: (07121) 93 02 65. Vier von uns ausgeloste Anrufer gewinnen jeweils eine Karte. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

SWP

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