Unterwegs zu neuen Zielen

Schubert, Jazz und ein Weltklasse-Schlagzeuger: Die Herbstlichen Musiktage Urach bieten im Stadtjubeljahr von 1. bis 7. Oktober ein exquisites Programm.  

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  • Das HMT-Programm 2016. 1/4
    Das HMT-Programm 2016. Foto: 
  • Der Weltklasse-Schlagzeuger Martin Grubinger kommt zu den Herbstlichen Musiktagen Bad Urach. 2/4
    Der Weltklasse-Schlagzeuger Martin Grubinger kommt zu den Herbstlichen Musiktagen Bad Urach. Foto: 
  • Das Vogler-Quartett spielt beim Musikherbst ein Programm von Haydn bis Janacek. 3/4
    Das Vogler-Quartett spielt beim Musikherbst ein Programm von Haydn bis Janacek. Foto: 
  • Gast aus Belgien: Die Sopranistin Sophie Karthäuser. 4/4
    Gast aus Belgien: Die Sopranistin Sophie Karthäuser. Foto: 
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Mit der Wiedereröffnung des Palmensaals zu Konzertzwecken wird es wohl noch bis 2019 dauern. Zumindest ein Chorkonzert der Herbstlichen Musiktage (von insgesamt zwölf Veranstaltungen) wird jetzt seit langem mal wieder im Residenzschloss stattfinden – nicht im Palmensaal zwar, dafür aber in der Dürnitz: „Ich glaube, wir können es wagen“, sagt der künstlerische Musiktage-Leiter Florian Prey.

Im Jahr des Stadtjubiläums sollte auch der Musikherbst etwas „Besonderes“ bieten, da waren sich im Vorfeld alle einig. Weltklasse-Tenor Jonas Kaufmann hat allerdings, wie berichtet, abgesagt – selbst mit einem Ersatztermin 2017 wird es wohl nichts werden. Doch Prey hat einen mittlerweile fast ähnlich international berühmten Schlagwerker verpflichtet: Martin Grubinger. Der 33-jährige Salzburger ist nicht nur ein Ausnahme-Virtuose, sondern auch ein Szene-Wirbelwind, ein Schlagzeug-Zampano vor dem Herrn und vor allem ein mitreißender Kommunikator, der mit seinem Elan dem Klassik-Bereich neue, junge Publikumsschichten beschert. Warum? Weil er Leute aus ganz verschiedenen Szenen (Jazz, HipHop, Rock und mehr) miteinander verbindet und weil er als Moderator des TV-Magazins „KlickKlack“ auch klassikferne Hörer anspricht.

Und noch eine Besonderheit wird während der Musiktage beim Stadtjubiläum geboten: die Licht- und Klanginstallation „Der Amandus-Fall“, die den Uracher Wasserfall an der Kirche virtuell und audiovisuell angereichert am Kirchturm künstlerisch nachempfindet. Diese Installation des Leipziger Lichtkünstlers Jürgen Meyer und des Uracher Komponisten Rainer Bürck wird schon jetzt ab Samstag, 17. September, bis 9. Oktober täglich ab 21 Uhr zu bewundern  sein – und zwar in einer siebenminütigen Version. Die Langversion à jeweils 20 Minuten wird dann während der Musiktage präsentiert am 3. und 4. Oktober.

„Unterwegs“ heißt das Motto der Musiktage dieses Jahr. Auch philosophische Aspekte und das Flüchtlingsthema spielen hier mit herein, so Prey. Er habe bei der Konzeption des Programms „Farben hinein gestreut in die vielleicht übliche Festivalgestaltung“. Beispiele gefällig? Der Musikherbst beginnt – definitiv nicht klassisch – mit „I’ve Got The World On A String“, einem Swing-Hit der 30er, den schon Louis Armstrong, Frank Sinatra, Ella Fitzgerald und jüngst Michael Bublé interpretiert haben. Und er endet – ebenfalls nicht alltäglich – mit einem „Lullaby“ für zwei Klaviere und Schlagzeug, ein Stück, das der türkische Pianist Fazil Say dem kleinen Sohn von Martin Grubinger mit Ferzan Önder gewidmet hat. Ja, so einen Shooting Star wie Grubinger „kann man nicht jedes Jahr“ nach Urach verpflichten, räumt Prey ein. Doch Grubinger, der sich politisch gegen Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit engagiert, könnte dem Festival, das  wieder mit einem Etat von 250 000 Euro operiert, neue Impulse geben und jüngere Publikumsschichten erschließen.

