Viel "Kohle" aus dem Stadtwald

Brennholz-Polter und Flächenlose wurden bei der Holz-Auktion im Stadtwald meistbietend an den Mann gebracht. Das von Privatleuten ersteigerte Holz bringt in der Summe 8500 Euro in die Stadtkasse.

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Schon seit 28 Jahren gibt es im Stadtwald jedes Jahr zwei bis drei Holz-Auktionen, bei denen sich Privatleute ihr Holz für daheim ersteigern können. "Eine Tradition, die es wert ist, dass man sie aufrecht erhält", so Revierförster Johannes Schempp, der während der zweistündigen Versteigerung als routinierter Auktionator wirkte. Wie gewohnt, stand ihm sein Mitarbeiter, Forstwirt Alexander Hötzl, hilfreich zur Seite.

Während Schempp für sein Forstrevier um den Kauf der Polter warb, machte Hötzl den Interessierten den Kauf der Flächenlose schmackhaft. Für das Kassieren der erzielten Euros - an Ort und Stelle bar gegen Quittung, versteht sich - waren Stefano Cenni vom Amt für Wirtschaft und Immobilien sowie die beiden Forstwirt-Azubis, Max Markholz und Markus Rösler als dessen "Bodyguards", zuständig. Holz, zu 40 Prozent Esche sowie je 30 Prozent Eiche und Buche, wartete auf seine Käufer.

Bei der Begrüßung am Forsthof sprach der Revierleiter die wichtigsten Punkte des jedem Käufer ausgehändigten Merkblattes, im besonderen das Thema "Arbeitssicherheit und Unfallverhütung", an. Aber auch, dass aufgearbeitetes, noch lagerndes Holz, niemand behindern darf und dass "Folienabdeckungen nicht geduldet" werden.

59 vermeintliche Kaufinteressenten, darunter auch etliche "Zuschauer", hatten sich am Samstagvormittag eingefunden. Insgesamt elf Flächenlose mit zirka 80 Festmeter Holz aus den Bereichen alter Durchforstungen und 28 Brennholzpolter mit in der Summe rund 150 Festmeter kamen zum Aufruf.

Während sich die "Kundschaft" zunächst noch spürbar zurückhielt, schlug Johann Müller gleich beim ersten Polter zu. Mit den für 180 Euro ersteigerten 2,87 Festmeter Eschenholz will er seinen Kachelofen befeuern. Das erste Flächenlos, mit seinen laut Schempp " zirkafünf Festmetern Holz", schnappte sich Lothar Krampp. Roland Finkbeiner hatte bei der Versteigerung des zweiten Flächenloses mit seinen acht Festmetern Holz die Hand am längsten oben. Schon seit 20 Jahren deckt er sich bei Schempps Versteigerung mit Holz für seinen Kaminofen ein. "Dieses Los hatte ich schon vor vier Jahren und wollte es unbedingt wieder haben. Das ist mir die 195 Euro allemal wert", resümierte Finkbeiner und machte sich bald danach sichtbar zufrieden gleich wieder auf den Heimweg.

Derweil war unter den nach einer Stunde noch verbliebenen 17 Brennholzinteressenten auch Sprüche wie "jetzt braucht mei Frau dahoim nemme friera" zu hören. Auch wenn diesmal das Angebot etwas größer war als die Nachfrage, schienen am Ende alle zufrieden zu sein. Die Anschläge der Flächenlose wurden um 45 Prozent überboten, der Erlös für Brennholzpolter lag bei 63,20 Euro pro Festmeter und damit drei Prozent über Anschlag. Nicht beboten wurden vier Polter mit zusammen 40 Festmeter. Entsprechend fiel die Bilanz des Revierförsters aus: "Es hat sich gelohnt, dass wir schon vor Weihnachten eine Versteigerung hatten." Die Brennholzbesitzer haben nun aus Naturschutzgründen bis Ende April Zeit, ihr Holz aus dem Wald zu holen.

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