Videohits: Pixel, Klänge, Emotionen

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Musik aus Videospielen, präsentiert von einem klassischen Orchester? Das Kaleidoskop-Konzert der Württembergischen Philharmonie machte es möglich. „Video Game Music in Concert“ sorgte in der gut besuchten Stadthalle für stehende Ovationen.

„Videospiele sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, begrüßt der flapsige Moderator Simon Krätschmer das Publikum. Junge wie Altere sind von der Leistung der Philharmonie-Musiker, vor allem aber von Fawzi Haimor als Dirigent, dem Solisten Mischa Cheung am Klavier und der eingängigen Orchester-Musik begeistert. Das Programm startet mit schmissigen Fanfaren aus Jonne Valtonens „Final Symphony II“. Der 41-jährige finnische Komponist erstellte seine ersten Kompositionen auf dem Heimcomputer Commodore 64 und arrangiert vorwiegend Konzerte mit Melodien aus Computer- und Videospielen. So auch Martin Schjolers Komposition aus „Clash of Clans“, die durch die ausgereifte, bis ins Detail musikalisch fundierte Leistung des Orchesters geprägt ist.

Anschließend glänzt das Orchester bei Nobuo Uematsus Waterside für Streichorchester, dessen Melodie aus dem Videospiel „Blue Dragon“ stammt und ebenfalls von Jonne Valtonen umarrangiert wurde. Beeindruckend auch das harmonische Zusammenspiel zwischen Mischa Cheung am Klavier sowie den Bläsern und Streichern des Orchesters beim nachfolgenden Concerto for Piano und Orchestra aus Uematsus „Final Fantasy“. Mal spielt der in Zürich lebende Pianist mit chinesischen Wurzeln munter drauflos, dann wieder deutet er die Melodien nur zart an. Er fasst Uematsus Werk meist mit Samthandschuhen an, gestaltet es aber gleichsam hochmusikantisch, mit Elan oder auch berückend zärtlich, voll Charme und Esprit. Zur selben Zeit bringt er alle Facetten der Komposition in glänzender Manier zur Geltung. Nach der Pause steht das Concerto for Laser und Enemies aus Computerspiellegende Chris Hülsbecks Run-and-Gun-Computerspiel „Turrican II“ auf dem Programm. Hülsbeck, der nach der Aufführung seines Werkes auf die Bühne kommt, gilt als Legende der Videospiel-Musik-Szene und hat 2008 das erste Spielemusikkonzert der Welt arrangiert. Auch die folgenden Kompositionen aus den Spielen „Angry Birds“ (Ari Pulkkinen), „Secret of Mana“ (Hiroki Kikuta) und das abschließende „Final Fantasy VII“ (Nobuo Uematsu) geraten trotz aller Intensität und emotionalen Wucht niemals grell oder hart, sondern stets optimal gewichtet. Fast unmerklich lösen sich die Instrumente aus dem Orchesterverband und tauchen wieder ein

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