Übung an der Nato-Pipeline

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    Feuerwehrleute der Gefahrstoffeinheit bemühten sich in Ölschutzkleidung, die Leckage abzudichten. Passanten beobachteten interessiert das Geschehen, während auf dem Neckar Ölsperren eingerichtet wurden. Foto: 
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Mit rund 100 überwiegend ehrenamtlichen Einsatzkräften führte die Feuerwehr Reutlingen am vergangenen Samstagvormittag eine Großübung im Neckartal durch. Im Rahmen der Einsatzübung wurde eine Leckage an der NATO-Pipeline simuliert, die durch das Reutlinger Stadtgebiet verläuft. Die Fernleitungs-Betriegsgesellschaft FBG transportiert durch diese Leitung Kraftstoffe für die NATO-Streitkräfte und zivile Kunden am Stuttgarter Flughafen.

 Ausgangslage des Szenarios war, dass die FBG-Leitstelle einen Druckabfall in der Pipeline auf Reutlinger Gemarkung entdeckt hatte. Zwar lässt sich die Leitung an verschiedenen Stellen automatisch schließen, doch die genaue Position der Leckage konnte nur vor Ort durch die Einsatzkräfte festgestellt werden. Die Feuerwehr Reutlingen alarmierte daher ein Großaufgebot zur Einsatzstelle: Feuerwehrleute der Abteilungen Degerschlacht, Sondelfingen und Reicheneck der Freiwilligen Feuerwehr wurden zur Begehung der Strecke der unterirdisch verlaufenden Pipeline alarmiert, um zunächst den genauen Ort des Lecks ausfindig zu machen. Gleichzeitig wurde durch Kräfte der Berufsfeuerwehr und der Führungsunterstützungseinheit der Freiwilligen Feuerwehr eine umfangreiche Einsatzleitung im Feuerwehrhaus in Oferdingen ausgebaut. Dort wurde unter anderem die digitale und elektronische Einsatzlenkung mit modernster Software geprobt.

Einsatz am Leck der Pipeline

Nachdem die Schadstelle gefunden war, bei der dem Szenario folgend durch einen Bagger bei Bauarbeiten die Pipeline versehentlich angeschnitten worden war, wurden die Abteilungen Mittelstadt und Oferdingen der Freiwilligen Feuerwehr eingesetzt, um auf dem nahen Neckar an drei Stellen Ölsperren zu errichten, um die Ausbreitung des Kerosins auf dem Wasserweg einzugrenzen und damit die Natur vor einem größeren Schaden zu bewahren.

In Mittelstadt, in der Nähe der angenommenen Leckstelle, war nun kurzzeitig mehrfach Martinshorn zu hören, als die Feuerwehrleute mit Sondersignal zu ihren Einsatzstellen fuhren. Feuerwehrboote wurden auf dem Neckar eingesetzt, um die Sperremelente von einem Flussufer zum anderen zu bringen.

Gleichzeitig galt es, die Schadstelle an der Pipeline möglichst schnell abzudichten, um ein weiteres Auslaufen des Kraftstoffes in die Umwelt zu verhindern. Hierzu wurde die Gefahrstoffeinheit der Freiwilligen Feuerwehr sowie zur logistischen Unterstützung die Freiwillige Feuerwehr Stadtmitte in Marsch gesetzt, die mit einem Löschgruppenfahrzeug, dem Wechselladerfahrzeug mit dem Abrollbehälter Gefahrgut sowie einem Gerätewagen-Dekontamination und einem Gerätewagen-Transport an die Unfallstelle ausrückten.

Druckluft dichtet ab

Ein Trupp unter Atemschutz und in Ölschutzkleidung konnte anschließend die Leckage durch einen Dichtungsschlauch abdichten: Dabei wird der einem Fahrradschlauch nicht unähnliche Schlauch über die Schadstelle gewickelt und dann festgeknotet. Mittels einer Handpumpe oder einer Pressluftflasche wird dieser Schlauch anschließend mit Luft gefüllt und unter Druck gesetzt – dieser Druck reichte aus, um das Leck in der simulierten Pipeline zu schließen. Weitere Einsatzkräfte sicherten unterdessen die Einsatzstelle, sperrten den Gefahrenbereich ab und bauten einen Dekontaminationsplatz auf, um die mit dem Kerosin in Kontakt gekommenen Kräfte des Angriffstrupps zu säubern. Das zudem bereits während der Arbeiten provisorisch aufgefangene Medium wurde zudem noch von einem weiteren Trupp unter Atemschutz in ein bereitstehendes Fass für Gefahrstoffe umgepumpt.

 Im Anschluss an die Übung folgte eine Nachbesprechung im Feuerwehrgerätehaus in Oferdingen, ehe die Feuerwehrleute gemeinsam in Oferdingen ein Mittagessen zu sich nahmen, dass die Oferdinger Wehrleute organisiert hatten. Am Ende stand die logistische Arbeit: Alle Fahrzeuge und Gerätschaften wurden wieder auf Vordermann gebracht, um die Einsatzbereitschaft der einzelnen Abteilungen wieder herzustellen. Gegen 14 Uhr konnten die meisten Feuerwehrleute dann den Übungsdienst beenden. Vom stellvertretenden Freiwilligen Feuerwehrkommandanten Frank Wittel, der sich zusammen mit Feuerwehrkommandant Harald Herrmann und Reutlingens Kreisbrandmeister Wolfram Auch ein Bild des Geschehens machte, gab es ein großes Lob für die rund 100 Einsatzkräfte.

„Sie haben ihre Schlagkraft erneut unter Beweis gestellt“, sagte Wittel, der zugleich betonte, dass die Samstagsausbildungen zwar eine zusätzliche Belastung für die Ehrenamtlichen darstellen würde, dies bei größeren Übungen aber ab und an nicht zu vermeiden sei. Diese Übungen würden zugleich eine ideale Möglichkeit darstellen, bei der jüngere Kameraden von erfahrenen Feuerwehrleuten lernen könnten. Zumal die Herausforderung der Pipeline kein gewöhnliches Einsatzszenario sei, mit dem die Feuerwehrleute im Alltag zu tun hätten.

Den Brandschutz im Stadtgebiet stellte während der Großübung, bei der rund 100 Einsatzkräfte aus verschiedenen Abteilungen der Feuerwehr Reutlingen eingebunden waren, die Berufsfeuerwehr sicher, die am Wochenende zudem von Kräften des Bereitschaftsdienstes der Freiwilligen Feuerwehr unterstützt wurden.

Weil die Alarmierung der Freiwilligen Feuerwehrabteilungen durch die Übung ebenfalls erschwert war, besetzte zusätzlich zur Berufsfeuerwehr die Abteilung Freiwillige Feuerwehr Rommelsbach ihr Gerätehaus während des Übungszeitraums, um bei etwaigen Einsätzen rasch Hilfe leisten zu können. ath

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