Info Zum Programm siehe links unten, zum Kartenverkauf rechts oben.

Karten fürs Festival

Tickets Wer Karten will, muss sich sputen – sowohl die „Schöne Müllerin“ mit Florian Prey (Liedermatinee am 2. Oktober) wie auch das „Musikalische Abendessen“ (5. Oktober) sind so gut wie ausverkauft. Tickets gibt’s online auf www.herbstliche-musiktage.de und beim Musiktage-Büro unter ? (0 71 25) 94 60 6.

Gleich zur Eröffnung (1. Oktober) hat sich Florian Prey, künstlerischer Leiter seit 2006, etwas Ungewöhnliches ausgedacht: Der Jazzchor Freiburg, der als bestes deutsches Ensemble seiner Art gilt, singt „Jazz- und Popklassiker, die jeder kennt“, von Duke Ellingtons „In A Mellow Tone“ bis hin zum Beatles-Song „She’s Leaving Home“. Den Festvortrag hält, wie schon vor Jahren einmal, Gerald Häfner, Bürgerrechtler, Grünen-Politiker und ehemaliger Abgeordneter im Europäischen Parlament sowie im Bundestag. Das Thema lautet „Unterwegs auf den Spuren der Menschlichkeit in unmenschlichen Zeiten“.

Liedermatinee (2. Oktober): Florian Prey (Bariton) singt dann den Schubert-Zyklus „Die schöne Müllerin“, begleitet von seinem Lieblings-Pianisten Wolfgang Leibnitz, der bei der chilenischen Klavierlegende Claudio Arrau studiert hat.

Kirchenkonzert (2. Oktober): Bachchor und -orchester Mainz unter Ralf Otto bestreiten ein Beethoven-Konzert unter anderem mit der Achten und der selten zu hörenden Chorfantasie.

Junge Überflieger, Matinee (3. Oktober): Nach dem Erfolg in Urach 2015 kommt der Pianistenclub München wieder zum Festival mit jungen Wettbewerbssiegern, bespielsweise mit der hochgelobten 18-jährigen Albanerin Laida Hitaj – deren Talent, schwärmt Florian Prey, „wie ein Rohdiamant leuchtet“.

Orchesterkonzert (3. Oktober): Die Württembergische Philharmonie Reutlingen unter Ola Rudner spielt Mendelssohns „Italienische“ Symphonie, die international gefragte belgische Sopranistin Sophie Karthäuser singt Konzertarien.

Kammermusikabend (4. Oktober): Das renommierte Vogler-Quartett bringt Haydn, Schubert und Janacek zu Gehör.

Kinderkonzert (5. Oktober): Die in Urach bereits bekannten Puppet Players München zeigen das Stück „Kasperl und die wilden Tiere“ – empfehlenswert „für 5- bis 102-Jährige“, wie Prey meint.

Musikalisches Abendessen (5. Oktober): Das Duo Tobias Kassung (Gitarre) und Lena Kravets (Cello) spielt Musik von Schubert bis Gershwin, dazu gibt’s Ermstäler Rahmkuchen und andere kulinarische Köstlichkeiten.

Chorkonzert (6. Oktober): Das Vocalensemble Rastatt unter Holger Speck singt Chorsätze aus Renaissance, Barock und Romantik, die alle vom „Unterwegs“-Sein künden, darunter auch ein weithin unbekanntes Stück des Philosophen Friedrich Nietzsche. Titel: „Im Süden“.

Abschlusskonzert Meisterkurs (7. Oktober): Die Sopranistin Christiane Oelze, die viel mit den Berliner Philharmonikern und Simon Rattle zusammenarbeitet, zeigt, was sie ihren jungen Gesangseleven beigebracht hat. Vorher gibt’s öffentliche Proben (4./6. Oktober).

