Über 130 Jubilare

Mehr als 130 Jubilare waren am Freitag geladen, alle hatten vor genau 50 Jahren ihre Meisterprüfung abgelegt - und wurden nun geehrt.

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Stolz halten die Jubilare ihre Goldenen Meisterbriefe in den Händen.  Foto: 

Fast 260 Gesellinnen und Gesellen hatten nach den Worten des heutigen Kreishandwerksmeisters im Jahr 1965 "ihre Meisterprüfung erfolgreich vor der Handwerkskammer Reutlingen abgelegt", so Dieter Laible am vergangenen Freitagnachmittag. Knapp 140 Jubilare waren geladen gewesen, etwa die Hälfte ist tatsächlich erschienen, um den Goldenen Meisterbrief entgegenzunehmen.

Der älteste Meister (Mechaniker) ist Hermann Raisch und sage und schreibe 95 Jahre, er konnte allerdings nicht kommen. Robert Heidedeker ist ebenfalls Mechanikermeister, kommt aus Münsingen und feierte seinen 76. Geburtstag am Freitag in der HAP-Grieshaber-Halle in Eningen. "Herzlichen Glückwunsch dazu", sagte Laible.

Tradition sei es bei der Goldenen-Meisterfeier des Handwerks im Kreis Reutlingen nicht nur, dass die "Brass Kids" der Eninger Musikschule für die musikalische Umrahmung sorgten, Tradition sei es laut Dieter Laible auch bei dieser Veranstaltung einen Rückblick auf jenes Jahr zu werfen, in dem die Jubilare ihre Meisterbriefe erhalten hatten. Das Wichtigste zuerst: "1965 hat in Deutschland Ludwig Erhard als Bundeskanzler regiert, Bundespräsident war Heinrich Lübke", so der Kreishandwerksmeister. Und: Deutscher Fußballmeister war seinerzeit der SV Werder Bremen.

Aber es habe laut Laible auch verheerende Unwetter gegeben, etwa ein großes Seebeben im nördlichen Pazifik und eine Kältewelle in Griechenland mit starken Schneestürmen sowie Temperaturen bis zu minus 16 Grad. Viel Schnee sei auch im Sauerland und im Süden Bayerns gefallen. "Pakistan wurde von einem Zyklon heimgesucht, der nahezu 13 000 Menschen in den Tod riss", betonte Laible.

Politische Krisen habe es vor allem in Kuba gegeben, wo Fidel Castro verkündete, "die Überreste des Kapitalismus beseitigen zu wollen". Deutschland habe sich 1965 wirtschaftlich weiterhin positiv entwickelt - "was aus meiner Sicht auch ein ganz wesentlicher Verdienst von den Jubilarinnen und Jubilaren des heutigen Tages war - stellvertretend für viele motivierte, engagierte und qualifizierte Fachkräfte sowie wagemutige, risikobereite und fleißige Unternehmerinnen und Unternehmer", betonte der Kreishandwerksmeister.

Viele der damaligen Gesellen hatten es laut Laible auf sich genommen, sich neben der beruflichen Tätigkeit auf die Meisterprüfung vorzubereiten - "was eine besondere Herausforderung ist und einen besonderen Aufwand darstellt".

Eines sei dabei klar und müsse hervorgehoben werden, so Laible: "Ohne Frauen und Männer wie Sie wäre Deutschland aus einem zerbombten Land nie zu einer der führenden Wirtschaftsmächte dieser Welt geworden."

Dieter Laible verstehe die Verleihung der Goldenen Meisterbriefe "in diesem Sinn, dass das Handwerk Ihnen damit Dank und Anerkennung für Ihre berufliche Leistung zollen möchte".

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