Unternehmen müssen sich von der Konkurrenz abheben

Die Suche nach geeigneten Mitarbeitern wird für Unternehmen immer schwerer. Die RWT Personalberatung hat im Sommer eine Studie unter dem Titel "Recruiting heute und 2020" erarbeitet und jetzt vorgestellt.

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Die Studie der RWT Personalberatung mit wichtigen Informationen für Führungskräfte und Personalchefs präsentierten (von links): Sarina Bösel, Bettina Lutz und Matthias Bergmann.  Foto: 

Anzeigen in der Tageszeitung waren über viele Jahrzehnte hinweg die gängige Methode, um neue Mitarbeiter für das Unternehmen zu gewinnen. Zwar spielen Stellenanzeigen - vor allem auf dem regionalen Markt - heute weiterhin eine wichtige Rolle, doch dies allein reicht nicht mehr aus. Seit etwa fünf Jahren sehen sich Arbeitgeber als Folge des Fachkräftemangels einem "Bewerbermarkt" gegenüber. Folge: Potenzielle Mitarbeiter können es sich erlauben, höhere Ansprüche an das Umfeld ihres Arbeitsplatzes zu stellen.

Ziel der aktuellen Studie der Personalberatung der RWT (Reutlinger Wirtschaftstreuhand) ist es, diese Entwicklung zu veranschaulichen und Empfehlungen aufzuzeigen, wie Unternehmen darauf reagieren sollten. "Wir haben uns in der Studie auf den Mittelstand in Baden-Württemberg konzentriert", erläuterte Bettina Lutz, Geschäftsführerin der Personalberatung, im Gespräch mit der Presse. "Bislang gab es", wie Prokurist Matthias Bergmann ergänzte, "solche Studien vorrangig deutschlandweit". Aus der Sicht der Personalberater gilt es jedoch die besondere Wirtschaftsstruktur im Südwesten zu berücksichtigen. Die Untersuchung, für deren Design Sarina Bösel verantwortlich zeichnet, fragt nach dem aktuellen Stand des "Recruiting" im Land und nach Einschätzungen danach, wie sich die Verhältnisse in Zukunft wandeln werden. An der Befragung von Juli bis September diesen Jahres haben sich 106 Personen aus vorwiegend mittelständischen Firmen in einem breitgefächerten Branchenmix beteiligt.

Als "klaren Trend" wertete Lutz, dass Unternehmen im ländlichen Raum mehr Probleme bei der Suche nach Mitarbeitern haben. Grundsätzlich jedoch sollten sich Unternehmen - gleichgültig an welchem Standort - durch besondere Anreize von der Konkurrenz abheben. Angebote wie zum Beispiel vermögenswirksame Leistungen oder flexible Arbeitszeiten gelten inzwischen als Standard und reichen nicht für eine Heraushebung des Unternehmens. Das erlaubt laut Bergmann auch den Umkehrschluss: "Wer noch keine flexiblen Arbeitszeiten anbietet, hat ein Problem". Auf der Positivliste tauchen Fahrtkostenzuschüsse, Gesundheitsangebote, Zuschüsse für die Kinderbetreuung oder auch Lebensarbeitszeitkonten auf. Für Lutz ist der Weg klar: "Unternehmen müssen sich Gedanken machen, wie sie Bewerber mit besonderen Angeboten für sich gewinnen können". Allgemeine Empfehlungen greifen jedoch nicht. "Es gilt zu prüfen, was zur Firma passt und finanzierbar ist".

Noch immer nutzen - auch das ist ein Ergebnis der Studie - fast 20 Prozent der Unternehmen die firmeneigene Homepage nicht für die Rekrutierung von neuen Mitarbeitern. Geprägt sind die Erwartungen an die Zukunft der Personalsuche von einer Abnahme der Bedeutung der heute in 73 Prozent aller Fälle eingesetzten klassischen Printanzeige hin zu Onlinebörsen und Social-Media-Kanälen.

Die aktuellen Probleme bei der Besetzung freier Stellen sind bei Fach- und Führungskräften am größten, gefolgt von fachlich qualifizierten gewerblichen Mitarbeitern. Im kaufmännischen Bereich sieht es besser aus. Grund: "Die Arbeit eines Buchhalters unterscheidet sich von Branche zu Branche weniger als zum Beispiel die eines Fertigungsleiters", sagte Lutz. Als überraschend werteten Lutz und Bergmann die Diskrepanz zwischen dem hohen Stellenwert, den 86 Prozent der Firmen der eigenen Ausbildung für die Personalrekrutierung beimessen, und der Tatsache, dass aber 41 Prozent über kein Budget für Personalwerbung von Auszubildenden oder Hochschulabsolventen verfügen.

Unterm Strich sei vielen Firmen das Problem zwar bewusst, und sie seien bereits auf einem guten Weg. "Klar ist, dass die Wahrnehmung der Probleme, wie sie die Studie in der Tendenz aufzeigt, nicht ausreicht. Daher wollen wir veranschaulichen, was getan werden könnte", unterstrich Bergmann.

Info Die Studie "Recruiting heute und 2020" der RWT Personalberatung erhalten interessierte Firmen auf Anfrage unter der E-Mail

"sarina.boesel@rwt-gruppe.de".

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