Abschlusskonzert Herbstliche Musiktage (7. Oktober): Der Weltklasse-Schlagzeuger Martin Grubinger, perkussiv assistiert von seinem Vater und dem Kollegen Alexander Georgiev, spielt mit dem in Urach bereits bekannten Klavierduo Ferhan & Ferzan Önder Werke von Bela Bartok, Steve Reich, Tan Dun und Fazil Say – ein Konzert, das zwischen den Polen Moderne, Minimal und Meditation auch ein Crossover-Publikum ansprechen könnte. op

Karten fürs Festival

Tickets Wer Karten will, muss sich sputen – sowohl die „Schöne Müllerin“ mit Florian Prey (Liedermatinee am 2. Oktober) wie auch das „Musikalische Abendessen“ (5. Oktober) sind so gut wie ausverkauft. Tickets gibt’s online auf www.herbstliche-musiktage.de und beim Musiktage-Büro unter ? (0 71 25) 94 60 6.

Gleich zur Eröffnung (1. Oktober) hat sich Florian Prey, künstlerischer Leiter seit 2006, etwas Ungewöhnliches ausgedacht: Der Jazzchor Freiburg, der als bestes deutsches Ensemble seiner Art gilt, singt „Jazz- und Popklassiker, die jeder kennt“, von Duke Ellingtons „In A Mellow Tone“ bis hin zum Beatles-Song „She’s Leaving Home“. Den Festvortrag hält, wie schon vor Jahren einmal, Gerald Häfner, Bürgerrechtler, Grünen-Politiker und ehemaliger Abgeordneter im Europäischen Parlament sowie im Bundestag. Das Thema lautet „Unterwegs auf den Spuren der Menschlichkeit in unmenschlichen Zeiten“.

Liedermatinee (2. Oktober): Florian Prey (Bariton) singt dann den Schubert-Zyklus „Die schöne Müllerin“, begleitet von seinem Lieblings-Pianisten Wolfgang Leibnitz, der bei der chilenischen Klavierlegende Claudio Arrau studiert hat.

Kirchenkonzert (2. Oktober): Bachchor und -orchester Mainz unter Ralf Otto bestreiten ein Beethoven-Konzert unter anderem mit der Achten und der selten zu hörenden Chorfantasie.

Junge Überflieger, Matinee (3. Oktober): Nach dem Erfolg in Urach 2015 kommt der Pianistenclub München wieder zum Festival mit jungen Wettbewerbssiegern, bespielsweise mit der hochgelobten 18-jährigen Albanerin Laida Hitaj – deren Talent, schwärmt Florian Prey, „wie ein Rohdiamant leuchtet“.

Orchesterkonzert (3. Oktober): Die Württembergische Philharmonie Reutlingen unter Ola Rudner spielt Mendelssohns „Italienische“ Symphonie, die international gefragte belgische Sopranistin Sophie Karthäuser singt Konzertarien.

Kammermusikabend (4. Oktober): Das renommierte Vogler-Quartett bringt Haydn, Schubert und Janacek zu Gehör.

Kinderkonzert (5. Oktober): Die in Urach bereits bekannten Puppet Players München zeigen das Stück „Kasperl und die wilden Tiere“ – empfehlenswert „für 5- bis 102-Jährige“, wie Prey meint.

Musikalisches Abendessen (5. Oktober): Das Duo Tobias Kassung (Gitarre) und Lena Kravets (Cello) spielt Musik von Schubert bis Gershwin, dazu gibt’s Ermstäler Rahmkuchen und andere kulinarische Köstlichkeiten.

Chorkonzert (6. Oktober): Das Vocalensemble Rastatt unter Holger Speck singt Chorsätze aus Renaissance, Barock und Romantik, die alle vom „Unterwegs“-Sein künden, darunter auch ein weithin unbekanntes Stück des Philosophen Friedrich Nietzsche. Titel: „Im Süden“.

Abschlusskonzert Meisterkurs (7. Oktober): Die Sopranistin Christiane Oelze, die viel mit den Berliner Philharmonikern und Simon Rattle zusammenarbeitet, zeigt, was sie ihren jungen Gesangseleven beigebracht hat. Vorher gibt’s öffentliche Proben (4./6. Oktober).

Abschlusskonzert Herbstliche Musiktage (7. Oktober): Der Weltklasse-Schlagzeuger Martin Grubinger, perkussiv assistiert von seinem Vater und dem Kollegen Alexander Georgiev, spielt mit dem in Urach bereits bekannten Klavierduo Ferhan & Ferzan Önder Werke von Bela Bartok, Steve Reich, Tan Dun und Fazil Say – ein Konzert, das zwischen den Polen Moderne, Minimal und Meditation auch ein Crossover-Publikum ansprechen könnte. op

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