Über 450 Bio-Orangen für gesundes Wasser

Die "Regenbogen-Kids", die "Crazy Girls" und der Teenie-Kreis "Bistroh" gingen Klinken putzen in der Stadt und verkauften fair gehandelte Bio-Orangen. Der Erlös ist für Menschen im Sudan vorgesehen

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Am Anfang stand da ein Behälter im Raum des Paul-Gerhardt-Hauses, so groß wie ein Papierkorb. Den hatten Tobias und Michael Schwarz zusammengebastelt. Es handelte sich um einen Biosand-Filter, der verhindern soll, dass Menschen beim Trinken von Wasser womöglich schwer erkranken.

Trübes Nil-Flusswasser oder abgestandenes Wasser aus einem weit entfernten Wasserloch sind in allen Gegenden des zweigeteilten Landes alltäglich. Deshalb werden vom "International Aid-Service" auch diese Biosand-Filtersysteme eingesetzt.

In diese Filteranlage werden vor Ort die etwa einen Meter hohen Außenhüllen aus Beton und drei Schichten von verschiedenem gekörnten Sand und Kies eingefüllt. Oben wird das Wasser eingegossen. Der Sand filtert Dreck und Bakterien und unten kommt das saubere Wasser heraus.

Nur rund 30 Euro kostet der Behälter. Fast eine Sportplatzlänge, also bis zu 90 Meter tief, graben die Menschen derzeit im Sudan, um an Grundwasser zu kommen - "und das ist dann oft immer noch nicht sauber genug, um es trinken zu können", erläuterte Kathrin Ungerer, bevor die Aktion für den Weltdienst des Evangelischen Jugendwerks (ejw) mit den Orangen bei Eiseskälte startete. Noch warme Klamotten an - und raus ging's in die Stadt.

Fair gehandelte Bio-Orangen hatten die drei Gruppen des CVJM dabei und karrten die Früchte mit Leiterwagen durch drei Quartiere in der Stadt. Ein Euro pro Stück - samt Erklärung, worum es bei der Orangen-Aktion geht: So begegneten sie den Leuten auf der Straße oder an der Haustüre. "Wir haben geklingelt, vor allem auch bei Leuten, die wir kennen", erzählt die zwölfjährige Amelie, die wie die anderen Crazy Girls, auch Glück beim Verkauf hatte. Nur zwei Orangen wollte ein Pfullinger haben, zahlte aber stolze zehn Euro dafür.

Neun bis 13 Jahre jung sind diese Jungschar-Mädels, die sich rund ums Hallenbad und in der Grießstraße tummelten. Dann gab es noch die Jungschar "Regenbogen-Kids" und die Jugendgruppe "Bistroh", die mit von der Partie waren. Am Ende gab es für die rund 30 jungen Leute jede Menge Spaghetti und Salat im Paul-Gerhardt-Haus.

Am Ende kamen 500 Euro zusammen. Schon 2014 waren die CVJMler mit ihrer Orangen-Aktion unterwegs. Damals wurden Schulkinder im Sudan unterstützt.

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