Unterhöhlte Flächen bereiten Kopfzerbrechen

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Wer ältere Gebäude renoviert, erlebt nicht selten Überraschungen. Bei der Sanierung des Freibads zeigten sich unter der Bodenplatte Hohlräume von einer derartigen Größe, dass laut Bürgermeister Alexander Schweizer „manche Fraktionen ihre Sitzungen darin abhalten“ könnten.

Die unvorhergesehenen Mehrkosten bei der Sanierung waren Hauptthema der Sitzung des Betriebsausschusses am Mittwochabend. Entdeckt wurde der Schaden, als die Rohbaufirma die Bodenplatte im Bereich der neu zu verlegenden Abwasserleitungen einsägte. „Mindestens 50 Prozent der Fläche ist unterhöhlt“, sagte Ortsbaumeister Rainer Klett. Es könne daran liegen, dass beim Bau im Jahr 1956 spärlich bis gar nicht verdichtet worden sei. Die Bodenplatte habe keine statisch relevante Bewehrung erhalten. „Es waren lediglich Fragmente einer Art Estrichmatte vorhanden.“ Schnelles Handeln sei geboten gewesen, so Klett. Als Lösung blieben nur der Abbruch und die Neuherstellung der Bodenplatte nach heutigem Stand der Technik. „Dann gibt es hier auch wieder eine für die nächsten Jahrzehnte ausgelegte Konstruktion.“

Mittlerweile hat das Büro Fritz Planung einen Plan erstellt. Die Firma Ludwig Henzler stellte auf dieser Grundlage in kürzester Zeit ein Nachtragsangebot auf, um die gegebene Verzögerung so kurz wie möglich zu halten. Das Angebot belief sich auf 24 600 Euro. Damit die Arbeiten termingerecht fortschreiten konnten, hat Bürgermeister Schweizer eine entsprechende Eilentscheidung getroffen. Die alte Bodenplatte ist bereits entfernt, die neue gegossen.

Größere Schäden gibt es auch an der Fachwerkwand zur Freibadseite hin. „Nach Freilegung der Verkleidung zeigte sich, dass auch dort 1956 in konstruktiver Hinsicht nicht nachhaltig und nach dem damaligen Standard gebaut wurde“, sagte Klett. Da die Holzbauteile direkt auf der Bodenplatte aufliegen, führte aufsteigende Feuchte zu Fäulnis. Nach Einschätzung von Bauleitung und Zimmermann sei es vom Aufwand her sinnvoller und nachhaltiger, die Fachwerkwand neu zu erstellen, als die Pfosten aufzuständern. Das Angebot für Demontage und Erneuerung der Fachwerkwand belaufe sich auf 12 300 Euro, brutto 14 637 Euro. Wenn man dies schon plane, mache man auch gleich breitere Durchgänge, sodass Rollstuhlfahrer bequemer zum Umkleidebereich gelangen könnten.

Für die Module 1 (Kassenbereich) und 2 (Umkleide- und Sanitärbereich) liegt die Kostenprognose durch die unvorhersehbaren Leistungen rund acht Prozent oder rund 48 570 Euro netto (57 800 Euro brutto) über den Mitteln des Wirtschaftsplans. Im Ausschuss wurde daher über Einsparmöglichkeiten diskutiert. Netto könne man etwa 4700 Euro durch billigere Fliesen einsparen, wie Klett mitteilte. Gerd Sonntag, Wolfgang Tittl und Jürgen Lautenschläger sprachen sich dafür aus, bei den hochwertigeren Fliesen zu bleiben, da die Höhe der Einsparung keine Fliesen rechtfertige, die schlechter zu reinigen seien und größenmäßig nicht passten. „Es wird jedoch weiter nach Einsparmöglichkeiten gesucht“, sagte Schweizer.

Wie geplant verliefen die übrigen Arbeiten in Modul 2. Zwischenwände und alte Kabinen wurden entfernt und die Wände im Sanitärbereich oberhalb der Unterkellerung erstellt. Mit neun Jastimmen und einer Enthaltung wurde die Eilentscheidung zur Kenntnis genommen und die Verwaltung ermächtigt, die erforderlichen Nachträge zu beauftragen.

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