Unsere Werkrealschule wird leben!

Im Herzen Reutlingens hat die Matthäus-Beger-Schule ein wichtiges Ziel: soziale Akzeptanz, Respekt und Wertschätzung füreinander zu entwickeln. Erste Wahl als Partner ist dabei der Förderverein.

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Kinderschminken bis zum Abwinken gab es bei der Doppeljubiläumsfeier in der Matthäus-Beger-Schule.  Foto: 

330 Schüler aus 26 verschiedenen Nationen. 20 Klassen, von der Grundschule bis in die Zehnte unter einem Dach. Zwischendrin die Peter-Rosegger-Schule mit ihrer Außenklasse. Ein Basketballfeld und ein Kleinfußballfeld im Grünen, auch für die Kinder der Innenstadt.

Am Wochenende stand mittendrin eine Live-Bühne, die Eltern hatten sich mit ihrem internationalen Spezialitäten-Buffet richtig viel Mühe gemacht. Im Betreuungshaus gab es auf jeder Etage etwas Spannendes zu erleben: Kinderschminken mit Warteschlange bis auf den Flur. Ein Stockwerk drunter ein bunt bemaltes Vogelparadies. Der Festtag zu "60 Jahre Matthäus-Beger-Schule" und "25 Jahre Förder-verein" begann mit der neuen, selbst vertonten Schulhymne: ". . .wir Kinder gehen jeden Morgen dort hin - lernen, lachen, spielen, fühlen uns wohl und geborgen. . ." Wow - so bunt kann Schule sein!

Das Team am selbstgebastelten Glücksrad hat alle Hände voll zu tun: "Jeder Preis gewinnt" - da ist mächtig was los. Die nackte Wandfläche vor dem Pavillon im Hofeingang, soviel steht fest, wird bald eine schwungvolle Welle aus Keramik-Mosaik bekommen. "La ola" ist ein Gemeinschaftsprojekt von Maren Bronner, an dem jeder begeistert klebt und fliest. Sofern nicht grade zum Sound der Girls von "Live Act" vor der Bühne geschwoft wird. Eben setzen sich Chor und Flötengruppe durch, und das Kuchenbuffet in der Mensa ist riesig.

Gegen eine Spende kann man seinen sehnlichsten Wunsch auf einer Schärpe verewigen. Die baumelt dann demnächst von den zwei Bäumen, die zum Auftakt des Doppeljubiläums im eigenen Schulgarten gepflanzt wurden. Der türkische Elternverband hat ein Transparent aus Halbmond und deutscher Flagge gehisst. Nebenan geht wer vor der Mohrenkopfschleuder in Deckung. Der Spendenlauf der 3b für ein SOS-Kinderdorf ist in der Planie gerade durch.

"Hand in Hand" präsentierten sich die Partner der Beger-Schule mit gelebten Ansprüchen und einer Anleihe auf die Zukunft: "Unsere WRS wird nicht untergehen!", das steht für Schulsozialarbeiterin Heide Pirmer-Danner außer Frage. "Hand in Hand" ist im Reutlinger Modell der Grund- und Werkrealschule (WRS) ein lebenswichtiger Bestandteil der Alltagskultur: "Der Förderverein ist fester Kooperationspartner im Schulbetrieb auf Augenhöhe", erklärt Jeanette Marks-Grulke, zuständig für das Betreuungsangebot für 123 Kinder an der Ganztagsschule, "wir sind Teil des Bildungsangebots". Dass dabei sehr viel Wert auf Qualifikation und durchgehende Präsenz gelegt wird, ist selbstredend. "Die Kinder fühlen sich unglaublich gut aufgehoben. Das ist fast wie zuhause", erfährt Sandra Neudert von der Elternschaft, "trotzdem ist es immer noch ein Minimum in Reutlingen".

Gegründet wurde der Verein vor 25 Jahren aus einer Initiative der Lehrerschaft heraus. Heute schultern die Eltern den größten Teil der Aufgaben. Die pädagogischen Mitarbeiter, Studenten und Praktikanten und 120 Prozent Schulsozialarbeit sind über den Förderverein organisiert. "Wenn man so viel Verantwortung so sehr ins Ehrenamt gibt, wird das konterkariert", das stimmt die Erste Vorsitzende, Judith Jünger, zumindest nachdenklich.

Wos hingehen soll in nächster Zeit? - natürlich nach vorne. Heide Pirmer-Danner: "Der Förderverein wird weiter ausgebaut, und wir werden mit unserem Betreuungsangebot noch mehr in die Werkrealschule reingehen. Wir haben jetzt schon Praktikanten von dort. Die Großen sind Paten bei den Erst-klässlern." Ganz so euphorisch sieht das Schulleiter Wolfgang Huckauf-Schwarz nicht: "Die Grund-schule ist aktuell mit stabilen Zahlen zweizügig. Eine 5. Klasse kriegen wir im kommenden Schul-jahr noch hin, und eine 10. ist richtig gut gefüllt. Als Werkrealschule haben wir noch ein paar Jahre vor uns. . ." Derweil hat er die Fühler ausgestreckt nach einer neuen Kooperationen mit der Bruderhaus-Diakonie im pflegerischen Bereich. Handwerk und Industrie sind beim gepflegten Berufswahlunterricht bereits im Boot.

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