Umfrage: Auskreisen oder eher doch nicht?

Im Vorfeld der heutigen Ratsentscheidung zum Thema "Stadtkreis" wollten wir wissen, wie das fünf bekannte Persönlichkeiten sehen.

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  • Die langjährige Reutlinger Stadträtin Margret Grimm. Fotos: Archiv 1/4
    Die langjährige Reutlinger Stadträtin Margret Grimm. Fotos: Archiv Foto: 
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    Stefan Wolf, Vorsitzender von Südwestmetall. Foto: 
  • Hans-Joachim Stark, Leiter der beruflichen Kerschensteinerschule. 3/4
    Hans-Joachim Stark, Leiter der beruflichen Kerschensteinerschule. Foto: 
  • Gisela Steinhilber, Geschäftsführerin der Arbeiterwohlfahrt. 4/4
    Gisela Steinhilber, Geschäftsführerin der Arbeiterwohlfahrt. Foto: 
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Der Vorsitzende von Südwestmetall und Vorstandsvorsitzende von Elring Klinger, Dr. Stefan Wolf, sagt: "Ich kann den Wunsch der Reutlinger Oberbürgermeisterin verstehen, denn für die Stadt hätte eine Auskreisung in erster Linie finanzielle Vorteile. Dennoch denke ich, dass Kreis und Stadt gut zusammengewachsen sind und es dringendere Probleme gibt, die wir zu lösen haben. Zudem müssen wir die Anliegen der umliegenden Gemeinden berücksichtigen, denn Stadt und Landkreis bilden eine Solidargemeinschaft. Eine Auskreisung ist für mich nur dann möglich, wenn sie dem Gemeinwohl dient. Dies kann ich - Stand heute - nicht erkennen.

Bei der Prüfung, ob die Stadt Reutlingen den Landkreis verlassen darf, muss es aus meiner Sicht auch darum gehen, die Wirtschaft nicht schlechter zu stellen. Höhere Kosten und mehr Bürokratie wären enorme Belastungen für die hier ansässigen Unternehmen."

Der Leiter der beruflichen Kerschensteinerschule, Hans-Joachim Stark, meint: "Die Kerschensteinerschule ist als eine Gewerbliche Berufschule gut aufgestellt, sowohl was die Ausstattung mit Maschinen und Geräten als auch die Materialien für die tägliche Arbeit betrifft. Das verdanken wir der sehr schulfreundlichen Haltung von Kreistag und Kreisverwaltung. Zwar ist nach einer möglichen Auskreisung eine Kooperation zwischen Stadtkreis und Landkreis im Bereich der Beruflichen Schulen angedacht. Aber wie die genau aussehen wird, weiß niemand so genau. Ich befürchte, dass wir dann eher schlechter dastehen werden als jetzt. Deshalb stehe ich den Plänen der Stadt skeptisch gegenüber."

Die Geschäftsführerin der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Reutlingen, Gisela Steinhilber, sagt zu diesem Thema: "Für die Frage 'Auskreisung oder nicht' sind finanzielle Argumente kein geeigneter Ratgeber, weil es sich bei den vorliegenden Daten um eine Momentaufnahme handelt. Es muss eine aufrichtige Antwort darauf gefunden werden, ob der erhoffte kommunalpolitische Spielraum für Reutlingen mehr als nur ein Wunsch ist. Letztlich wird die Entscheidung eine politisch-emotionale sein."

Die langjährige Stadträtin Margret Grimm betont: "Die Stadt Reutlingen muss im Interesse der Bürgerinnen und Bürger endlich die gleichen Rechte und Chancen erhalten wie alle anderen Großstädte in Baden Württemberg. Es stimmt, wenn die Oberbürgermeisterin sagt, dass Reutlingen die Aufgaben und Ausgaben einer Großstadt hat, aber nicht die Einnahmen.

Als Stadtkreis bekäme die Stadt höhere Finanzzuweisungen des Landes, insgesamt mehrere Millionen Euro jedes Jahr. Aber noch wichtiger ist der Gewinn an Selbstständigkeit. Der Verfassungsgrundsatz der kommunalen Selbstverwaltung hat in der CDU Baden-Württemberg immer viel gegolten und war auch Leitgedanke der Verfassungsreform unter Ministerpräsident Teufel. Ich sehe auch keinen gravierenden Nachteil für den Landkreis, wenn Reutlingen als Stadt ausscheidet."

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