Über Eros, Traum und Tod

In der heute beginnenden Ausstellung "Eros, Traum und Tod. Zwischen Symbolismus und Expressionismus" ordnet das Spendhaus Karl Hofer, Wilhelm Laage und Emil Rudolf Weiß kunstgeschichtlich ein.

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  • Auch Wilhelm Laages 1898 entstandenes Werk "Märchen" ist im Spendhaus zu sehen. Foto: Kunstmuseum Spendhaus 1/2
    Auch Wilhelm Laages 1898 entstandenes Werk "Märchen" ist im Spendhaus zu sehen. Foto: Kunstmuseum Spendhaus
  • Spendhausleiter Herbert Eichhorn führte Kulturamtsamtsleiter Dr. Werner Ströbele (rechts) in die Ausstellung "Eros, Traum und Tod" ein. Foto: Marie-Louise Abele 2/2
    Spendhausleiter Herbert Eichhorn führte Kulturamtsamtsleiter Dr. Werner Ströbele (rechts) in die Ausstellung "Eros, Traum und Tod" ein. Foto: Marie-Louise Abele
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Aktueller kann es kaum sein. Gerade ging Edvard Munchs Bild "Der Schrei" für sagenhafte 119,9 Millionen Dollar beim Auktionshaus Sothebys über den Tisch. Werke des norwegischen Malers und Grafikers Munch sind auch Teil der aktuellen Ausstellung des Kunstmuseums Spendhaus, die heute Abend um 19 Uhr eröffnet wird. "Eros, Traum und Tod. Zwischen Symbolismus und Expressionismus" zeige "ein spannendes Kapitel Kunstgeschichte der frühen Moderne", heißt es in der Ankündigung. Sie präsentiere "drei Künstler in Konfrontation mit wichtigen Künstlern der Avantgarde", erläutertete gestern Spendhaus-Chef Herbert Eichhorn bei der Pressekonferen. Dabei richtet das Kunstmuseum erneut einen Blick auf eigene Bestände, vor allem mit grafischen Frühwerken Wilhelm Laages (1868 bis 1930), der von 1907 bis 1930 in Betzingen und Reutlingen lebte.

Während seiner Studienzeit in Karlsruhe begegnete er um 1896 den Kunststudenten Karl Hofer (1878 bis 1955) und Emil Rudolf Weiß (1875 bis 1942). Die drei gingen nach ihrem Studium eigene Wege. Hofer wurde einer der wichtigsten deutschen Maler des 20. Jahrhunderts, Laage wurde zum, etwa von den Brücke-Künstlern geschätzten Mitbegründer des modernen Holzschnitts, Weiß erlangte vor allem als einflussreicher Schriftgestalter und Reformer der Buchgestaltung Bedeutung. Doch die Freundschaft verband sie weiterhin. Ebenso eine zeitweilig intensive Werkgemeinschaft mit gemeinsamen Interessen, Neigungen und Vorbildern.

Die Ausstellung, die in Kooperation mit der Städtischen Wessenberg-Galerie Konstanz entstanden ist, richtet ihr Augenmerk auf Strömungen der damaligen Zeit - einer Zeit des gesellschaftlichen und geistigen Umbruchs - und unterstreicht "die Bedeutung und das Vorausweisende" der frühen ausdrucksstarken Arbeiten Hofers, Laages und Weiß durch die Gegenüberstellung mit exemplarischen Werken von einflussreichen Künstlern der Epoche wie Edvard Munch, Paul Gauguin, Max Klinger und James Ensor.

Es sind druckgrafische Techniken, Holzschnitt, Radierung und Lithografie zu sehen, die thematisch geordnet sind. Es geht um Liebe und Tod, Einsamkeit, Melancholie und Angst sowie das Verhältnis zwischen den Geschlechtern. Themen, die durch eine Bildsprache der Moderne verdeutlicht werden, die sich zwischen Symbolismus, Jugendstil und Proto-Expressionismus bewegt. Es sind dunkle, düstere, auch nicht erklärbare, ja mystische Ansichten. Traumszenen, Sehnsüchte und nackte Damen. Verarbeitet werden unter anderem eigene Erlebnisse, so gibt zum Beispiel Laage Einblick in die schwierigen sozialen Verhältnisse, die durch den Beruf des Vaters - er war Totengräber - entstanden sind.

Somit ist das Kind schon von früh an mit dem Thema konfrontiert. Sein Selbstbildnis "heute rot, morgen tot" zeigt ihn mit einer Tulpe auf einem Friedhof stehend. Genauso sind die dargestellten Landschaften am Meer oder durch die Heide alles andere als gemütlich und lauschig. Es gilt: "Landschaft als Spiegel der Seele." Und doch ist da ihre starke Ausdruckskraft, die fasziniert.

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