Trend geht wieder hin zum "Insourcing"

Adam Riese wäre entsetzt, aber die VHS kann ihre Erfolgsformel "1 + 1 = 2,5" gut begründen. Diese "neue Mathematik" wird beim Kursangebot im kaufmännischen Bereich umgesetzt und bietet höchste Flexibilität.

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Sie demonstrieren, wie das geht mit den Bausteinen bei den kaufmännischen Lehrgängen in der VHS (von links): Dozent Martin Posladek, Abteilungsleiter Achim Kühne-Henrichs, Axel Grimm (Vangerow) und VHS-Geschäftsführer Dr. Ulrich Bausch.

"Das Bildungswesen", liefert VHS-Leiter Dr. Ulrich Bausch ein sportliches Bild, "ist wie Wildwasser fahren, wer nicht realistisch handelt, geht unter." Deshalb wollen die Erwachsenenbildner in der Spendhausstraße ihren Klienten bei der beruflichen Bildung - seit jeher ein Kerngebiet - "höchste Flexibilität und Qualität mit langfristiger Perspektive" bieten.

Unter der Leitung des neuen Abteilungsleiters "Berufliche Bildung", Achim Kühne-Henrichs, wurden die einzelnen Kurse jetzt so aufeinander abgestimmt, dass die Teilnehmer auch weiterhin den einen oder den anderen Baustein aus dem breiten Angebot der VHS wählen können. Wenn man aber von Semester zu Semester mehrere Bausteine aufeinander legt, dann profitiert man am Ende in besonderer Weise, dann gelte eben die "Erfolgsformel 1 + 1 = 2,5".

Denn die aus mehreren Modulen bestehenden, europaweit gültigen Abschlüsse "Fachkraft Rechnungswesen", "Fachkraft für Lohn und Gehalt" oder "Finanzbuchhalter" sind, wie Kühne-Henrich weiß, "deutlich wertvoller" als nur die Teilnahmezertifikate einzelner Kurse - ein Wertzuwachs nicht nur für die Person selbst, sondern auch für den Betrieb. Früher haben Firmen, so Bausch, bestimmte Felder wie eben die Finanzbuchhaltung an externe Experten vergeben, "outgesourct". Da sei manches auch übertrieben worden. Nun gebe es, sagt der VHS-Chef, eine "vernünftige Gegenbewegung". Das "Know-how" bleibt im Unternehmen, wird vernetzt und ist letztlich auch schneller als der Externe, der für viel Geld oft lange für eine Analyse braucht. Der Trend, gerade bei kleinen und mittleren Firmen, geht also wieder hin zum "Insourcing", bestätigen auch Dozent und Diplom-Betriebswirt Martin Posladek sowie aus der Praxis Diplom-Betriebswirt und Marketing-Manager der Reutlinger Firma Vangerow, Axel Grimm.

Dazu muss aber selbstredend das eigene Personal fit gemacht werden. Diese Kompetenz müssen die Unternehmen nicht von außen zukaufen. Die Kursangebote der Volkshochschule sind so strukturiert, dass man sie berufsbegleitend absolvieren kann. Hierbei kann man gut herausfinden, wie die einzelnen Bausteine individuell am besten zusammenpassen und wie die Teilnehmer für sich den größten Nutzen aus ihrer Weiterbildung an der VHS ziehen können. "Wer irgendwo anfängt", sagt Kühne-Henrichs, "kann weitermachen bis zum Schluss - und das in einer zügigen Zeit."

Am Geld, versichert Bausch, müsse die Weiterbildung nicht scheitern. Finanzielle Unterstützung bei den kaufmännischen Lehrgängen biete unter bestimmten Umständen die staatliche Förderung "Bildungsprämie". Darüber hinaus könnten bis zu 50 Prozent der Kursgebühren abgedeckt werden, wenn das zu versteuernde Jahreseinkommen unter 20.000 Euro liegt. Die VHS sei hierfür anerkannte Beratungsstelle.

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