Türkei hat eine große Aufgabe

Ulrich Heyd, Leiter des CDU-Seniorenkreises, freute sich, Ex-Landeswirtschaftsminister Hermann Schaufler als Referenten begrüßen zu können.

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Schaufler sprach bei den CDU-Senioren über die Veränderungen in der arabischen Welt und ihren Einfluss auf Europa. Was allen islamisch geprägten Ländern gemein sei, sei ein enormes Bevölkerungswachstum und meist diktatorische oder Stammesregierungen. Saudi-Arabien, Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate sowie Katar verfügten über gigantische Ölvorkommen. Schaufler erinnerte daran, dass es seit 1970 deshalb das Ziel von Bundesregierungen gewesen sei, vom Öl unabhängig zu werden. Da der Energiebedarf hierzulande aber stets schneller wachse als die Bemühungen des Umsteigens auf regenerative Energieformen und der beschlossene Ausstieg aus der Kernenergie zusätzlich bremse, sei die Unabhängigkeit vom Öl noch lange eine Illusion.

Wohin die arabischen Staaten sich entwickelten, lasse sich nicht vorhersehen. Da die herrschenden Diktatoren jedes Verlangen ihrer Bevölkerung zu echter Partnerschaft sofort mit Militär und Polizeigewalt niederschlügen, müsse festgestellt werden, dass die jungen Leute in den arabischen Staaten die eigentlichen Verlierer seien. Sie wollten sich nicht unbedingt direkt am Westen orientieren, aber strebten nach guter Bildung und Arbeitsplätzen. Gerade dieses werde ihnen aber vorenthalten, unter anderem auch, wie sich jetzt zeige, da gut gebildete Jugend die Macht der Diktatoren in Frage stellen würde. Die Sharia, das islamische Gesetz mit seinen brutalen Strafen, herrsche bei einseitiger Auslegung noch heute. Die Auswirkungen seien im Alltag spürbar.

Christen würden in vielen arabischen Staaten verfolgt. Schaufler kritisierte in diesem Zusammenhang, dass der türkische Premier Recep Tayyip Erdogan, der sich als Befürworter der Sharia bezeichnet, in der Türkei lebenden Christen den Bau von Kirchen schwer mache, gleichzeitig aber in Deutschland neue Moscheen fordere. Die Menschen müssten aber erkennen, dass das Modell Türkei am besten in der Lage sei, an der Schnittstelle zwischen europäischem, freiem Bürgertum, vom Christentum geprägt, den Frieden mit den arabischen Ländern zu stiften. Die Türkei habe eine große Aufgabe, die man im Rahmen von Nato und EU erkennen müsste.

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